Löwen-Sportdirektor Franz-David Fritzmeier erwartet gegen Kassel ein "Derby zweier Favoriten".
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Löwen-Sportdirektor Franz-David Fritzmeier erwartet gegen Kassel ein "Derby zweier Favoriten".

Eishockey

Hessenduell mit offener Rechnung

  • Markus Katzenbach
    VonMarkus Katzenbach
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Die Kassel Huskies kommen an den Ratsweg und haben nach dem 1:6 daheim gegen die Löwen noch etwas gutzumachen. Nach ihren bodenlosen Anfangswochen haben die Nordhessen in die Spur gefunden - und zeigen mit einer Personalie, wie groß ihre Ambitionen auch ohne Chance auf den Aufstieg bleiben.

Frankfurt -Es geht Schlag für Schlag weiter. Kaum dass die Terminhatz in der zweiten Klasse des deutschen Eishockeys einmal für acht Tage ausgesetzt war, weil die Nationalmannschaft um den Deutschland-Cup spielte und gewann, ist der Betrieb schon wieder mit üblich flotter Frequenz aufgenommen worden. Auch in der Eissporthalle am Ratsweg, an diesem Freitagabend (19.30 Uhr) mit einer stets etwas spezielleren Begegnung: Die Löwen Frankfurt schließlich empfangen die Kassel Huskies, die diesmal neben der alten Rivalität unter Hessen auch noch eine offene Rechnung mitbringen - und nach katastrophalen Anfangswochen inzwischen in die Saison gefunden haben.

"Sie sind schwach gestartet. Es war aber auch klar, dass sie nach wie vor einer der Favoriten sind. Jetzt sind sie im Kommen", mahnt Löwen-Sportdirektor Franz-David Fritzmeier: "Es ist ein Derby zweier Favoriten, unabhängig vom Tabellenstand."

Während die DEL-2-Spitzenreiter aus Frankfurt mit ihrem Sieben-Siege-Superstart durch die Liga stürmten, verloren die Huskies von den ersten sieben Partien sechs, eine bodenlose Bilanz für einen Fast-Aufsteiger und Meisterschaftsanwärter, zumal ein auf Wiedergutmachung harrendes 1:6 daheim gegen die Löwen darunter war. Von den nächsten sechs aber gewannen sie fünf und schoben sich immerhin auf den neunten Tabellenplatz vor.

Wie groß die Kasseler Ambitionen auch ohne die durch einen Formfehler bei der Bewerbung selbst verbaute Chance auf den Aufstieg bleiben, ließ sich unter der Woche an einer Personalie ablesen: Den US-Amerikaner Mitch Wahl zog es von Erstligist Bremerhaven nach Nordhessen - ein Stürmer, der auf dem Transfermarkt begehrt war und sich die Unterschrift in Kassel gewiss entsprechend entlohnen ließ. Was man sich dort wohl leisten kann, dank eines neuen Sponsors.

Am Ratsweg dürfte Wahl sein Huskies-Debüt geben. Zu Gast bei Löwen, die nach ihrem Startrekord zwischenzeitlich selbst drei von vier Partien verloren und einen etwas müderen Eindruck machten, die zwei vor dem Deutschland-Cup und die erste danach aber wieder für sich entschieden. "Es war Zeit, dass die Pause kommt", meint Fritzmeier. "Es tut gut, wenn man so lange so eng zusammen ist, dass jeder mal für sich zur Ruhe kommen kann und dann mit frischer Energie zurückkehrt."

Der Neustart ist mit dem 5:3 gegen den EC Bad Tölz geglückt, ohne großen Glanz. Mit Nachlässigkeiten bei der Chancenverwertung und in der Verteidigung machte man sich selbst das Leben schwerer als nötig. Wichtig waren die drei Punkte, Lehren zogen die Löwen auch daraus. "Es ist eine Sache der Balance, daran müssen wir arbeiten", betont Fritzmeier, nun, da nur drei Tage später das nächste Heimspiel ansteht: "Natürlich wollen wir angreifen und die Scheibe haben, wir müssen aber auch hinten aufpassen." Im Hessenduell ganz besonders.

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