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Die Löwen Frankfurt haben gegen den Ravensburg Towerstars mit 5:6 verloren. 

Eishockey DEL 2

Drama im letzten Drittel: Löwen Frankfurt unterliegen Ravensburg Towerstars

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Die Löwen Frankfurt haben gegen die Ravensburg Towerstars nach einem dramatischen letzten Drittel mit 5:6 verloren. 

Frankfurt - Die Besucher von den Ravensburg Towerstars formten sich auf dem Eis zu einer Jubeltraube, unter den Pfiffen der Frankfurter Zuschauer. Ganz glauben konnten es die Löwen-Anhänger am Montagabend wohl kaum, was sich da eben vor ihren Augen zugetragen hatte. Das dritte Finalspiel in der zweiten Klasse des deutschen Eishockeys war lange Zeit ein Beweis der Frankfurter Löwen-Macht gewesen – und dann hatten sie am Ende doch das Nachsehen, das war bitter: 

Löwen Frankfurt verlieren gegen Ravensburg Towerstars

Nach einem erfolgreichen Schlagschuss von Thomas Supis in der vorletzten Sekunde und einem desaströsen letzten Drittel mit sagenhaften sechs Gegentoren verloren sie die fast schon gewonnene Partie vor 6267 Zuschauern daheim in der Eissporthalle am Ratsweg mit 5:6 (1:0, 3:0, 1:6). 

In der DEL-2-Endspielserie liegen sie mit 1:2 hinten, am Mittwoch (19.30 Uhr) geht es in Ravensburg weiter. „Es gibt keine Ausreden, wir haben das selbst verpatzt“, räumte Matti Tiilikainen ein. „Wir das schnell abhaken, den Kopf hoch nehmen und am Mittwoch noch stärker zurückkommen“, legte der Löwen-Headcoach noch nach – während sein Gegenüber Rich Chernomaz, der frühere Frankfurter Meistermacher hinter der Ravensburger Bande, gar keine großen Worte machen wollte.

 „Ich bin stolz auf meine Mannschaft“, betonte er nach dem für ihn so glücklichen Ende eines dramatischen dritten Aktes – und nutzte die Gelegenheit der live aus dem kleinen Medienraum übertragenen Pressekonferenz nur noch, um Geburtstags- und Liebesgrüße an die Gattin drüben im VIP-Zelt zu schicken. 

Löwen Frankfurt schenken erneut Führung her

Lange hatte es an diesem Ostermontag nicht so ausgesehen, als sollte es bei Familie Chernomaz mehr als einen Geburtstag zu feiern geben. Dieses dritte Endspiel war auch in den ersten beiden Dritteln gewiss kein Frankfurter Osterspaziergang, doch eine sehr souveräne Vorstellung, mit klaren Kräfteverhältnisse – umso unfassbarer, dass im letzten Drittel 4:0- und 5:2-Führungen verspielt wurden. 

Schon im ersten Duell am Donnerstag hatten die Hessen einen Zwei-Tore-Vorsprung verschenkt und noch 3:5 verloren. Daraus aber schienen sie ihre Lehren gezogen zu haben. Das 3:1 (1:0, 1:0, 1:1) im zweiten Spiel am Samstag in Ravensburg war die passende Antwort darauf, auch mit den richtigen taktischen Mitteln. Headcoach Tiilikainen hatte seiner Mannschaft noch etwas mehr Absicherung vor Gegenstößen verordnet, das machte sich bezahlt. Auf die Abwehr war so Verlass, und vor allem auf einen Angreifer auch: 

Bester Mann: Löwe David Skokan

David Skokan, erst Ende Januar zum Löwenrudel gestoßen und bislang der beste Spieler der Finalserie, war an Tim Schüles 1:0 beteiligte, erzielte das 2:0 und steuerte mit einem feinen Solo als Vorarbeit obendrein den Löwen-Anteil zu Matt Pistilis 3:0 bei. Eine Extra-Portion Applaus war David Skokan am Ostermontag so schon beim üblichen Aufs-Eis-Lauf-Ritual sicher, und es war nicht der letzte Anlass, dem slowakischen Nationalspieler aus der Löwen-Kurve zu huldigen. 

Das Spiel wurde wieder von den Gastgebern bestimmt, spielerisch und läuferisch überlegen, gleichzeitig darauf bedacht, nicht die Kontrolle zu verlieren. Und sie hatten treffliche Überzahlkommandos gegen ziemlich ruppige Ravensburger: Brett Breitkreuz traf (17.) auf Vorlage von Skokan, dieser dann selbst in doppelter zu (32.) und Kapitän Adam Mitchell kurz darauf auch in einfacher Überzahl (33.).

Am Ende überschlagen sich die Ereignisse in Frankfurt 

Nach einem Foul an Mike Fischer verwandelte Skokan noch einen Penalty (38.). Alles klar? Durch Andreas Driendl (43.) und Robin Just (50.) verkürzte Ravensburg zwar, doch nur 16 Sekunden nach dem zweiten Towerstars-Treffer sorgte Lukas Koziol an seinem 23. Geburtstag wieder für eine vermeintlich beruhigende Frankfurter Drei-Tore-Führung. „Spätestens nach dem 5:2 hatte man schon das Gefühl, dass Frankfurt hier auf einen klaren Sieg zusteuert“, meinte DEL-2-Geschäftsführer René Rudorisch. Die Sache schien geregelt – und dann überschlugen sich die Ereignisse. 

Supis trifft die Löwen ins Herz

Bei einer umstrittenen doppelten Unterzahl der Löwen nahm Chernomaz noch den Towerstars-Goalie vom Eis, mit drei Feldspielern mehr verkürzte nach diesem taktischen Kniff erneut Just (53.), dann traf Mathieu Pompei (57.), das war kurios – Sekunden zuvor war Kevin Maginots Schuss hüben am Pfosten gelandet, die Löwen-Torsirene fälschlich aufgeheult und dann drüben das 5:4 gefallen. 

Damit nicht genug: Just glich 38 Sekunden vor Schluss aus, und dann traf Supis die Löwen ins Herz. Bitter obendrein: Die letzten drei Gegentore waren wegen Foul- und Abseitsfragen umstritten, den Löwen half das nach dem ganzen Wahnsinn nichts mehr. Da galt im raschen Zwei-Tages-Takt der Finalrunde nur eines: „Wir müssen unsere Lektion lernen“, mahnte Headcoach Tiilikainen. So schnell wie möglich.

Von Markus Katzenbach

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