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Ein schönes Löwen-Polster zu den alten Bekannten

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Von: Markus Katzenbach

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Löwen-Jubel: David Elsner (rechts) feiert sein Tor zum zwischenzeitlichen 2:0.
Löwen-Jubel: David Elsner (rechts) feiert sein Tor zum zwischenzeitlichen 2:0. © Patrick Scheiber/Jan Huebner

Frankfurts Aufsteiger holen in einer turbulenten Begegnung gegen Bietigheim drei wichtige Punkte - und halten den Erzrivalen aus gemeinsamen Zweitliga-Zeiten auf weitem Abstand.

Frankfurt -Als das dann doch nötige harte Stück Arbeit geschafft war, fand Yannick Wenzel noch die Kraft, mit bemerkenswerter Geschwindigkeit und der Fahne mit der Aufschrift „Heimsieg“ in der Hand eine flotte Ehrenrunde durch die Eissporthalle am Ratsweg zu drehen - ein Solo, das stets dem von den Fans zum Spieler des Spiels gekürten Frankfurter Löwen zusteht. Für Wenzel war es nicht nur deshalb ein besonderer Dienstagabend: Im Duell mit den Bietigheim Steelers, den Erzrivalen aus gemeinsamen Zweitliga-Zeiten, traf der junge Stürmer Wenzel auf seinen alten Verein, und er trug seinen Teil dazu bei, dass eine turbulente Begegnung gegen alte Bekannte vor 5077 Zuschauern mit einem 5:4 (1:0, 1:3, 3:1)-Sieg für den Aufsteiger in die erste Klasse des deutschen Eishockeys endete.

„Wir haben nach dem 2:0 zu sehr den Fuß vom Gas genommen, das darf uns nicht noch mal passieren“, mahnte Kapitän Reid McNeill, der sein erstes DEL-Tor markierte - und so die entscheidende Wende einleitete, die Lorbeeren für diese wollte er indes nicht für sich allein reklamieren: „Es war eine Anstrengung der ganzen Mannschaft. Wir haben eine tolle Gruppe zusammen.“

Es war ein wichtiger Sieg: Mit nun 27 Punkten aus 16 Spielen verbuchen die Frankfurter 13 mehr als die Tabellenletzten aus Bietigheim, bei zwei Partien weniger - ein schönes Polster für Klassenerhaltsziele. Dabei hatte es vorab eine schlechte Nachricht gegeben: Nach Brendan Ranford könnte nun auch Rylan Schwartz verletzt länger ausfallen, für ihn stürmte diesmal der junge Constantin Vogt. Auch so bestimmten die Löwen, für die es am Freitag (19.30 Uhr) in Wolfsburg weitergeht, die Begegnung eindeutig. Zwar ohne zu glänzen, aber dank Magnus Eisenmenger (19.) in Unterzahl und David Elsner (21.) in Überzahl bald auch mit zählbarem Erfolg. Sie schienen auf gutem Weg zu einem ungefährdeten Sieg, da fühlten sie sich wohl selbst zu sicher.

Die bis dahin harmlosen Gäste jedenfalls wurden prompt zu gleich zwei schnellen Treffern eingeladen, ohne jede Not - erst nutzte Chase Berger die auf einmal nachlässige Abwehrarbeit (22.), dann sah auch Bastian Flott-Kucis, der zum dritten Mal in dieser Saison anstelle von Jake Hildebrand das Löwen-Tor hütete, beim Schuss von Chris Wilkie nicht gut aus (23.). Bei einem nicht besonders gefährlichen Schuss schloss dann Flott-Kucis die Lücke zum Pfosten nicht ganz, auf einmal führten die Steelers durch Wilkie (30.).

„Wir haben einfach aufgehört, die Kleinigkeiten richtig zu machen“, ärgerte sich Stürmer Yannick Wenzel, vor gut einem Jahr aus Bietigheim nach Frankfurt gekommen, im Pauseninterview bei Magentasport. „Wir sind im ersten Drittel auch nicht optimal gestartet und haben uns für das zweite viel vorgenommen, das haben wir umsetzen können. Dann sind wir aber direkt wieder eingebrochen, mit zwei dummen Toren und paar Strafen.“ Sein Vorschlag für den dritten Akt: „Vergessen, was passiert ist, es geht wieder von Null los. Dann gewinnen wir das Spiel.“

Tatsächlich sollten die Löwen zurückschlagen, unter seiner Beteiligung. Reid McNeill glich mit einem Schlagschuss nach Wenzels Vorarbeit aus (44.), Carter Rowney verwandelte Dominik Bokks Vorlage zum 4:3 (51.). Das Spiel war gedreht, es sollte nicht die letzte Wendung bleiben. Bastian Flott-Kucis patzte beim 4:4 durch Teemu Lapaus (53.) erneut, immerhin durfte er nach zwei unglücklichen Niederlagen bei seinen ersten Einsätzen dann doch seinen ersten Sieg feiern: Wenig später traf Ryon Moser im Nachschuss zum 5:4 (56.) - und das war es dann tatsächlich für diesen Abend.

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