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Ein Punkt für die Löwen-Moral

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Von: Markus Katzenbach

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Die Löwen schlagen in Iserlohn zurück: Rylan Schwartz (links) feiert ein spezielles Tor, auf Vorlage von Torwart Jake Hildebrand.
Die Löwen schlagen in Iserlohn zurück: Rylan Schwartz (links) feiert ein spezielles Tor, auf Vorlage von Torwart Jake Hildebrand. © Stephanie Seyboth/Jan Huebner

Wieder einmal retten sich die Frankfurter Löwen nach einem Rückstand noch in die Verlängerung. Einen Zähler für das Klassenerhaltsziel nehmen die Aufsteiger so aus dem Sauerland immerhin mit.

Frankfurt -Die Serie hielt dann doch noch. Keine zwei Minuten waren auf der Uhr verblieben, als Dominik Bokk den Puck von den Iserlohn Roosters stibitzte, ihn überlegt quer rüber auf die rechte Seite passte, von wo ihn der inzwischen dort angekommene Brendan Ranford gleich weiter in die Mitte vor das Tor schickte - und dort umkurvte Carter Rowney in aller Seelenruhe den bis dahin kaum überwindbaren Goalie Hannibal Weitzmann und schob die Scheibe über die Linie, zu einem wieder einmal späten Ausgleich für die Frankfurter Löwen, da war es in der stimmungsvollen Eissporthalle am Seilersee am frühen Sonntagabend plötzlich mucksmäuschenstill. Ein Frankfurter Punkt war gerettet, für ein Unentschieden nach 60 Minuten - und nebenbei hielt Ranfords erstaunliche Fortsetzungsgeschichte: Der Erste-Reihe-Stürmer bleibt der einzige Profi in der ersten Klasse des deutschen Eishockeys, der in jedem seiner Spiele in dieser noch jungen Saison einen Treffer oder eine Vorlage beigesteuert hat.

„Die Jungs reißen sich vom ersten Spiel an den Hintern auf. Wir haben schon viele Spiele gehabt, in denen wir nach Rückstand zurückgekommen sind“, erklärte Angreifer David Elsner im Interview mit Magenta-Sport den Punkt für die Löwen-Moral. „Lob an die Mannschaft“, schloss er. Für mehr reichte es nicht: In dem Hexenkessel am Seilersee, wo in früheren Zeiten schon einige epische Schlachten mit Frankfurter Beteiligungen geschlagen wurden, sollte dann noch einmal großer Jubel ausbrechen. „Wir brauchen die Punkte unbedingt, wir haben sie mehr nötig als sie“, hatte Kaspars Daugavins, die Iserlohner Stürmer-Starverpflichtung des Sommers, schon nach dem zweiten Drittel erklärt. Er selbst sorgte mit seinem raschen Treffer in der Extraschicht zum Endstand von 3:2 (0:0, 2:1, 0:1/1:0) nach Verlängerung für die Roosters zumindest dafür, dass zwei von drei Zählern im Sauerland blieben, wo früh in der DEL-Saison schon eine gewisse Not herrscht.

Tags zuvor hatte sich der Club deshalb von Headcoach Kurt Kleinendorst getrennt, nach dem 4:5 am Freitag in Augsburg und dem Abrutschen auf den letzten Tabellenplatz. Mit bis dahin nur sechs Punkten aus neun Partien, zehn weniger als die am Freitag spielfreien Frankfurter Aufsteiger, und das als Top-Ten-Kandidat nach eigenem Selbstverständnis, mindestens. Fürs Erste ist nun der bisherige Assistenzcoach Pierre Beaulieu eingesprungen, und er konnte sich über die typischen Trainerwechsel-Effekte freuen.

„Natürlich ist jeder von den Jungs dann ein bisschen heißer“, meinte Elsner. „Wir müssen uns aber auf unser eigenes Spiel konzentrieren. Ich finde trotzdem,. dass wir nicht schlecht gespielt haben. Im Großen und Ganzen können wir zufrieden sein damit, wie wir die Spiele aufnehmen.“

Tatsächlich hielten die Löwen beim frischen Iserlohner Sturm und Drang erst einmal gut entgegen, in einem umkämpften, bisweilen etwas zähen ersten Drittel. Im zweiten gerieten sie in Rückstand: Daugavins (27.), und Eric Cornel (32.) trafen für etwas entschlossenere Hausherren, die in Frankfurt beim Treffen am dritten Spieltag noch 2:5 unterlegen waren. So ein Spiel lässt sich auch leicht verlieren. Die Löwen aber schlugen zurück, auf spezielle Weise, mit einem seltenen Scorerpunkt für ihren Torwart: In Frankfurter Überzahl wechselten alle vier Iserlohner gleichzeitig, Löwen-Stürmer Rylan Schwartz blieb auf dem Eis - und Goalie Jake Hildebrand passte ihm den Puck gedankenschnell zu, Schwartz vollendete (39.).

Ein alter Bekannter verhinderte den Ausgleich, vorerst: Hannibal Weitzmann, auch in Frankfurt schon einmal zwischen den Pfosten, zauberte einen eigentlich sicheren Bokk-Treffer noch vor der Linie zur Seite. Ehe die erste Frankfurter Reihe doch zuschlug, mit bemerkenswertem Vertrauen in ihre Kombinationskraft, so kurz vor Schluss. Dass man danach in der dritten Verlängerung dieser Saison zum dritten Mal das Nachsehen hatte bei drei gegen drei auf dem Eis, wird Gerry Fleming sich für kommende Trainingsinhalte vormerken. So musste der Headcoach am 56. Geburtstag eine Niederlage hinnehmen, wenn auch keine ganz so bittere.

„Ärgerlich ist es immer, in der Overtime zu verlieren“, meinte Stürmer Elsner. „Wir wissen, dass wir die nächsten Spiele wieder eine Schippe mehr drauflegen müssen, damit wir nicht immer einem Rückstand hinterherlaufen müssen.“ Nächste Gelegenheit: Am Dienstagabend (19.30 Uhr) im schweren Auswärtsspiel beim ERC Ingolstadt, als für einen Aufsteiger immer noch überraschend erfolgreicher Tabellenvierter - und, noch wichtiger: Mit einem weiteren Punkt für das Klassenerhaltsziel auf dem Konto.

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