1. Startseite
  2. Sport
  3. Löwen Frankfurt

Eine ganz andere Löwen-Rolle

Erstellt:

Von: Markus Katzenbach

Kommentare

Beim Wiedersehen wieder mit von der Partie? Im ersten Spiel gegen Bietigheim konnte sich Carter Rowney (li.) als Torschütze feiern lassen.
Beim Wiedersehen wieder mit von der Partie? Im ersten Spiel gegen Bietigheim konnte sich Carter Rowney (li.) als Torschütze feiern lassen. © Patrick Scheiber/Jan Huebner

Favoriten sind die Frankfurter Aufsteiger in der DEL selten. Das Treffen mit einem alten Zweitliga-Rivalen ist da eine bedeutsame Ausnahme.

Frankfurt -Das heftige Programm zum ersten und zweiten Advent ist geschafft, mit lauter Branchengrößen-Begegnungen. Was jetzt allerdings in der weiteren Vorweihnachtszeit und dann im traditionellen Terminstress rund um Weihnachten und Silvester auf die Frankfurter Löwen zukommt, ist für den Ausgang der ja immer noch nicht einmal zur Hälfte bestrittenen Hauptrunde in der ersten Klasse des deutschen Eishockeys möglicherweise noch bedeutsamer. Angefangen mit dem Empfang der Bietigheim Steelers am Freitag (19.30 Uhr) in der Eissporthalle am Ratsweg - als gute Gelegenheit, den eindeutigsten Abstiegskandidaten weiter zu distanzieren und Abstand zur Gefahrenzone zu halten.

„Man kann sicher sagen: Dieses Spiel dürfen wir nicht verlieren“, meint Sportdirektor Franz-David Fritzmeier, bevorzugt aber eine andere Herangehensweise. „Ich sage: Es ist eine gute Chance, weitere drei Punkte zu holen.“ Für seine Aufsteiger ist es eine ungewohnte Ausgangslage: Favoriten sind die Neulinge in der ersten Liga selten, umso öfter waren sie in dieser bislang sehr zufriedenstellenden Saison schon für schöne Überraschungen gut. Nun aber erwartet sie eine Rollenverteilung, wie man sie eher aus DEL-2-Jahren kennt, passenderweise gegen den alten Zweitliga-Erzrivalen. „Bietigheim wird nicht mitspielen, sondern warten, bis uns Fehler passieren, und dann zuschlagen wollen“, warnt Fritzmeier. „Sie werden taktisch und sehr diszipliniert spielen, und sie werden hoch motiviert sein.“

Nicht zuletzt deshalb, weil mit dem Finnen Pekka Kangasalusta erstmals ein neuer Headcoach hinter der Steelers-Bande stehen wird. Und weil, wie Fritzmeier weiß, Bietigheim „dringend punkten“ muss. Ziemlich abgeschlagen ist der Tabellenletzte ohnehin schon, mit nur 19 Punkten aus 25 von 56 Hauptrunden-Partien, satte 18 weniger als die achtplatzierten Löwen. Für den Frankfurter Manager ist das zu erwartende Geduldsspiel eine Frage der Balance: „Wir können im Selbstbewusstsein antreten, die bessere Mannschaft zu sein und auch in der Tabelle besser dazustehen. Wir dürfen es aber auch nicht übertreiben.“ Denn kontern kann Bietigheim - wie beim knappen 5:4 im ersten Treffen Anfang November festzustellen war. Und dann könnte es gefährlich werden, für den Freitagabend wie bei einer längeren Durststrecke noch für die gesamte Saison.

Zum zweiten möglichen Abstiegsplatz ist der Abstand nicht so groß, zehn Zähler vor den Berliner Eisbären. Umso besser, dass man den strauchelnden Titelverteidiger am Sonntag im zähen Duell noch niederrang, mit einem späten Willensakt, 2:1 nach Verlängerung. Die prominent besetzten Berliner aber dürften irgendwann gewiss auch noch kräftig punkten. Und Nürnberger, Augsburger, Schwenninger und Iserlohner sind schon jetzt nicht weit weg und zwischen dem 20. Dezember und 2. Januar allesamt Löwen-Gegner - für wohl wegweisende Begegnungen.

Hoffnung macht da, dass sich das Löwen-Lazarett lichtet. Zuletzt fehlte stets ein gutes halbes Dutzend, diesmal erwartet Fritzmeier nicht mehr als drei, vier Ausfälle. Magnus Eisenmenger ist wieder fit, bei Carter Rowney besteht die Chance auf ein schnelles Comeback - wobei nun David Elsner fraglich ist. Ryon Moser trainiert schon ein paar Tage wieder mit, Rylan Schwartz deren zwei.

„Die Kabine füllt sich wieder, die Jungs bringen auch Energie rein“, freut es Fritzmeier. Zuversicht können die Löwen zudem daraus ziehen, auch unter schwierigen Umständen bestehen zu können. Im Dauerstress binnen acht Tagen gegen Straubing, München, Mannheim und Köln hätte man trotz des Personalmangels mehr als nur zwei Punkte holen können, der folgende Sieg gegen Berlin war dann eine Belohnung. „Für unsere Situation, teilweise ohne Acht und bei den Gegnern, haben wir uns sehr gut geschlagen“, meint Fritzmeier. Ehe es nun ausnahmsweise um eine ganz andere Löwen-Rolle geht.

Auch interessant

Kommentare