Sportdirektor Franz-David Fritzmeier im Einsatz: Auch die Spielersuche ist in Corona-Zeiten bisweilen eine besondere Herausforderung.
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Sportdirektor Franz-David Fritzmeier im Einsatz: Auch die Spielersuche ist in Corona-Zeiten bisweilen eine besondere Herausforderung.

Eishockey

Heimatbesuch zu Weihnachten

  • Markus Katzenbach
    VonMarkus Katzenbach
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Dieser Löwen-Termin ist wie gemacht für das Familienfestprogramm von Sportdirektor Fritzmeier. Fehlt nur noch ein Sieg in Bad Tölz - und die Zusage des Carey-Ersatzes.

Frankfurt -Viel besser könnte der Spielplan nicht ins Familienprogramm passen. "Das ist optimal für mich", sagt Franz-David Fritzmeier über diese Termingestaltung in der zweiten Klasse des deutschen Eishockeys. Wenn die Frankfurter Löwen nach ihrem Auswärtsspiel beim EC Bad Tölz an diesem Donnerstag (19.30 Uhr) schließlich wieder in den Mannschaftsbus steigen und durch die Nacht nach Hause fahren, wird der Sportdirektor ausnahmsweise nicht an Bord klettern. Fritzmeier darf gleich in Bad Tölz bleiben, seiner Heimatstadt, um dort dann Heiligabend im Elternhaus und mit der Familie zu verbringen.

Der kürzestmögliche Weg hilft, auch weil "Weihnachten für uns immer kurz ist", wie er sagt: Rund um Weihnachten herrscht bei den Puckjägern traditionell Terminstress, viel Zeit für Festlichkeiten ist nicht. "Am 25. sind wir alle schon wieder hier in Frankfurt beim Training, und am 26. ist dann das nächste Spiel", erinnert Fritzmeier - am frühen Sonntagabend (18.30 Uhr) daheim am Ratsweg gegen den ESV Kaufbeuren, nach den jüngsten Corona-Beschlüssen wohl das vorerst letzte vor Zuschauern.

Auch der Manager hat in diesen Tagen genug zu tun, das hat unter anderem mit Matt Carey zu tun. Der als Leistungsträger fest eingeplante und als Führungskraft gerade für die Jüngeren bis dahin überzeugende Stürmer des DEL-2-Spitzenreiters hatte vorige Woche nach Vereinsangaben "eigeninitiativ entschieden, nicht mehr am Trainings- und Spielbetrieb teilzunehmen", und sei ohne Löwen-Erlaubnis in seine kanadische Heimat abgeflogen - und es dürfte ausgeschlossen sein, dass er noch einmal aufs Frankfurter Eis zurückkehrt.

Ersatz wurde jedenfalls gesucht und auch schon gefunden, zumindest ein Wunschkandidat. "Wir haben einem Importspieler ein Angebot gemacht", berichtet Fritzmeier, der auf eine rasche Zusage hofft. "Wir waren fleißig dran, haben uns sehr gestreckt und wären sehr froh, wenn wir den Spieler holen könnten." Der idealerweise im Fall eines baldigen Ja-Wortes am 30. Dezember im Heimspiel gegen den EV Landshut dann sein Löwen-Debüt geben könnte. "Das", sagt Fritzmeier, "wäre mein Wunsch".

Es soll nicht die einzige Nachverpflichtung bleiben. Gesucht wird nach wie vor ein Angreifer, der dem Kader mehr Tiefe gibt, doch das gestaltet sich schwierig. Während sonst Agenten regelmäßig ganze Listen mit wechselwilligen Spielern schicken, sei das Angebot in diesem Jahr "sehr dünn"; so Fritzmeier. Das hat seine Gründe, allgemeine und spezielle. Erstens haben auch die Erstligisten Angst vor Corona-Ausfällen mit großem Reservistenbedarf und lassen sicherheitshalber lieber einen Spieler mehr auf der Tribüne sitzen statt ihn ziehen zu lassen. Und das, zweitens, schon gar nicht zu den Löwen, die einzigen aufstiegsberechtigten Zweitligisten, für die im Fall einer Frankfurter DEL-2-Meisterschaft eine zweite Mannschaft von oben absteigen müsste, Stand jetzt. "Da sind die Clubs, die unten stehen, nicht begeistert, uns zu verstärken", meint Fritzmeier.

Zudem sind die Preise erstaunlich hoch, trotz Corona-Krise. Am liebsten wäre Fritzmeier, so schnell wie möglich Vollzug melden zu können. "Das wird sich aber eher noch bis Mitte Januar hinziehen", glaubt er. Bis dahin sollte auch klar sein, ob Ex-Kapitän Adam Mitchell nach seiner langen Verletzungspause noch einmal ein Thema werden könnte. Immerhin dürften die zuletzt angeschlagenen Verteidiger Daniel Wirt und Bobby Raymond zeitnah wieder einsatzbereit sein, vielleicht schon in Bad Tölz.

Dort erwartet den Tabellenführer wohl ein Dauerthema, das in den vergangenen Wochen für ein paar Dellen gesorgt hatte in der sonst erfolgreichen Bilanz der mit dem nun anstehenden 26. Spiel abgeschlossenen ersten Hauptrundenhälfte - sich zu behaupten gegen verbissen verteidigende und auf Konter lauernde Gegner, notfalls auch mal ohne Spektakel. So wie letztlich am vergangenen Sonntag mit dem 4:3 beim ESV Kaufbeuren, der nur eine Woche später zum Gegenbesuch kommt.

Ein Erfolg zwischendrin in Bad Tölz ist so oder so auch wichtig für Franz-David Fritzmeiers Weihnachtspläne. "Es wäre schon besser, wenn wir das gewinnen", sagt der Sportdirektor über das Löwen-Gastspiel in der Heimat der Eishockey-Familie Fritzmeier: "Sonst muss ich mir das den ganzen 24. Dezember anhören."

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