Eishockey DEL2, Loewen Frankfurt - EHC Freiburg
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Die Löwen-Kollegen Lewandowski (links) und Mitchell gratulieren: Max Faber (Mitte) ist zurück – und trifft prompt entscheidend.

Eishockey

Extraschicht mit märchenhafter Pointe

  • Markus Katzenbach
    vonMarkus Katzenbach
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Die Verlängerung hätten sich die Löwen gegen Freiburg gerne gespart, doch es lohnt sich: Nach fast einem Jahr ohne Spiel trifft Max Faber schließlich entscheidend, beschert den Löwen den Sieg - und sich einen Wiedereinstand nach Maß.

Frankfurt – Plötzlich bekam dieser Sonntagabend noch eine fast schon märchenhafte Schlusspointe. Eigentlich war es für die Frankfurter Löwen ja ärgerlich gewesen, überhaupt noch einmal in die Extraschicht zu müssen. Aber dann rauschte in dieser Verlängerung ihr so lange vermisster Verteidiger Max Faber noch einmal von hinten nach vorne und gab der umkämpften Begegnung gegen die Freiburger Wölfe den entscheidenden Schuss, in seinem ersten Spiel nach fast einem Jahr – und dem Frankfurter Eishockey-Zweitligisten war mit diesem 4:3 (1:1/2:0/0:2/1:0) so doch noch der Sieg in einem Spitzentreffen der DEL 2 zuteil geworden. Und Faber ein Comeback mit besonderem Erfolgserlebnis.

„Am Ende war es ein verdienter Sieg“, meinte Franz-David Fritzmeier, der Frankfurter Trainer und Sportdirektor. „Wir sind froh, Freiburg geschlagen zu haben. Sie waren die heißeste Mannschaft der Liga.“ Mit neun Siegen in Serie waren die Wölfe an den Ratsweg gekommen, nun kassierten sie die erste Niederlage überhaupt im Februar, bei der letzten Gelegenheit. Dafür bescherten sie den Frankfurtern ein Deja-Vu-Erlebnis, auf das diese gerne verzichtet hätten. Genau 9,3 Sekunden standen noch auf der Anzeigetafel, als Christian Billich den Puck an Goalie Bastian Kucis vorbei ins Tor der Löwen drückte, und damit hatten diese innerhalb von drei Tagen zum zweiten Mal in den letzten Minuten eine 3:1-Führung verspielt. Am Freitagabend bei den Lausitzer Füchsen vom Tabellenende, am Sonntag gegen Billichs Wölfe.  

Diesmal immerhin fand die Fortsetzung für die Löwen ein glückliches Ende, zurecht: Sie spielten auch ungleich besser als in der Lausitz, als Fritzmeier ihnen „gar keinen Willen, gar keinen Einsatz“ attestierte. „Wir haben uns vom Freitag gut erholt gezeigt. Im zweiten Drittel haben wir das Spiel deutlich übernommen, im letzten Drittel eigentlich gar nichts abgegeben“, konnte er nun festhalten, indes: „Am Ende haben wir kurz geschlafen.“ Mit Folgen: Gut zwei Minuten vor Schluss verkürzte Chad Bassen für Freiburg, dann schlug Billich zu – und den Löwen reichten die beiden erfolgreichen Schlagschüsse von Eric Stephan (8. und 35.) sowie das Tor von Christian Kretschmann (34.), der einen weiteren Schlagschuss von Marius Erk abfälschte, noch nicht zum Sieg. Aber dafür war dann ja der so lange verletzte Rückkehrer Faber zuständig.

So war es auch ein Abend der Comebacks und Premieren. Der frisch aus der Lausitz verpflichtete Stürmer Kale Kerbashian gab seinen Einstand in Frankfurter Farben, und sein Erste-Reihe-Kollege Sebastian Collberg - in  Weißwasser bereits dabei - spielte zum ersten Mal nach seiner Verletzungspause wieder daheim.

„Das war schon besser als am Freitag“, urteilte Collberg in eigener Sache, und: „Das wird aber sicher noch ein paar Spiele dauern, bis die Form wieder richtig da ist." Das wird umso mehr für Max Faber gelten, dem der lange Mangel an Spielpraxis schon hier und da anzumerken war, und auch für Kerbashian, der sich noch im Löwen-System wird einfinden müssen. Beide aber machten gleich im ersten Einsatz Hoffnung für den weiteren Saisonverlauf: Faber nicht nur wegen seines Tores, Kerbashian mit zumindest einigen Andeutungen von Tempo und Spielwitz.

„Er ist ein sehr guter Skater und Schütze", lobte Sebastian Collberg den neuen Mitspieler. „Er wird uns gut tun." Die nächsten Gelegenheiten dazu bietet der Kalender im Zwei-Tages-Takt – angefangen mit den Gastspielen in Bayreuth am Dienstag (20 Uhr) und bei den Hessenrivalen und Spitzenreitern von den Kassel Huskies am Donnerstag (19.30 Uhr). In rascher Folge und mit wieder volleren Löwen-Reihen.

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