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Auf ihrem Weg in Richtung DEL kommen die Löwen auch ohne Titel gut voran. Mit Breitkreuz und Schüle verabschieden sich nun bekannte Gesichter.

Ein großer Schritt in die Zukunft

Den Titel in der DEL 2 haben die Frankfurter Löwen nicht gewonnen, aber viele Erfahrungswerte

Auf ihrem Weg in Richtung DEL kommen die Löwen auch ohne Titel gut voran. Mit Breitkreuz und Schüle verabschieden sich nun bekannte Gesichter.

Frankfurt. Zwischendrin gab es einen Halt bei einer Fastfood-Kette, unterwegs das eine oder andere Bier. Ausnahmsweise, die Saison schließlich war gerade zu Ende gegangen und die bittere Schlusspointe musste noch verdaut werden. Als der Mannschaftsbus nach den 380 Kilometern der letzten Heimreise dieser Runde gegen halb drei in der Nacht auf Mittwoch an der Eissporthalle am Ratsweg ankam, war der erste Frust unter den Frankfurter Löwen gewichen, die Wehmut über die verpasste Meisterschaft der zweiten Klasse des deutschen Eishockeys weitgehend vom Stolz über das Erreichte verdrängt. 

„Ein Finale zu verlieren ist immer der höchste Grad der Enttäuschung. Du bist so nah dran und musst dann den anderen beim Feiern zuschauen“, sagte Sportdirektor Franz-David Fritzmeier, nach einet kurzen Nacht indes überwog endgültig die Erkenntnis: „Insgesamt haben wir eine Top-Saison gespielt. Es ist fast mehr eingetroffen, als wir selbst vorher gesagt haben.“

Vor dem Start hatten andere Mannschaften als Favoriten gegolten

Dass die Löwen die Hauptrunde in ihrem fünften DEL-2-Jahr erstmals als beste Mannschaft abschließen, dass sie souverän ins Finale einziehen würden – das durfte nach der großen Runderneuerung am Ratsweg kaum erwartet werden. Vor dem Start hatten andere Mannschaften als Favoriten gegolten: Die Hessenrivalen von den Kassel Huskies etwa, die nicht mal das Viertelfinale erreichten, die Titelverteidiger von den Bietigheim Steelers, für die vor dem Halbfinale Schluss war. 

Und die Ravensburg Towerstars, die sich tatsächlich den Titel holen sollten, am Sonntag mit dem vierten Sieg im sechsten Spiel einer packenden Finalserie gegen Frankfurter Löwen, die nicht unbedingt die schlechtere Mannschaft waren und auch ihre Chancen hatten, in diesem Duell mehr als Erfahrungswerte zu gewinnen. „Einerseits ist das bitter, andererseits haben wir viel gelernt“, meinte Fritzmeier.

"Das war ein großer Schritt in die Zukunft"

„Viele haben da noch einmal Lehrgeld bezahlt, vielleicht waren wir individuell für den Sieg im Play-off-Finale noch nicht bereit. Von dieser Saison werden aber viele Spieler von uns extrem profitieren.“ Und die Löwen, beim Aufbau eines für den ab 2021 wieder möglichen Aufstieg in die DEL tauglichen Rudels. „Die Weiterentwicklung der Mannschaft ist zu 100 Prozent gelungen, Erfolg hatten wir auch“, lobt der Sportdirektor. „Das war ein großer Schritt in die Zukunft.“ 

Was der nächste wird? „Dass sich die Mannschaft noch mehr stabilisiert“, betonte er. „Deshalb wird sie in großen Teilen zusammenbleiben. Einige Abgänge müssen wir verkraften. Das wird schwer, bietet aber auch die Chance, die Mannschaft noch weiter zu formen.“ Bei der Saisonabschlussfeier an diesem Dienstag um 19 Uhr in der Festhalle Haussmann auf der Dippemess’ wird Abschied genommen von vertrauten Gesichtern: Publikumsliebling Brett Breitkreuz und Tim Schüle etwa zieht es weg, den kaum zum Zug gekommenen Antti Kerälä auch. 

Dafür wird DEL-2-Topscorer Roope Ranta nicht der einzige namhafte Neuzugang bleiben, und zwei Junioren-Nationalspielern setzen den Jugendtrend fort – alles für die erstklassige Zukunft. „Wir werden noch ein bisschen Feintuning betreiben, damit es im nächsten Jahr hoffentlich perfekt ist“, erklärte Fritzmeier. 2020 beginnt das Rennen in die erste Klasse richtig – und spätestens dann will man am Ende selbst feiern.

Kommentar von Markus Katzenbach:

Für den letzten Schritt zum Zwischenziel reichte es dann doch nicht. Das Meisterwerk muss warten, dafür haben die insgesamt ja recht jungen Eishockey-Löwen aus Frankfurt auch noch zwei Jahre Zeit. Bei der Entwicklungsarbeit für eine erstklassige Zukunft aber ist man im ersten Teil eines Dreijahresplans schon erstaunlich weit gekommen, und der Spagat, gleichzeitig Erfolge in der Gegenwart zu liefern, hätte so viel besser auch nicht gelingen können: 

Mit einem Hauch mehr Glück und Cleverness wäre jetzt schon der Titel in der DEL 2 möglich gewesen, der 2021 als Ticket für den dann wieder möglichen Aufstieg in die erste Klasse das ganz große Ziel ist. Die Richtung stimmt, und der große Unterschied zu früheren Frankfurter Zeiten und anderen aktuellen Standorten lautet: Auf diesem Löwen-Jahr kann man aufbauen.

von Markus Katzenbach

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