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Endlich wieder ein glückliches Löwen-Ende

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Von: Markus Katzenbach

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Ryan Olsen (Mitte) kann jubeln: Die Löwen gewinnen in Schwenningen, auch dank seines Einsatzes.
Ryan Olsen (Mitte) kann jubeln: Die Löwen gewinnen in Schwenningen, auch dank seines Einsatzes. © Stephanie Seyboth/Jan Huebner

Mit dem Sieg in Schwenningen schaffen die Frankfurter DEL-Aufsteiger nach zuletzt einigen Niederlagen eine Trendwende - und schieben sich im Play-off-Rennen wieder weiter vor.

Schwenningen -Brendan Ranford rappelte sich mühsam auf, erst auf die Knie, dann auf den rechten, dann den linken Fuß, rückte sein Visier zurecht, Kapitän Reid McNeill kam heran und tätschelte ihm anerkennend den Helm. Ganz am Ende einer schwer umkämpften Begegnung bei den Schwenninger Wild Wings hatte sich der Frankfurter Stürmer einfach auf die Scheibe geworfen, um die letzten Sekunden vorüber ticken zu lassen, bis zum endlich wieder einmal glücklichen Löwen-Ende - und Ranfords Einsatz war bezeichnend für den Willen, mit dem die Gäste dieses erzwangen.

„Das war ein sehr wichtiger Sieg für uns nach den letzten Spielen“, urteilte wenig später Carter Rowney, Ranfords Nebenmann im ersten Sturm und Frankfurter Anführer, und hielt fest: „Einen Auswärtssieg in dieser Arena, gegen diese starke Mannschaft - da bin ich sehr stolz auf unser Team.“ Mit dem 4:3 (0:0, 3:2, 1:1) vor 4036 Zuschauern in der stimmungsvollen Schwenninger Helios-Arena mit ihrer kleinen Eisfläche war dem Aufsteiger in die erste Klasse des deutschen Eishockeys endlich eine Trendwende gelungen nach zuvor drei Niederlagen in Serie und insgesamt sechs aus sieben Spielen im neuen Kalenderjahr.

Für diese Serie ließen sich Gründe anführen: Zum Beispiel, dass unter den sieben Gegnern die besten Vier der Liga waren und zuletzt beim 2:4 am Donnerstag der langsam wieder erstarkende Titelverteidiger Berlin. Oder dass alle diese Niederlagen knapp und größtenteils unglücklich zustande gekommen waren. Insgesamt aber hatte es zuletzt einfach zu selten gereicht für einen vollen Erfolg, anders als im so erfolgreichen ersten Saisondrittel. Weshalb man nun erstmals in dieser Runde aus den Top Ten der DEL-Rangliste heraus gerutscht war und damit auch aus den für die Teilnahme an den Play-offs berechtigenden Plätze. Um sich nun mit dem Ertrag der Reise in den Schwarzwald wieder auf den neunten Rang vorzuschieben, indes: Das Rennen um die Plätze neun und zehn, die letzten beiden für die Pre-Play-offs, ist enger denn je - und Schwenningen als Zwölfter mit 57 Punkten aus 42 Partien nur deren zwei zurück.

„Es ist ein ganz wichtiges Auswärtsspiel für uns“, hatte Ryan Olsen daher nach dem zweiten Drittel bei Magenta-Sport gesagt. Dass die Löwen, für die es am Mittwoch (19.30 Uhr) mit einem Heimspiel gegen den Tabellenvorletzten Augsburg weitergeht, da schon auf Erfolgskurs lagen, war auch sein Verdienst. Der Stürmer, der sich mit seinem bisweilen überharten Einsatz schon längere Sperren und auch einige Diskussionen um seine Person eingehandelt hat, bewies diesmal treffliche Qualitäten, in einem wilden zweiten Drittel mit fünf Toren, als Vertreter des immer noch nicht genesenen Top-Scorers Dominik Bokk in der Reihe mit Ranford und Rowney.

Durch Tylor Spink (23. Minute) waren die Löwen in Rückstand geraten, aber sie schlugen zurück, in Unterzahl: Nathan Burns klaute den Puck, wuchtetete sich an der Bande entlang, spielte ihn in die Mitte - wo ihn Carson McMillan gar nicht richtig traf, aber vielleicht gerade deshalb an Joacim Eriksson vorbeimogelte (26.). Schwenningens Goalie überwand dann auch Olsen mit einem krummen Ding, einen Schlagschuss fälschte er irgendwie ab (32.). Um dann, als die Gastgeber durch Brendan DeFazio (37.) wieder ausgeglichen hatten, ein der Rolle als Bokk-Vertreter würdiges Meisterwerk abzuliefern: Die Scheibe erobern, hinter dem Tor auf die andere Seite kurven - und sie mit der Rückhand Rowney so zu servieren, dass dieser sie nur noch einschieben muss (38.).

Für Schwenningen-Spezialist Rowney war es der fünfte Treffer in der vierten und letzten Hauptrunden-Begegnung mit den Wild Wings, satte zehn von zwölf möglichen Punkten holten daraus die Löwen. Daran änderte sich im letzten Drittel nichts mehr, trotz zweier Powerplaytore: Reece Scarlett für Frankfurt (48.), Ville Lajunen für Schwenningen (51.). Und einigem Nervenkitzel, bis es geschafft war. „Unsere Mannschaft hat hart gekämpft die ganzen 60 Minuten“, betonte Rowney. „Sie haben im letzten Drittel sehr gedrückt, aber wir haben das gut hingekriegt und uns den Sieg verdient.“

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