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Leon Hüttl in Kanada

Live-Ticker aus Kanada

Eishockey-Löwen: Leon Hüttl bloggt aus Edmonton

Super-Talent der Löwen Frankfurt im Development Camp der Edmonton Oilers. Leon Hüttl berichtet täglich aus Kanada.

Frankfurt - Bei den Löwen Frankfurt hat er sich einen Namen als Super-Talent gemacht, Leon Hüttl ist inzwischen bekannt in der Eishockey-Szene. Nun haben ihn die Edmonton Oilers eingeladen. In seinem Internet-Tagebuch berichtet er an dieser Stelle ganz persönlich von seinen Erfahrungen in dem Camp bei dem kanadischen Spitzenclub.

Eintrag vom 28. Juni

Gude und Servus, Eishockey-Fans,

ein einzigartiges Abenteuer geht zu Ende. Während ihr diese Zeilen lest, packe ich bereits meine Koffer für die Rückreise nach Frankfurt. Ich kann euch versichern, auch der letzte Tag des Development Camps bei den Edmonton Oilers hatte es in sich.

Nach dem täglichen Athletiktraining und einer kurzen Übungseinheit folgte heute das große Finale: der Billy Moore Cup. Das ist ein kleines Abschlussturnier des Camps. Und wie sollte es anders sein in einem Eishockey-verrückten Land wie Kanada: Die Trainingshalle war hervorragend besucht. Wahnsinn!

Gespielt wurde eine Art des 3-gegen-3-Eishockeys, wie man es ja auch in Deutschland von den Spielen kennt, die in die Verlängerung gehen. Allerdings haben wir nicht übers ganze Eis gespielt, sondern nur über ein Angriffsdrittel.

Wir wurden in drei Teams eingeteilt – blau, orange und weiß. Ich spielte in Team Orange zusammen mit Philip Broberg und Evan Bouchard, sowie mit Matthew Cairns, Phil Kemp und Olivier Rodrigue. Bouchard war der Erstrunden-Draftpick der Oilers im letzten Jahr und Broberg wurde dieses Jahr in der 1. Runde von Edmonton gedraftet. Das sind also zwei der absoluten Hoffnungsträger hier im Team.

Das Interessante an Team Orange war die Tatsache, dass wir allesamt Verteidiger sind (und ein Goalie). Die Coaches wollten also ganz offensichtlich sehen, wie wir im Offensivspiel funktionieren und harmonieren. Das erste Spiel haben wir hauchdünn verloren und das zweite Spiel endete Unentschieden. Mein Highlight: ein Tor gegen Team Blau – den Turniersieger.

Nun ist es also soweit: back to Germany. Ich freue mich schon auf Frankfurt, meine Teamkameraden und auf meine Familie. Ich habe eine Menge zu berichten. Denn die Woche in Edmonton war ein unvergessliches Erlebnis. Ich habe hier unglaublich viel gelernt und bin super dankbar für die Chance, die mir von den Oilers geboten wurde.

Vielen Dank fürs Lesen.

Auf geht’s, Löwen!

Euer Leon.

Eintrag vom 27. Juni: Das bringt dich echt weiter

Gude und Servus, Eishockey-Fans,

meine Zeit bei den Edmonton Oilers nähert sich langsam dem Ende. Ich genieße hier jeden Moment und hoffe, ihr bekommt das dank des Blogs auch ein wenig mit. Heute begann der Tag erneut mit einem ausgiebigen Athletiktraining. Anschließend haben wir zusammen zu Mittag gegessen und dann wurde wieder trainiert. Auch heute haben die Abwehrspieler und die Stürmer wieder getrennt trainiert. Die ersten 20, 25 Minuten ging es mit Powerskating erneut ordentlich zur Sache. Da werden viele Basics geübt. Innenkante, Außenkante und andere Klassiker. Danach haben wir heute fast nur in der offensiven Zone trainiert. Es wurden Angriffs-Drills geübt und vor allem Torschüsse wurden trainiert.

Die Coaches hier nehmen sich wirklich viel Zeit für uns Spieler und sagen uns genau, was sie von uns sehen wollen und wo und wie wir uns verbessern können. Solche kleinen Tipps bringen dich echt weiter.

Auch wenn wir nur wenig Freizeit haben – ich will mich nicht beschweren; wir sind zum Lernen hier – lernen wir uns natürlich besser kennen untereinander. Alle Spieler, die hier sind, sind echt gut drauf. Alles gute Typen. Am liebsten chille ich mit den beiden tschechischen Jungs. Matej Blumel und Tomas Mazura sind dicke Freunde. Beide wurden kürzlich von den Oilers gedraftet. Sie spielen aber bereits in den USA im Nachwuchsbereich.

