Löwen gewinnen auch das dritte Spiel.

Eishockey

Furiose Löwen Frankfurt kurz vor dem Einzug ins Playoff-Finale

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Drittes Spiel, dritter Sieg: Die Frankfurter Eishockey-Löwen können nach dem 7:4 gegen Dresden schon am Dienstag ins Finale der DEL 2 einziehen – nicht zuletzt dank ihrer vierten Reihe.

Frankfurt - Die Komplimente und Glückwünsche blockte Dominik Meisinger elegant ab und reichte sie gleich weiter. „Ich habe zwei Jungs neben mir, die arbeiten richtig hart, sind brutal schnell und technisch gut“, schwärmte der Stürmer aus der vierten Reihe der Frankfurter Löwen lieber von seinen Mitstreitern Mike Fischer und Magnus Eisenmenger, als das Lob für sich selbst in Anspruch zu nehmen, zu seiner Rolle nur soviel: „Ich versuche, ihnen ein bisschen Sicherheit zu geben und den defensiveren Part zu übernehmen.“

Eine wichtige offensive Aufgabe übernahm Dominik Meisinger diesmal freilich auch, mit dem fünften Löwen-Tor des Sonntags – ein wegweisender Beitrag zum 7:4 (3:3, 2:0, 2:1) des Frankfurter Eishockey-Zweitligisten gegen die Dresdner Eislöwen, dem dritten Sieg im dritten Spiel der Halbfinalserie. Zum Einzug ins Finale der DEL 2 fehlt nun nur noch ein weiterer Erfolg.

Schon am Dienstagabend (19.30 Uhr) gibt es in Dresden die erste Gelegenheit dazu. Die nächste böte sich im Fall einer Niederlage am Freitagabend dann wieder daheim in der Eissporthalle am Ratsweg, wo am Sonntag 5376 Zuschauer einen verdienten Sieg sahen, an dem es kaum Zweifel gab – trotz einiger Turbulenzen, gerade am Anfang.

Das erste Drittel war eines der spektakulärsten der gesamten Saison, furios und bisweilen kurios, höchst unterhaltsam für die Zuschauer, für die Trainer eher quälend. „So wollen wir nicht Eishockey spielen“, befand Matti Tiilikainen, der Frankfurter Headcoach. „Da haben wir in der Defensive falsche Entscheidungen getroffen und sie ihre Chancen sehr genutzt.“

Dank Thomas Pielmeier (5. Minute), Harrison Reeds Über- und (8.) und René Kramers Unterzahltreffer (13.) führten die sächsischen Eislöwen 2:0 und 3:1, obwohl meist nur die anderen Löwen aus Frankfurt stürmten. Diese schlugen aber zurück: Erst durch Matt Pistilli (9.), dann durch Adam Mitchell (15.) mit zwei und schließlich durch Mathieu Tousignant (15.) mit einem Mann mehr auf dem Eis – wobei Tousignants Treffer erstmal nur er selbst gesehen hatte. Der Puck war wieder aus dem Tor gerutscht, das Spiel lief weiter, ausnahmsweise mehr als drei Minuten keine Unterbrechung gab. Erst mit dieser Verspätung konnten die Schiedsrichter den Videobeweis bemühen, das Tor anerkennen und die Uhr zurückstellen: der dramaturgische Höhepunkt des ersten Aktes.

„Eigentlich sind wir keine Mannschaft, die viele Gegentore zulässt. Da haben wir ein bisschen Harakiri gespielt“, urteilte Meisinger und fasste den Rest des Geschehens auch richtig zusammen: „Aber ab dem zweiten Drittel haben wir zu unserem Spiel gefunden, die Tore in den richtigen Augenblicken geschossen und dann auch gut nachgelegt, als sie noch einmal herangekommen sind.“ David Skokan (32.) im Powerplay und er selbst (34.) trafen, und als Nick Huard (48.) noch einmal verkürzte hatte, konterte das Meisingers Nebenmann Mike Fischer prompt mit dem 6:4 (50.) – ehe Tousignant (53.) erneut in Überzahl den Rest besorgte.

Lob hatte Meisingers vierte Reihe schon vorher bekommen, durch ihre Eiszeiten den Löwen-Chefs Verschnaufpausen verschafft und nebenbei erstaunlich viel Strafzeiten herausgeholt. Nun gelangen im achten Spiel auch die ersten Tore der Play-offs. „Sie haben sich belohnt für die viele Arbeit vorher“, sagte Tiilikainen. „Dass wir mit vier Reihen durchwechseln können, gibt uns hoffentlich einen Vorteil.“

Tatsächlich wirkten die Seinen bis zum Schluss frisch, die vielbeschäftigten Sachsen-Stars um Jordan Knackstedt hingegen zunehmend müde. Ob sie daheim in Dresen am Dienstag das Aus noch einmal abwenden können? „Sie werden noch einmal alles versuchen“, warnte Dominik Meisinger. Was ein rasches und gutes Ende dieser Serie anging, klang er aber ganz zuversichtlich: „Wenn wir unser Spiel durchziehen, sind wir die bessere Mannschaft.“ Nicht zuletzt dank der Kraft aus vier Reihen.

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