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Feuerwerk zum Comeback

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Von: Markus Katzenbach

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Einlauf mit traditionellen Frankfurter Feuer-Fontänen: Adam Mitchell ist zurück auf dem Löwen-Eis.
Einlauf mit traditionellen Frankfurter Feuer-Fontänen: Adam Mitchell ist zurück auf dem Löwen-Eis. © Nadine Roith/Jan Huebner

Adam Mitchells Löwen-Rückkehr hätte kaum besser gelingen können. Der Neustart des alten Kapitäns beim 6:0 gegen Freiburg weckt Hoffnungen - und Vorfreude auf die Fortsetzung.

Frankfurt -Das erste Mal richtig in Erscheinung trat Adam Mitchell als Sichtschutz, und auch das tat er schon sehr erfolgreich. Noch keine drei Minuten waren gespielt, da schob er sich vor Luis Benzing und versperrte dem jungen Goalie der Freiburger Wölfe den Blick - weshalb dieser wenig Chancen hatte, den Schuss von Kyle Sonnenburg abzuwehren. Was nur einer von gleich drei frühen Paukenschlägen war, mit denen für die Frankfurter Löwen das Comeback ihres ehemaligen Kapitäns begann, und es sollte auch ein gutes Ende finden. Nach der letzten Sirene des Freitagabends verbuchte der Meisterschafts- und Aufstiegsanwärter aus der zweiten Klasse des deutschen Eishockeys ein deutliches 6:0 (3:0, 1:0, 2:0) gegen den Tabellenzehnten Freiburg und Adam Mitchell einen Wiedereinstand, der kaum besser hätte gelingen können.

"Mitchy ist ein absoluter Führungsspieler. Er hat die Erfahrung und kann uns noch so viel beibringen. Er hat das heute auch super gemacht", lobte Verteidiger Marius Erk, nicht ohne zu betonen: "Aber war vor allem das ganze Team super drauf."

Ganz früh schon hatten die Frankfurter in die Erfolgsspur gefunden. Mit Nathan Burns traf in der zweiten Minute eine weitere Januar-Verpflichtung, im übrigen nach Vorarbeit von Brett Breitkreuz, wie Mitchell ein prominenter Löwen-Rückkehrer. Der ehemalige Kapitän wiederum hatte nach gut fünf Minuten schon zwei Scorerpunkte auf dem Konto, weil er vor seinem Sichtschutz-Einsatz bei Sonnenburgs Treffer seinen Schläger im Spiel hatte und bei dem Tor von Rylan Schwartz (6.) zum 3:0 ebenso. In seinem ersten Spiel seit einer im März erlittenen Schulterverletzung wirkte der 39-jährige Deutsch-Kanadier, als wäre er nie weggewesen.

"Er hat clever gespielt, ist gut ins Spiel gekommen. Er hat das Auge und hat den Kopf oben", lobte Sportdirektor Franz-David Fritzmeier in der Pause nach einem ersten Drittel, das zumindest anfangs ein einziges Löwen-Feuerwerk gewesen war und auch einem spontanen Gast im VIP-Raum der ansonsten wegen der Corona-Regelungen für Zuschauer weiterhin nicht zugänglichen Eissporthalle am Ratsweg imponierte. "Das ist schon sehr stark für eine Zweite Liga", lobte Robert Reichel, einstiger NHL-Superstar und Legende aus Frankfurter Lions-Zeiten.

Adam Mitchell trug seinen Teil dazu bei, nicht zuletzt mit einigen klugen Pässen. Er harmonierte auch gleich gut mit seinen Nebenleuten Schwartz und Dylan Wruck, der später in einer ansonsten etwas verflachenden Partie herrlich Kevin Maginots 4:0 (37.) vorbereitete - ehe Breitkreuz (58.) und Max Faber (59.) für den deutlichen Endstand sorgten. Mit seiner Führungsstärke und spielerischen Klasse könnte Mitchell das fehlende Teil im Löwen-Puzzle sein, nach zuletzt wechselhaften Frankfurter Leistungen mit wiederkehrender Ladehemmung im Angriff und auch Nachlässigkeiten in der Abwehr.

Auch auf einen so starken Wiedereinstieg pflegt nach solch langer Pause naturgemäß noch die eine oder andere Schwankung zu folgen, ein erstes Mitchell-Urteil indes konnte Sportdirektor Fritzmeier schon nach dem ersten Drittel zufrieden fällen. "Er hat der Reihe mit Schwartz und Wruck gut getan und bringt auch noch mal spielerische Qualität dazu", fuhr er fort. "Training und Spiel sind immer noch mal etwas anderes, aber bis jetzt hat er uns sehr gut getan." Wie es in den nächsten Wochen im langen Endspurt der Hauptrunde weitergeht, ist bis auf den Besuch am Sonntag (17 Uhr) bei den Heilbronner Falken im übrigen ungewiss. Wegen der durch die vielen Corona-Spielausfälle nötigen Nachholtermine haben sich die DEL-2-Clubs darauf geeinigt, den Kalender anzupassen. Wie genau, klärt sich wohl am Wochenende. So oder so: Im Fall Mitchell ist der Neuanfang gemacht - und Vorfreude auf die Fortsetzung geweckt.

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