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Löwen Frankfurt (Symbolbild)

Eishockey

Löwen-Partner Köln zieht es nach Bad Nauheim

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Den bisherigen Löwen-Partner zieht es in die Nachbarschaft, bei der Frankfurter Suche nach einer neuen Zusammenarbeit fehlt zumindest noch die Vollzugsmeldung.

Frankfurt - Den bisherigen Löwen-Partner zieht es in die Nachbarschaft, bei der Frankfurter Suche nach einer neuen Zusammenarbeit fehlt zumindest noch die Vollzugsmeldung. Der EC Bad Nauheim und die Kölner Haie verkündeten am Montag offiziell, was länger schon ein recht offenes Geheimnis war: Der Eishockey-Zweitligist aus der Wetterau kooperiert künftig mit dem DEL-Club aus der Domstadt, der zuvor bei der Weiterentwicklung junger Spieler im Austausch mit den Löwen stand. „Wir haben in beiderseitigen Einvernehmen beschlossen, diese Kooperation zu beenden“, erklärt der Frankfurter Sportdirektor Franz-David Fritzmeier.

Zwei Jahre währte die Partnerschaft zwischen Kölnern und Frankfurtern, die weitgehend einem Modell folgte, das zwischen vielen Erst- und Zweitligisten besteht und das mal mehr, mal weniger gut funktioniert: So sammelte der eine oder andere mit einer Förderlizenz ausgestattete junge Hai Spielpraxis in Frankfurt, die er in der ersten Klasse nicht bekommen hätte. Während noch jüngere Löwen-Talente die Möglichkeit hatten, in Kölner Farben auf höchstem Jugend-Niveau in der Deutschen Nachwuchs-Liga (DNL) zu spielen. Dieses Dreieckskonstrukt indes stieß zuletzt an Grenzen – was auch damit zusammenhängt, dass in Frankfurt auf die Rückkehr in die oberste Etage hingearbeitet wird, auf das Jahr 2021, wenn sich die Tür nach oben wieder öffnet.

„Wir müssen unabhängiger sein für den Aufstieg in die DEL“, betont Fritzmeier. Der Aufbau einer für den Aufstieg tauglichen Mannschaft hat begonnen. Eigene Zukunftshoffnungen wie Leon Hüttl, Mike Fischer oder die Eisenmenger-Brüder Maximilian und Magnus trumpften dabei schon jetzt erstaunlich stark auf und standen entsprechend viel auf dem Eis.

Förderlizenzspieler aus Köln indes konnten sich weniger durchsetzen, und es wurden auch weniger abgestellt als ursprünglich angedacht. Sie spielten bereits in der Hauptrunde keine allzu große Rolle, in den erst mit der Finalniederlage gegen die Ravensburg Towerstars beendeten Play-offs der DEL 2 dann fast gar nicht mehr. Abgesehen von Ersatztorwart Bastian Kucis, dessen 24 Einsätze eine gute Weiterentwicklung belegen. „Ihn hätten wir gerne behalten, aber er steht noch in Köln unter Vertrag“, berichtet Fritzmeier.

Gut möglich, dass Kucis in Bad Nauheim künftig mit Felix Bick um den Platz im Rote-Teufel-Tor ringt – jenem Bick, dem er vor dessen Rückkehr in die Wetterau Konkurrenz im Löwen-Kader machte. In Bad Nauheim, wo sechs Jahre mit der Düsseldorfer EG kooperiert wurde, freut man sich in jedem Fall auf Verstärkungen aus Köln. „Der Austausch mit den Haien hat gezeigt, dass wir einen gemeinsamen Nenner hinsichtlich der Weiterentwicklung junger Spieler haben“, sagt Geschäftsführer Andreas Ortwein – während es der neue Partner begrüßt, dass in der Wetterau die eigenen Talente fester eingeplant werden dürften als in Frankfurt.

„Die Roten Teufel bringen alles mit, um unsere jungen Spieler weiterzuentwickeln. Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit und viel Spielpraxis“, betont der Kölner Sportdirektor Mark Mahon. Was nebenbei so klingt, als hätte er sich schon mehr Eiszeiten für den Haie-Nachwuchs in Frankfurt gewünscht. Wenn wiederum bei den Löwen für Einsätze vorgesehene Youngster wie Mick Köhler kurzfristig wieder an den Rhein abgezogen wurden, sorgte das dort auch kaum für Begeisterung.

So oder so haben die alten Partner inzwischen unterschiedliche Interessen: Die Haie brauchen im Grunde eine Art Farmteam. Und die Löwen haben selbst jetzt so viele junge Spieler, dass sie vermutlich gar nicht immer alle unterbringen. An die zehn dürfte der ambitionierte Zweitligist nächste Saison unter Vertrag haben, die für eine Doppel-Lizenz in Frage kommen, zum Teil aber zu alt für die DNL sind.

Ein interessantes Spekulationsobjekt auf der Partnerbörse wären da die Krefelder Pinguine: ein DEL-Vertreter, der neuerdings auch eine Mannschaft in der Oberliga haben wird. Dort könnten sich Frankfurter Talente wie Torwart Nils Kapteinat auf einer höheren Ebene als in der DNL bewähren, und hin und wieder dürfte auch mal ein Krefelder Erstliga-Crack in Frankfurt auflaufen. Vorrang hat das nicht. „Es geht nicht darum, dass wir Spieler für einen anderen Verein ausbilden, sondern dass wir unseren Spielern Spielpraxis geben“, erklärt Fritzmeier. „Wir stehen in guten Gesprächen mit einem neuen Kooperationspartner.“ Was klingt, als gebe es auch in dieser Sache bald Nachrichten.

von Markus Katzenbach

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