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Frohe Kunde zum Löwen-Weihnachtsmarkt

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Von: Markus Katzenbach

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Fröhliche Löwen-Mienen: Andreas Stracke (links) und Stefan Krämer (rechts) mit Franz-David Fritzmeier und einem vielleicht dann doch nicht ganz originalen Vertrag.
Fröhliche Löwen-Mienen: Andreas Stracke (links) und Stefan Krämer (rechts) mit Franz-David Fritzmeier und einem vielleicht dann doch nicht ganz originalen Vertrag. © Jan Huebner

Sportdirektor Franz-David Fritzmeier bleibt den Frankfurter DEL-Aufsteigern drei weitere Jahre erhalten. Die Löwen-Aussichten sind gut, aktuell wie allgemein.

Frankfurt - Die wichtige Personalie bekam ihren gebührenden Rahmen. Zum eigenen Weihnachtsmarkt, nach zwei Coronajahren endlich wieder möglich, hatten die Verantwortlichen der Löwen Frankfurt Freunde und Förderer in das schmucke Frankfurter Haus in Neu-Isenburg geladen, und sie nutzten den Termin in dem traditionsreichen Gasthaus, bei Glühwein und gutem Essen der Löwen-Familie eine exklusive Nachricht zu verkünden. „Du hast uns das große Ziel DEL ermöglicht. Das ist allein schon ein Grund, dass Du bleiben darfst“, wandte sich Gesellschafter Stefan Krämer an Franz-David Fritzmeier und fuhr in der lustigen Grundstimmung des Montagabends locker fort: „Weil es so schön war, machen wir das noch einmal drei Jahre.“

Im Dezember 2017 war Fritzmeier in Frankfurt angetreten, um den damaligen Zweitligisten fit für den Aufstieg in die erste Klasse des deutschen Eishockeys zu machen - eine Mission, die er dieses Jahr erfüllte und die gerade schon eine erfolgreiche Fortsetzung erfährt. „Gemeinsam mit Franz ist es uns gelungen, den sportlichen Bereich zu professionalisieren und den lange ersehnten Aufstieg zu verwirklichen - die erreichten Erfolge sprechen für sich. Franz-David Fritzmeier ist ein ambitionierter, weitsichtiger und perfekt ausgebildeter Sportdirektor, wie wir ihn uns wünschen“, erklärte der geschäftsführende Gesellschafter Krämer dann etwas formeller in der offiziellen Mitteilung des Clubs, und: „Genau wie wir selbst hat auch Franz große Ambitionen mit den Löwen, so dass wir uns auf die weitere Zusammenarbeit sehr freuen.“

Die frohe Kunde kurz vor Weihnachten war eine wegweisende Vollzugsmeldung, aber keine Überraschung, dazu war man sich in den wesentlichen Dingen zu einig und auch gemeinsam schon zu erfolgreich. 2019 und 2020 wurden die Löwen schon Erster der DEL-2-Hauptrunde. Nach einer nicht nur wegen Corona-Nöten schwierigen Saison 2020/2021 und dem Verpassen der ersten DEL-Chance bewältigten sie, zum dritten Mal in den vier vollen Fritzmeier-Zweitligarunden bestes Team der Punktspiele, im April 2022 als Meister dann tatsächlich den seit der Wiedereinführung des Aufstiegs im Jahr zuvor möglichen Weg in die erste Etage - zwölf Jahre nach der Insolvenz der Lions-Vorgänger.

Entwicklungsarbeit auf allen Ebenen

Nun gilt es, den Weg nach noch weiter oben zusammen fortzusetzen, Schritt für Schritt. „Ich freue mich sehr darüber und bin gleichzeitig sehr dankbar dafür, welch großes Vertrauen die Clubführung um Stefan Krämer und Andreas Stracke die letzten fünf Jahre in mich gesetzt hat und weiterhin in mich setzt“, teilte Fritzmeier mit. „Es macht mich stolz, die sportlichen Geschicke dieses großen traditionsreichen Clubs leiten zu dürfen.“ Der 42-jährige Bad Tölzer, der selbst 376 Erstliga- und 165 Zweitliga-Spiele bestritt, war bei den Kölner Haien schon Assistenztrainer und Sportdirektor auf DEL-Niveau, in Krefeld danach Headcoach und Sportdirektor. Inzwischen ist er in Frankfurt heimisch geworden, mit der längerfristigen Perspektive kommt nun auch die Familie nach Hessen.

An den ersten Anruf vor fünf Jahren kann sich Krämer noch gut erinnern, an das Vorhaben auch: „Wir wollen alles ändern.“ Um sich als seinerzeit amtierender Zweitliga-Meister aufstiegstauglich zu machen, sich die nötigen Strukturen zu geben, Entwicklungsarbeit auf allen Ebenen zu leisten, nicht zuletzt auch mit jungen, deutschen Spielern - das gab es vorher bei den Löwen nicht. Mit Fritzmeiers Kontakten und passendem Konzept kamen begehrte Talente wie Leon Hüttl oder Luis Schinko, in Frankfurt gereift und später zu Nationalspielern geworden - wie es nun Dominik Bokk als Neu-Löwe ist.

„Frankfurt wird große Möglichkeiten haben“

Die Verpflichtung des Jungstarstürmers war ein Coup des Managers vor dieser Saison, nicht der einzige: Fritzmeier hat eine Mannschaft zusammengestellt aus 16 Zweitliga-Meistern und gezielten Verstärkungen wie Bokk oder NHL-Veteran Carter Rowney, die nach 27 von 56 Hauptrundenpartien und bereits einigen begeisternden Spektakeln auf einem bemerkenswerten sechsten Tabellenplatz steht, mit schon 42 Punkten und weit weg von der Abstiegszone. Trotz einer zwischenzeitlich heftigen Verletzungsmisere, die langsam zu enden scheint: Gegen die fünftplatzierten Grizzlys Wolfsburg am Donnerstag (19.30 Uhr) dürften nur noch Reece Scarlett und Brendan Ranford fehlen, eventuell der erkrankte Chad Nehring.

Die Löwen-Aussichten sind gut, aktuell wie allgemein. „Es reizt mich sehr, dass Frankfurt große Möglichkeiten haben wird in Zukunft. Wir brauchen Geduld, aber wir sind ein immer noch junger Club, der Ziele hat“, meint Fritzmeier, im Wissen, dass die alte Eissporthalle fürs Erste die Möglichkeiten begrenzt und bis zu einer neuer Arena noch das eine oder andere Jahr zu überbrücken sein wird - sollte sie denn irgendwann tatsächlich kommen. „In der Eissporthalle funktioniert es nur über einen gewissen Zeitrahmen. Unser Ziel ist es immer, in einer großen Arena zu spielen. Wir alle tun auch alles dafür“, berichtete Krämer im Frankfurter Haus, mehr ließ er sich auch im launigen Bühnengespräch mit dem ewigen Hallensprecher Rüdiger Storch nicht zu dem leidigen Löwen-Dauerthema entlocken.

Dafür konnte sein Co-Gesellschafter Andreas Stracke, der 2010 nach der Lions-Pleite mit Krämer zum Löwen-Retter wurde, den erstklassigen Aufschwung mit Zahlen unterlegen. Mit einer verdreifachten Social-Media-Reichweite beispielsweise, oder dem Zuschauerschnitt von 5580. „Sensationell, was die Mannschaft leistet und wie die Stimmung in der Eissporthalle ist“, fasste Stracke zusammen. „Deshalb haben wir das vor zwölf Jahren gemacht“, schloss er, Und so soll es weitergehen, in bewährter Löwen-Zusammensetzung.

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