Das erste Finale der Löwen ging daneben.

Eishockey

Löwen Frankfurt verlieren nervenaufreibendes erstes Finale gegen Ravensburg

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Der erste Schritt in Richtung Meisterschaft ging daneben. Die Löwen Frankfurt verloren das erste Finalspiel der DEL2 gegen die Ravensburg Towerstars vor 5683 Zuschauern mit 3:5 (1:0, 2:3, 0:2).

Frankfurt - Es war ein spannendes, kampbetontes und ausgeglichenes Match, bei dem den Fans alles geboten wurde: Dramatik, gutes Eishockey, Prügeleien, viele Tore. „Das war das beste Eishockey, das ich in dieser Saison in der DEL2 gesehen habe. Ein echtes Play-off-Match.

Heiß umkämpft, spannend, hart, aber auch schnell und mit guten Spielzügen auf beiden Seiten. Ich freue mich schon auf eine tolle und lange Serie“, schwärmte der anwesende DEL2-Geschäftsführer René Rudorisch. Am Samstag treffen beide Teams in Ravensburg aufeinander, am Ostermontag um 18.30 Uhr wieder am Ratsweg. Zum Titelgewinn werden vier Siege benötigt. Die Spannung hätte kaum größer sein können.

Es kommt nicht so oft, dass im Play-off-Finale die beiden Teams aufeinandertreffen, die die Hauptrunde derart beherrscht hatten. In der diesjährigen DEL2 war es der Fall. Die Löwen Frankfurt sowie die Ravensburg Towerstars sind die besten Teams der Liga. Markante Leistungsunterschiede wurden im bisherigen Saisonverlauf kaum ausgemacht, umso größer war die Spannung vor dem ersten Bully. Bevor es jedoch so weit war, sang erst einmal die weltbekannte Sopranistin Anna-Maria Kaufmann, die seit der gewonnenen Meisterschaft 2017, als sie die Finalserie ebenfalls mit der deutschen Nationalhymne eingeleitet hatte, als Glücksbringer der Löwen gilt.

 Anschließend wurden die Starting Six vorgestellt. Den größten Applaus bekam, wie nicht anders zu erwarten war, der gegnerische Trainer. Rich Chernomaz, Meistermacher und Idol des Frankfurter Eishockeys, wurde es für wenige Sekunden vergönnt, im Mittelpunkt des Geschehens zu stehen. Doch dann kamen an die Reihe die Spieler. Beide Teams begannen vorsichtig. In der 3. Minute musste der Ravensburger Tim Brunnhuber für zwei Minuten raus. Das Powerplay der Löwen ließ eher schleppend. Doch dann schoss Tim Schüle eher harmlos aufs Tor, der im Slot lauernde Brett Breitkreuz fälschte ab und die Scheibe trudelte zwischen den Beinen von Jonas Langmann ins Netz (4.). In der Folgezeit machten die Schiedsrichter klar, dass sie sich gleich Respekt verschaffen wollen.

Erst musste in die Kühlbox der Frankfurter Carter Proft, wenig später der Towerstars-Stürmer Vincenz Mayer. Dies ergab einige gute Chancen für die Gastgeber. Und einen Wechselfehler der Oberschwaben, die mit sechs Feldspielern auf dem Eis waren und dafür eine Strafzeit hinnehmen mussten. 23 Sekunden durften die Frankfurter Fünf-gegen-Drei spielen, stellten sich dabei aber wie so oft in der Saison dumm an.

Besser lief es, als der vierte Ravensburger aufs Eis kam. Chancen gab es en Masse, nur das 2:0 ist nicht gefallen. Mit zunehmender Dauer des ersten Drittel kamen die Gäste besser ins Spiel. Ilja Andryukhov bekam nun öfter Gelegenheit, sein Können unter Beweis zu stellen. Was er bravourös tat. Kurz vor der Sirene verlor Dalton Yorke sträflich den Puck, eroberte ihn aber super zurück, bediente Lukas Koziol, dem fast das 2:0 gelungen wäre. Eineinhalb Minuten vor der Sirene hatten auch die Löwen einen Spieler zu viel auf dem Eis, was Unterzahl zur Folge hatte. Richtig torgefährlich stellten sich die Ravensburger während der zwei Minuten aber nicht an. Im mittleren Spielabschnitt stand im Mittelpunkt zunächst erneut Ilja Andyukhov. Vor allem während der Strafzeit von Proft. Dann wurde David Skokan unfair angegangen. In der daraus resultierenden Box-Einlage ließ er Ondrej Pozivil seine Fäuste deutlich spüren. Während der Frankfurter Slowake in der Kühlbox Platz nahm, musste sein tschechischer Opponent zur Verarzten in die Kabine. Für ihn saß die Strafe ein Nachwuchsspieler ab. Kaum wieder vollzählig, fuhren Mathieu Tousignant und Adam Mitchell einen guten Konter, der auf der Kelle von von Langmann landete. Besser machte es Tousignant in der 33. Minute, als er völlig frei an der gegnerischen blauen Linie den Puck Dan Spang bekam, aufs Tor von Langmann zufuhr und den Keeper dann auch noch geschickt verlud.

Nun folgte eine verrückte Phase. Die Freude über das 2:0 dauerte nur 54 Sekunden. Kevin Maginot verlor an der gegnerischen „Blauen“ die Scheibe, die Gäste fuhren einen Konter, Mathieu Pompei ließ Andryukhov keine Chance. Die Antwort der Löwen ließ aber nur neun Sekunden auf sich warten. David Skokan schnappte sich nach dem Bully den Puck, überlief alle Gegner und bezwang auch Langmann gekonnt. Das Powerplay bescherte den Löwen eine große Chance durch Ed Lewandowski, doch die nummerische Überlegenheit wurde durch ein Foul von Max Faber beendet. Nun waren es die Ravensburger, die mit einem Mann mehr spielen durften. Und haben diesen Vorteil auch genutzt. Den Anschlusstreffer markierte erneut Pompei (39.). Was war plötzlich los. Noch vor der Sirene glich 40 Sekunden später Vincenz Mayer sogar aus. Zu Beginn des dritten Drittels verfehlte Matthew Pistilli das leere Tor, dann scheiterte Brett Breitkreuz mit einem Buerntrick knapp.

Die von Skokan angeführte zweite Reihe sorgte für den meisten Druck. Die Parade-Reihe um Kapitän Mitchell wirkte hingegen vorm Tor manchmal zu verspielt, Dann unterlief ein dicker Patzer Verteidiger Leon Hüttl, doch Andryukhov rettete gegen David Zucker artistisch. Das anschließende Bully gewannen die Gäste. Und nun machte der bis dahin so starke russische Keeper einen folgenschweren Fehler. Er ließ die Scheibe fallen, so dass der Tscheche Jakub Svoboda zur ersten Führung der Ravensburger traf. Gleich danach musste der Torschütze auf die Strafbank. Lewandowski und Breitkreuz hatten den Ausgleich auf dem Schläger, doch er fiel nicht. In der Folgezeit gab es einige Auseinandersetzungen, viereinhalb Minuten vor dem Ende wurde Maximilian Eisenmenger hart in die Mangel genommen, die Unparteiischen schickten aber nur den Frankfurter raus.

Zweieinhalb Minuten vor dem Ende verließ Andryukhov den Kasten. Die Löwen spielten mit sechs Feldspielern alles oder nichts. Und es ging schief. Robin Just erzielte den Empty Netter. Das Löwen-Tor blieb weiterhin leer, nun hätten aber schon zwei Tore fallen müssen. Es fielen aber nur noch Schläge, die Tousignant und Sören Sturm getauscht hatten.

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