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Eishockey

Mit dem Kapitän zurück auf Erfolgskurs

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Seit Adam Mitchell wieder auf dem Eis ist, läuft es bei den Frankfurter Löwen in der DEL 2. Das soll auch im stets brisanten Hessen-Treffen mit den Kassel Huskies so weitergehen.

Frankfurt-Der wenig erfreuliche Ausgang der Dienstreise in den Crimmitschauer Sahnpark war rasch abgehakt. Eine lange Busfahrt aus Sachsen zurück durch den Sonntagabend, eine Aufarbeitung der ersten Enttäuschung des Kalenderjahres am Montagmorgen daheim in der Eissporthalle am Ratsweg - und dann, berichtet Adam Mitchell, "haben wir sofort wieder nach vorne geschaut". Zum einen schließlich soll die Niederlage bei den Eispiraten Crimmitschau, einem bei dieser Gelegenheit überraschend starken Tabellenletzten der DEL 2, höchstens eine kleine Delle im Aufwärtstrend sein und kein Anlass für neue größere Sorgen. Und zum anderen war gleich zum Wochenanfang der nächste Pflichttermin in den Fokus von Adam Mitchell und seinen Frankfurter Löwen gerückt. "Allen war klar: Am Freitag gibt es ein großes Spiel", betont der Kapitän.

Um 19.30 Uhr kommen die Kassel Huskies zu einem stets brisanten Hessen-Duell an den Ratsweg, das inzwischen auch wieder einmal ein Spitzentreffen zwischen zwei Schwergewichten der zweiten Klasse des deutschen Eishockeys ist. "Zum Glück gibt es diese Derbys. Spiele gegen Kassel oder auch Bad Nauheim sind einfach geil", schwärmt Mitchell. "Da ist die Halle richtig heiß. Für uns Spieler ist es ein Leckerli, diese Spiele spielen zu dürfen."

Erfolgsgeheimnis: Einfacher spielen

Zumal die Huskies diesmal als Tabellenführer antreten. "Sie sind eine gute Mannschaft und nicht ohne Grund Erster", urteilt der Löwen-Anführer. "Aber wir haben gegen sie in dieser Saison immer gut gegen sie gespielt. Das erwarte ich auch diesmal."

Bei ihrem Nordhessen-Besuch zum Saisonstart Mitte September hatten die Frankfurter nur knapp und unglücklich verloren, das Wiedersehen zu Hause Ende Oktober fand nach kräftigem Hin und Her ein besseres Löwen-Ende. Nach einem 0:3-Rückstand gewannen sie noch 6:3, Mitchell steuerte selbst zwei Tore zur Wende zum Guten bei. "Wir haben nicht gut angefangen", erinnert sich der Flügelstürmer, "aber dann mit dem Rückenwind der Fans das Spiel gedreht."

Über die bisherige Hauptrunde gesehen sieht die Entwicklungskurve ähnlich aus. "Wir haben Zeit gebraucht, unser Spiel zu finden. Am Anfang haben wir viel zu kompliziert gespielt", sagt Mitchell zurückblickend und erklärt das aktuelle Erfolgsgeheimnis: "Die letzten Wochen haben wir viel einfacher gespielt, das ist für mich der große Unterschied. So müssen wir weitermachen."

Matti Tiilikainen kennt noch einen anderen Grund, warum die Löwen trotz rekordverdächtig vieler Ausfälle gerade im traditionellen Terminstress rund um Weihnachten und Silvester die Kurve gekriegt haben. "Mitchy ist zurückgekommen, das war ganz wichtig für das Team", betont der Headcoach und nennt seinen Kapitän im üblichen Eishockey-Englisch einen "big leader".

Seit Anführer Mitchell wieder auf dem Eis ist, läuft es bei den Löwen. Verblüffend früh war er nach seiner Schulterverletzung in den Spielbetrieb zurückgekehrt, nach nur einem Monat Zwangspause, gerade rechtzeitig zum Open-Air-Spektakel am 14. Dezember im Offenbacher Fußballstadion gegen die Bad Nauheimer Nachbarn, das mit einem in der damaligen Löwen-Not eher unerwarteten Erfolg im Penaltyschießen die Trendwende einleitete.

Bis zum jüngsten Dämpfer in Crimmitschau gewannen die Löwen acht von neun Spielen und kletterten damit vom neunten auf den eher den Frankfurter Verhältnissen entsprechenden vierten Platz, statt richtig in die Krise zu rutschen. Trotz einer Verletzungsmisere, wie sie selbst Mitchell in seiner langen Karriere vorher nicht erlebt hat. Die Stürmer Carter Proft und Lukas Koziol fehlen immer noch länger, Christian Kretschmann und Mike Fischer zumindest vorerst.

"Wir schauen nach oben"

Immerhin sind die Verteidiger Alex Roach und Thomas Gauch zurück im Training und der Kader auch dank einiger Nachbesserungen wieder gut gefüllt. "Es wird interessant, wenn die Jungs alle wieder da sind", meint Mitchell. "Dann muss jeder um seine Eiszeit kämpfen, das ist gut."

Sein eigener Platz ist dabei eigentlich unumstritten, das soll auch so bleiben. Gespräche über eine Verlängerung des nach der Saison endenen Vertrags laufen, der 37-Jährige selbst sagt:"Ich finde es super, in Frankfurt spielen zu dürfen und hoffe, nächstes Jahr auch dabei sein zu dürfen."

Erst einmal gilt die volle Konzentration dem alten Hessenrivalen. Zumal man sich nach dem Gastspiel am Sonntag (17 Uhr) in Dresden, wo die Huskies ihrerseits unter der Woche in der Verlängerung hatten, schon am Dienstagabend in Kassel erneut begegnet. "Das gefällt mir. Es ist ein bisschen wie Play-offs mitten in der Saison", sagt Mitchell. Und vielleicht eine Gelegenheit, den Rückstand von zwölf Punkten auf Kassel bei zwei absolvierten Spielen weniger zu verkürzen. "Wir sind jetzt Vierter und schauen nach oben", erklärt Adam Mitchell, und: "Wir sind auf einem guten Weg." Auch wenn in Crimmitschau die Routenplanung nicht ganz gestimmt hat.

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