Nach dem Training war das gesamte Team noch zu Besuch bei den Edmonton Eskimos. Das ist das Profi-Footballteam hier in der Stadt. Ich bin jetzt kein Football-Experte, aber mir ist in dem riesigen Stadion schon aufgefallen, dass das Spielfeld in Kanada anders ist als in den USA. Die spielen Football in der Canadian Football League etwas anders als in der NFL.

Nach dem Stadionrundgang wurden wir von den Eskimos noch zum Essen eingeladen und anschließend haben wir in einer benachbarten Kunstrasenhalle Ball gespielt und einfach eine gute Zeit gehabt. Wenn man so viel trainiert und erlebt, dann gehen die Tage vorüber wie im Flug … Aber noch bin ich ja hier und berichte euch auch weiterhin vom Camp der Oilers.

Vielen Dank fürs Lesen. Auf geht’s, Löwen!

Euer Leon

Eintrag vom 26. Juni: Noch ein Leon

Gude und Servus, Eishockey-Fans,

hier ist wieder euer Leon Hüttl. Ein weiterer intensiver und spannender Tag in Edmonton ist geschafft. Und ich kann mich nur wiederholen: Hier findet alles auf einem extrem hohen Niveau statt. Auch der zweite Trainingstag hatte es in sich. Jede Minute ist hier genau durchgeplant. Die Coaches lassen vor allem in Gruppen trainieren – also die Verteidiger unter sich und die Angreifer ebenso. Dazu gibt es natürlich auch Drills, die gemeinsam durchgeführt werden. Die Coaches, die uns hier trainieren, sind zum Teil von den Oilers und zum Teil von ihrem Farm-Team aus Bakersfield.

Jeder hier hat seine Geschichte, wie er ins Camp gekommen ist. Die meisten sind Draft-Picks der Oilers und andere – so wie ich – wurden halt eingeladen. Wir reden viel miteinander und es hat sich also schon rumgesprochen, dass hier auch ein Deutscher am Start ist. Und der heißt auch noch Leon … Genau wie der Deutsche, der hier bei den Oilers für Furore sorgt. Ihr wisst natürlich längst, von wem ich rede: Leon Draisaitl. Der Junge spielt bekanntlich Eishockey von einem anderen Stern, dennoch scherzen meine Mitstreiter gern, ob ich der nächste Leon hier sein würde. Ihr merkt, die Stimmung im Camp ist großartig. Auch wenn jeder weiß, wie wichtig es ist, hier mit Ernst und Zielstrebigkeit zur Sache zu gehen, sind wir alle gut drauf. Ist ja auch kein Wunder bei diesen Bedingungen.

Das Eis ist der Hammer. Dann dieses Trainingszentrum. Brutal! Wir sitzen auch noch in der Hauptkabine. Die ist riesig. Man kommt da rein und ist einfach nur überwältigt. Der Mitarbeiterstab ist wahrscheinlich fünfmal so groß wie der, den man aus Deutschland kennt. Hier rennen so viele Menschen rum, die dir das Leben einfacher machen. Die Trainingsbedingungen, das Umfeld, das Training selbst: Es ist alles etwas ganz Besonderes und Beeindruckendes.

Dann aber noch diesen riesigen Rogers Place zu erleben, ist wirklich beeindruckend und schafft eine Vorfreude auf die Halle TheDOME, die derzeit am Flughafen in Frankfurt geplant ist. Ich kann mir schon vorstellen, wie geil es wird, wenn wir in einer solchen supermodernen Arena unsere Gegner empfangen. Morgen berichte ich euch erneut aus Edmonton.

Vielen Dank fürs Lesen. Auf geht’s, Löwen!

Euer Leon

Eintrag vom 25. Juni: Meine Beine haben sich bedankt

Gude und Servus, Eishockey-Fans,

Ich bin’s wieder, euer Leon Hüttl. Und bevor ich mich völlig erledigt ins Bett fallen lasse, wollte ich euch noch mitteilen, wie der erste echte Trainingstag hier bei den Edmonton Oilers verlaufen ist.

Nach einem langen und erholsamen Schlaf ging es mir heute Morgen trotz Jetlag erstaunlich gut. Der Tag begann mit jeder Menge Tests im Fitnessbereich der Oilers. Wahnsinn, was hier alles abseits des Eises trainiert werden kann. Das Trainingszentrum ist einfach nur beeindruckend.

