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Eine Frage der Löwen-Balance

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Von: Markus Katzenbach

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Endstation für die Löwen: Bad Nauheims Torhüter Felix Bick (links) stoppt Stürmer Carson McMillan beim 3:2-Sieg der Gäste in Frankfurt Ende Oktober.
Endstation für die Löwen: Bad Nauheims Torhüter Felix Bick (links) stoppt Stürmer Carson McMillan beim 3:2-Sieg der Gäste in Frankfurt Ende Oktober. © Patrick Scheiber/Jan Huebner

Ein Nachbarschaftstreffen als Spitzenspiel der DEL 2: Frankfurt erwartet in Bad Nauheim einige Herausforderungen.

Frankfurt -An den guten Vorsätzen hatte es nicht gemangelt, an der Umsetzung zumindest über weite Strecken auch nicht, und doch war es am Ende nicht gut genug gewesen. "Wir haben vorher gesagt, dass wir in der Defensive Fehler vermeiden müssen, das haben wir nicht geschafft. Und wir hätten in der Offensive sicher zwei, drei Tore mehr schießen können, da müssen wir schärfer sein", befand Franz-David Fritzmeier, nachdem er mit dem Trainerteam der Frankfurter Löwen noch einmal die Videobilder vom Dienstagabend unter die Lupe genommen hatte, und folgerte: "Ravensburg ist eine Spitzenmannschaft. Aber mit mehr Drive vorne und mehr Disziplin hinten hätten wir das Spiel gewinnen können."

Was rückblickend für den Empfang der Ravensburg Towerstars daheim am Ratsweg galt, könnte auch Maßgabe für den Besuch in der Nachbarschaft an diesem Freitagabend (19.30 Uhr) beim EC Bad Nauheim sein - ein Derby, das gleichzeitig das aktuelle Spitzentreffen in der zweiten Klasse des deutschen Eishockeys ist, zwischen dem überraschenden Tabellenführer aus der Wetterau und dem ersten Verfolger als Gast im Colonel-Knight-Stadion. 2:3 hätten die Löwen das erste Hessen-Duell Ende Oktober daheim verloren, wie auch die beiden bisherigen Partien gegen Ravensburg - drei von nur fünf Niederlagen aus den sonst sehr erfolgreichen ersten 20 Hauptrundenspielen.

Allerdings wird es den Löwen inzwischen weniger leicht gemacht als in den ersten Saisonwochen, bei ihrem Sieben-Siege-Superstart. "Die Zeiten haben sich geändert", hat Fritzmeier festgestellt, "die Gegner haben sich gefunden, verteidigen besser." Und sie haben sich besser auf die Löwen eingestellt, lassen ihnen nicht mehr so viel Platz, sondern legen sich lieber hinten auf die Lauer, um dann selbst eher über schnelle Konter gefährlich zu werden - selbst Meisterschaftsmitfavoriten wie Ravensburg. Oder eben Bad Nauheim, das diese Taktik im ersten Treffen dieser Runde gewinnbringend umsetzte.

Helfen könnte unser solchen Umständen gewiss ein weiterer Stürmer, als zusätzliche Option. Einer wie Ex-Kapitän Adam Mitchell, der als Trainingsgast am Ratsweg testet, ob er nach seiner Schulterverletzung noch einmal aufs Eis kann und dann auch eine Löwen-Option wäre. Diese Frage dürfte indes erst in drei, vier Wochen aktuell werden. Für den Umgang mit aktuellen Herausforderungen fordert Fritzmeier eine bessere Balance, nicht nur zwischen Sicherheitsmaßnahmen und Risikobereitschaft, Abwehr und Angriff, sondern auch in der Offensive selbst. "Es ist schön, dass wir schon ein paar Highlight-Tore geschossen und tolle Spielzüge gezeigt haben. Aber manchmal muss man erstmal die Basisarbeit machen", mahnt er: "Wir wollen es ein bisschen zu einfach haben. Wir müssen aber mehr dahin gehen, wo es weh tut."

Fähigkeiten, die an diesem Freitagabend besonders gefragt sein werden. "Bad Nauheim ist sehr gut gestartet und hat das Level aufrecht erhalten", lobt der Löwen-Sportdirektor. "Sie stehen auch in allen Statistiken gut da und liefern ein sehr gutes Gesamtbild ab." Die Mannschaft trete sehr geschlossen auf, der ganze Club habe sich über die Jahre deutlich stabiler aufgestellt.

Dass Bad Nauheim nun allerdings ziemlich ersatzgeschwächt sein dürfte und Frankfurt fast komplett, muss nicht ausschlaggebend sein, der bei beiden Nachbarn gute Tabellenstand ohnehin nicht. "Das Derby hat wie immer seine eigenen Gesetze", pflegt Franz-David Fritzmeier zu sagen und glaubt: "Die Mannschaft wird gewinnen, die als Mannschaft den Sieg mehr will und den ganzen Kampf mehr annimmt." Eine bessere Löwen-Balance kann da nicht schaden.

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