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Eine Wand im Löwen-Tor

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Von: Michael Löffler

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Die Löwen werden langsam unheimlich. Acht Siege in den letzten zehn DEL 2-Spielen, sechs Dreier zum Jahresausklang. Heute kommt Landshut, am Sonntag geht’s nach Ravensburg.

Es ist eine der ältesten Weisheiten im Eishockey: Wer Erfolg haben will, braucht einen überragenden Torwart. Das untermauern auch die Löwen Frankfurt. Mit Bryan Hogan haben sie den besten DEL 2-Torwart der vergangenen Saison geholt. Der US-Amerikaner hatte in Frankfurt jedoch überraschend Anlaufschwierigkeiten. Seine Leistungen waren durchschnittlich, die Löwen standen auf dem vorletzten Platz. Bis plötzlich der Knoten platzte. Bei Hogan ebenso wie bei der Mannschaft. Die Paraden des 26-Jährigen waren die Grundlage für die Erfolgsserie, die die Löwen bis auf Rang zwei empor hievte.

Dann verletzte sich Hogan. Mit der Leiste hatte er schon in der Vergangenheit Probleme. Der Zeitpunkt seiner Rückkehr ins Tor war und ist ungewiss. Es musste schnell reagiert werden. Das tat Sportdirektor Rich Chernomaz. Aus Finnland holte er sofort Antti Ore. Einen Routinier, der jedoch in der laufenden Saison nur ein Match bestritt. Sicher ein Risiko, doch für langes Suchen war eben keine Zeit.

Die Prognosen, die fehlende Spielpraxis würde sich auf dem Eis bemerkbar machen, erwiesen sich als wahr. Der 34-Jährige ließ ab und an Pucks nach vorne abprallen, was zu dem einen oder anderen Gegentor führte. Doch eines wurde auch sichtbar: Vom Spiel zu Spiel wirkte Ore sicherer. Seine Ruhe, seine Berechenbarkeit und seine Dirigentenrolle machten ihn laut Trainer Tim Kehler zu einem wichtigen Bestandteil. Mit seiner Steigerung anhand ging auch die große Erfolgsserie der Frankfurter. Beim letzten Triumph des alten Jahres, dem 5:2 am Dienstag in der Höhle der Löwen in Kassel, in der Vergangenheit eher die „Hölle der Löwen“, verdiente er sich den Beinamen, den einst die Frankfurter Jukka Tammi, seinem Landsmann im „Löwen-Käfig“, verliehen hatten: „The Wall“. In Kassel war er die Wand.

Vor allem im ersten Drittel, als die Schlittenhunde mit allem, was ihnen zur Verfügung stand, das Tor der Frankfurter bestürmten, ihnen kaum Luft zum Atmen ließen, hielt Ore sein Team im Spiel. Außer dem unhaltbaren Powerplay-Treffer von Mike Collins ließ er nichts zu. Und da sein ansonsten ebenso starkes Gegenüber, der Kanadier Jeff Frazee, bei einem Konter von Lanny Gare nicht gut aussah, wurden die Seiten überraschend bei einem Gleichstand gewechselt.

Muellers großer Auftritt

Was Trainer Kehler seinen Schützlingen in den Pausentee gab, bleibt sein Geheimnis. Der „Zaubertrank“ war aber wirksam. 24:8 für die Löwen betrug im zweiten Spielabschnitt das Schussverhältnis. David Cespiva und Clarke Breitkreuz sorgten auch für einen scheinbar beruhigenden Vorsprung. Doch es gab eine Parallelität der Ereignisse: Diesmal waren es die deutlich unterlegenen Huskies, die 58 Sekunden vor der Sirene trafen. Im Schlussabschnitt stießen die Löwen auf heftige Gegenwehr der Nordhessen, die den Ausgleich erzielen wollten. Kampfstark und mit einem glänzenden Ore verteidigen die Löwen die knappe Führung.

Und dann folgte der Auftritt von Richie Mueller: Der Goldhelm der Löwen schnappte sich den Puck und hämmerte ihn ansatzlos ins Tor (51.). Und als die Huskies noch einmal alles nach vorne warfen und in den Schlussminuten einen sechsten Feldspieler brachten, schob er die Scheibe ins verwaiste Kasseler Gehäuse.

Nach sechs „Dreiern“ zum Jahresende geht es nun Schlag auf Schlag weiter. In zehn Tagen müssen die Löwen fünfmal aufs Eis. Heute um 19.30 Uhr stellt sich erstmals in dieser Saison der EV Landshut am Ratsweg. Und am Sonntag (18.30) wollen die Löwen ihren ersten Triumph in Ravensburg (5:2 am 17. Oktober) wiederholen.

Löwen-Coach Tim Kehler geht erwartungsfroh in die nächsten Spiele: „Wir wollen das Momentum auf unserer Seite nutzen und auch die nächsten Spiele erfolgreich bestreiten. Landshut und Ravensburg haben sich in den vergangenen Wochen zwar sehr gesteigert, aber wenn wir da weitermachen, wo wir aufgehört haben, werden wir unsere Ziele erreichen.“

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