Eishockey DEL2, Loewen Frankfurt - EC Bad Toelz
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Kein Vorbeikommen: Der Tölzer Maximilian Leitner (vorne) behauptet den Puck gegen den Frankfurter Alexej Dmitriev.

Eishockey

Ein gebrauchter Abend für müde Löwen

  • Markus Katzenbach
    VonMarkus Katzenbach
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Die Frankfurter Aufholjagd in der DEL 2 wird von ausgebufften Tölzern vorerst gestoppt.

Frankfurt – Auch das letzte Mittel half nichts mehr, im Gegenteil. Patrick Klein hatte schon ein paar Mal gewunken, und knapp zwei Minuten vor dem Ende durfte der Torhüter der Frankfurter Löwen tatsächlich vom Eis, um Platz für einen sechsten Feldspieler zu machen – im verzweifelten Unterfangen, irgendwie doch noch diesen Zwei-Tore-Rückstand aufzuholen. Stattdessen schob Max French dann aber den Puck 31 Sekunden vor Schluss ins derart verwaiste Frankfurter Tor, zur endgültigen Entscheidung für seine Tölzer Löwen. Für die hessischen Namensvettern wiederum war das der letzte Rückschlag an einem gebrauchten Dienstagabend. Sie verloren so schließlich mit 1:4 (1:1, 0:2, 0:1) und wurden in ihrer erhofften Aufholjagd in der zweiten Klasse des deutschen Eishockeys erst einmal gestoppt.

Gegenüber den überzeugenden Auftritten jüngst beim EHC Freiburg (3:2) und die Lausitzer Füchse (6:1) war es in mehreren Belangen ein Rückschritt. „Wir konnten nicht so viel Druck ausüben wie auf die Gegner in den letzten Spielen. Bad Tölz ist aber auch eine gute Mannschaft, und sie haben es gut gemacht. Vielleicht waren wir heute nicht so frisch, nicht so scharf“, räumte Franz-David Fritzmeier ein. Immerhin habe man das Spiel lange eng halten können, fand der Frankfurter Sportdirektor und Trainer, der mit der Bilanz der Sondereinsatzkommandos im Mitteldrittel haderte: „Wir hatten drei Powerplays. Das hätten wir für ein, zwei Tore nutzen müssen, wie später Tölz. Dann geht das Spiel in die andere Richtung. So haben es die Special Teams entschieden.“

Sein Verteidiger David Suvanto sah das ähnlich. „Sie waren sehr effizient im Powerplay, wir nicht“, erkannte er – und wusste, dass die Frankfurter auch ihren größten Vorteil nicht hatten ausspielen können: „Sie hatten einen kleinen Kader, da hätten wir sie mit unseren vier Reihen eigentlich überrollen müssen.

Die Gäste aus Bayern waren mit nur acht Stürmern und fünf Verteidigern angereist – selbst für ihren Coach Kevin Gaudet, bekannt für kleine, dafür bestens besetzte Teams, ungewöhnlich wenig und einigen Ausfällen geschuldet. „Was die Jungs alle zwei Tage bringen, ist unglaublich. Das war vielleicht unser bestes Spiel in dieser Saison, und wir haben schon einige gute Spiele gemacht“, schwärmte Gaudet.

Den Frankfurter Löwen gelang das diesmal nicht, sie sind in diesen Tagen und Wochen auch noch mehr gefordert. Für sie war es das vierte Spiel in acht Tagen, und das nach dreieinhalb Wochen Zwangspause fast ohne Training wegen zweier Corona-Quarantänen – ein gnadenloses Programm, das wegen der vielen Nachholtermine bis zum Ende der DEL-2-Hauptrunde im April planmäßig so weitergehen soll. So schlecht spielten sie bei dieser Gelegenheit nun nicht, aber eben nicht genau und konzentriert genug. Bad Tölz war da ausgebuffter in der Abwehr und vor allem beim Torabschluss.

Es hatte auch schon nicht gut angefangen für die Meisterschaftsanwärter vom Main. Nach nur sechs Minuten hatte Gästestürmer Mario Lamoureux ihren Torwart Bastian Kucis beim Nachsetzen heftig mit dem Schläger gerammt, ungestraft im Übrigen. Der junge Goalie, der sich zuletzt zur ersten Wahl im Löwen-Tor gemausert hatte, blieb erst einmal eine Weile auf dem Eis liegen, dann schaffte er es immerhin aus eigener Kraft in Richtung Kabine, an Weiterspielen aber war nicht zu denken.

Für ihn kam Patrick Klein aufs Eis, der bei seinen Einsätzen in dieser Saison öfter keinen glücklichen Eindruck hinterließ und auch diesmal rasch geschlagen war. Einen Schuss des früheren Frankfurters Marco Pfleger konnte Klein nur zur Seite abwehren – ausgerechnet auf die Kelle von Lamoureux, mit der dieser kurz zuvor Kucis abgeräumt hatte: Eine bittere Löwen-Pointe.

Die Gastgeber am Ratsweg kämpften sich zurück, glichen durch Stephen MacAulay aus – um dann am Ende des zweiten Drittels entscheidend ins Hintertreffen zu geraten. Selbst hatten sie drei Überzahlphasen nicht in Tore umgemünzt. Die erste war noch gut, da traf Sebastian Collberg den Pfosten, die beiden folgenden dann weniger. „Ein 2:1 hätte uns neue Energie gegeben“, spekulierte Fritzmeier, selbst gebürtiger Bad Tölzer.

Wie es geht, zeigten die Gäste: Kenney Morrison (38.) und Max French (39.) trafen mit nur 38 Sekunden Abstand jeweils im Powerplay. .Tölz hat das eiskalt genutzt und uns dann nicht mehr ins Spiel kommen lassen“, bekannte Fritzmeier. In der Tat kam von seinen Frankfurtern nicht mehr viel, der Trainer und Sportdirektor blickte danach auch schon voraus: „Wir müssen uns regenerieren, und dann geht es gleich weiter.“ Schon am Freitagabend beim EV Landshut – und am Sonntag mit dem stets brisanten Hessenduell gegen die alten Rivalen von den Kassel Huskies. Für den Dienstag blieb das abschließende Urteil Franz-David Fritzmeiers: „Es war nicht unser Abend.“

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