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Eishockey

Keine Schonzeit für die Löwen

  • Markus Katzenbach
    vonMarkus Katzenbach
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Nach dem Kaltstart aus der Corona-Zwangspause geht es für die Frankfurter Löwen in der DEL 2 flott weiter. Erst in Landshut – und dann gegen die Kasseler Hessenrivalen.

Frankfurt – An diesem Freitagmittag um Punkt zwölf Uhr ist Abfahrt am Ratsweg. Spätestens dann sollten sich alle Frankfurter Löwen an der Eissporthalle am Ratsweg versammelt haben, um sich in ihrem Mannschaftsbus auf die Autobahn und knapp 400 Kilometer weiter zu ihrer nächsten festen Verabredung zu begeben, in einem wegen der vielen Nachholtermine rappelvollen Kalender. Abends um 19.30 Uhr steht das Gastspiel beim EV Landshut an, und nach einer Rückfahrt durch die Nacht und einen Tag später kommen sonntags (18.30 Uhr) am Ratsweg die Hessenrivalen von den Kassel Huskies zu Besuch. „Das wird ein interessantes Wochenende“, meint Trainer und Sportdirektor Franz-David Fritzmeier zum aktuellen Frankfurter Programm in der zweiten Klasse des deutschen Eishockeys. Spannend wird es auch sein, wie seine Spieler auf Dauer mit dem ständigen Stress nach dreieinhalb Wochen Corona-Zwangspause zurechtkommen. Die ersten vier von 37 Spielen im Rhythmus von deren drei pro Woche sind geschafft, vier in acht Tagen, mit einem ordentlichen Zwischenergebnis – geschmälert indes vom enttäuschenden 1:4 am Dienstag gegen die Tölzer Löwen. „Ich hatte vorher schon so ein Gespür: Wenn man so viele Spiele hat, kommt zwischendrin auch mal ein mentales Loch“, sagt Fritzmeier. „Gegen Tölz hatten wir nicht genug Power, haben auch ein bisschen schlampig gespielt und waren nicht so richtig bereit, uns zu quälen den inneren Schweinehund zu überwinden. Und wenn die anderen gut genug sind, fährst du gegen die Wand.“ Für ihn war das eher eine Frage des Willens als der Fitness. „Die Spieler hatten alle nicht so viel Eiszeiten, das war nicht das Problem“, meint Fritzmeier, der sein Team im Großen und Ganzen auch auf gutem Kurs sieht. Seit er nach dem desaströsen 0:7 in Kassel am 18. Dezember und der Trennung von Olli Salo das Amt des Headcoaches mit übernommen hat, wurden bis zur Niederlage gegen Bad Tölz stolze 15 Punkte aus sechs Partien geholt – die letzten drei davon nach der langen Quarantäne: Immerhin ein Punkt aus der Niederlage gegen Kaufbeuren, danach überzeugende Siege in Freiburg und gegen die Lausitzer Füchse. Dass so ein gelungener Kaltstart nach wochenlangem verordnetem Nichtstun keine Selbstverständlichkeit ist, zeigt der Blick in die Nachbarschaft: Der EC Bad Nauheim, zuletzt aus gleichen Gründen außer Gefecht, kassierte in den beiden Spielen seit der Rückkehr aufs Eis jeweils sieben Gegentore in der Lausitz und gegen Crimmitschau. Wie für Bad Nauheim gibt es für die Löwen wegen des großen Nachholbedarfs in den kommenden Monaten praktisch keine Schonzeit mehr. „Einerseits haben wir vier Reihen und genug Leute, andererseits haben wir viele Spiele und wollen ja auch noch Punkte aufholen“, fasst Fritzmeier zusammen. In Landshut, dass in diesem Jahr noch besser besetzt ist und weiter oben mitspielt als nach dem Aufstieg zur vorigen Saison, erwartet er dabei schon eine schwere Aufgabe, und am Sonntag, gegen den Spitzenreiter, wird es nicht einfacher. „Kassel hat sich in den letzten zwei Monaten als absolutes Topteam gezeigt“, weiß der Trainer und Manager, indes: „Wir müssen uns vor niemandem fürchten, aber wir müssen unsere Leistung bringen, durch alle Reihen.“ Ob das 0:7 aus dem Dezember beim Wiedersehen noch eine Rolle spielt, in den Hinterköpfen? „Den Spielern sollte das eine Motivation sein“, meint Franz-David Fritzmeier, nach dem Motto: „Was ihr da mit uns gemacht habt, lassen wir nicht auf uns sitzen.“ Innere Schweinehunde dürften bei dieser Angelegenheit kein Problem sein.

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