Es wurde also viel geschwitzt, ehe es dann endlich erstmals aufs Eis ging. Wir haben 45 Minuten trainiert. Das klingt erstmal nicht nach viel. Doch wenn man bedenkt, dass wir alle derzeit in der Offseason sind (das Wort Sommerpause mag ich nicht) und nur die wenigsten in letzter Zeit geskatet sind, dann sind 45 Minuten intensives Training schon heftig. Ich selbst hab seit zwei Monaten keine Schlittschuhe mehr angehabt. Meine Beine haben sich dann auch bei mir bedankt am Ende der Übungseinheit …

Das Training war sehr einfach gehalten, aber es gab ein hohes Tempo und viel Intensivität. Power-Skating war angesagt. Laufen, laufen, laufen. Keine Passspielzüge, keine Shooting-Drills. Einfach skaten. Ich sag euch, es war anstrengend.

Wer aber gedacht hat, in so einem Development Camp ist man unter sich, der hat sich getäuscht. Schon krass, wie viele Zuschauer dabei waren. Und auch Scouts waren hier, um uns zu beobachten. Die sind aber sicher vor allem wegen der Nachwuchsstars der Oilers hier. Immerhin trainieren im Camp auch Evan Brouchard, Philip Broberg, Raphael Lavoie und Olivier Rodrigue mit – alle vier sind Top-Draft-Picks der Oilers aus diesem und letztem Jahr. Dazu kommt noch Skyler Brind’Amour – der Sohn von NHL-Ikone Rod Brind’Amour. Die Fans sind neugierig, welche Talente ihre Oilers da ausgesucht haben.

Ich bin übrigens mit keinem dieser Jungs auf einem Zimmer. Mein „Roomie“ ist Stuart Skinner. Ein Torhüter. Und auch wenn man Goalies nachsagt, sie seien alle ein wenig verrückt, ist er ein echt netter Kerl. Wir verstehen uns super. Und schnarchen tut er auch nicht. Da habe ich bei den Löwen schon ganz anderes erlebt …:)

Apropos schnarchen… Mein Kopfkissen ruft! Ich melde mich morgen wieder mit einem Update aus Edmonton.

Vielen Dank fürs Lesen. Auf geht’s, Löwen!

Euer Leon

Eintrag vom 24. Juni: Ein Traum ist wahr geworden

Gude und Servus, Eishockey-Fans,

Ich bin Leon Hüttl. Und ich stehe noch immer etwas neben mir - im positiven Sinne. Denn ich kann es noch immer nicht glauben! Vor wenigen Tagen war ich noch daheim bei meinen Eltern in Bayern und jetzt sitze ich hier in meinem Hotelzimmer in der Eishockey-Hochburg Edmonton. Warum ich hier bin und was ich hier erlebe, erfahrt ihr in meinem Blog.

Ein Traum ist wahr geworden. Ich wurde von den Edmonton Oilers ins Development Camp eingeladen. Wer sich nicht so gut mit Eishockey auskennt und sich fragt, wer die Oilers sind und was ein Development Camp ist, hier eine kleine Einführung: Die Oilers sind eines der erfolgreichsten Teams der nordamerikanischen Profi-Eishockeyliga NHL. Jedes Team der besten Eishockeyliga der Welt veranstaltet einmal jährlich ein Trainingscamp für alle Nachwuchstalente aus den eigenen Reihen. Und manchmal wird halt noch der eine oder andere Spieler eingeladen, der nicht im weitesten Sinne zum Team gehört.

Und ich hatte nun dieses Glück.

Ich bin immer noch sprachlos, dass Franz-David Fritzmeier, Sportdirektor der Löwen Frankfurt, einen so guten Draht nach hier drüben hat und dass die harte Arbeit der vergangenen Monate zu solch einer Auszeichnung führen würde. Denn das ist es für mich: eine absolute Ehre!

Ich werde hier alles geben, um den Oilers zu zeigen, dass es eine gute Entscheidung war, mich einzuladen, und weil ich die Löwen Frankfurt hier würdig repräsentieren will.

Bevor es aber losgeht auf dem Eis, wurden wir quasi „vermessen“ und ausgerüstet. Da fühlt man sich schon besonders, wenn man Klamotten tragen darf, auf denen ein Logo eines NHL-Teams zu sehen ist...

Die restliche Zeit am ersten Tag habe ich für ein wenig Sightseeing genutzt. Schließlich kommt man nicht alle Tage ins Eishockey-Mekka Edmonton. Wie es sich für einen Eishockeyspieler gehört, hatten der Rogers Place - die Heimspielstätte der Oilers - und die Statue von Eishockeylegende Wayne Gretzky oberste Priorität für mich...:)

Was ich im Lauf der kommenden Tage noch alles erlebe, berichte ich euch in meinem täglichen Blog.

Vielen Dank fürs Lesen. Auf geht’s, Löwen!

Euer Leon.

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