Nicht das einzige Tor für die Löwen an einem schönen Frankfurter Freitagabend in Kassel: Tomas Sykora (links) dreht nach seinem Treffer zum zwischenzeitlichen 2:1 jubelnd ab.
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Nicht das einzige Tor für die Löwen an einem schönen Frankfurter Freitagabend in Kassel: Tomas Sykora (links) dreht nach seinem Treffer zum zwischenzeitlichen 2:1 jubelnd ab.

Eishockey

Löwen-Ausrufezeichen beim alten Hessenrivalen

  • Markus Katzenbach
    VonMarkus Katzenbach
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Die Frankfurter Aufstiegsanwärter feiern mit dem 6:1 in Kassel einen besonders süßen Auswärtssieg und grüßen früh in der Saison von der Tabellenspitze - ganz anders als die Konkurrenz aus Nordhessen.

Kassel -Auf dem neuen Videowürfel unter dem Dach fanden sich zwar noch viele Minuten, aber es war schon früh ruhig geworden in der über Sommer schwer aufgehübschten Eissporthalle am Auestadion, jedenfalls auf den Rängen, die den heimischen Anhängern der Kassel Huskies zugedacht waren. Die Party ging am Freitagabend im Gästeblock ab, und wie: Die Fans der Frankfurter Löwen, die nach über eineinhalb Corona-Jahren endlich wieder in größerer Zahl auf Reisen dürfen, huldigten ihren Helden, ganz zurecht: Mit dem 6:1 (2:1, 2:0, 2:0) beim alten Hessenrivalen feierte der Aufstiegsanwärter aus der zweiten Klasse des deutschen Eishockeys einen besonders süßen Auswärtssieg, setzte früh in der Saison ein fettes Ausrufezeichen und setzte sich mit dem dritten Sieg im dritten Spiel nebenbei an die Spitze der Tabelle - während Mitfavorit Kassel mit drei Niederlagen und null Punkten überraschend von deren Ende grüßt.

"Das war ein souveräner Sieg und auch spielerisch eine gute Leistung. Darauf können weiter aufbauen", urteilte Löwen-Sportdirektor Franz-David Fritzmeier und untertrieb dabei schon fast. Der Erfolg vor 4850 Zuschauern war auch in der Höhe verdient und das sonst so brisante Hessenduell diesmal eine bald derart einseitige Angelegenheit, dass früh viel Spannung gewichen war.

Tore waren dabei fast nur mit mehr Platz auf dem Eis gefallen: Lois Spitzner (14. Minute) traf in doppelter Kasseler Überzahl, Pierre Preto (17.) in einfacher Frankfurter, Tomas Sykora (19.) mit einem gezielten Schuss au dem Handgelenk und der wieder einsatzbereite Manuel Strodel (22.) nach einem argen Abspielfehler von Huskies-Goalie Jerry Kuhn dann sogar in Löwen-Unterzahl - ehe gegen Ende der im Sommer aus Kassel verpflichtete Ryon Moser (56.) und der erneut starke Rylan Schwartz (57.) die gute Frankfurter Powerplay-Quote weiter verbesserten. Sie steht nun bei sieben Treffern in 17 Versuchen, auch das ist nach drei Spieltagen die beste Zwischenbilanz der DEL 2.

Schon kurios: Da kam es den Frankfurtern zwischenzeitlich zugute, dass ihr Topscorer Dylan Wruck zwei Mal zwei Minuten auf der Strafbank saß und Kassel im Powerplay wiederholt die eigene Abwehr vergaß. Wruck (31.) trug bei einem stilsicheren Konter später noch sein erstes Pflichtspieltor für die konzentrierten, disziplinierten und spielerisch zunehmend überlegenen Gäste bei, das zog den Huskies die Zähne - und kam schließlich fast der Löwen-Blamage mit dem 0:7 aus dem Dezember 2020 an gleicher Stelle nahe, mit umgekehrter Rollenverteilung.

"Ich bin sehr zufrieden mit dem Ergebnis und der Art, wie wir gespielt haben", sagte Headcoach Bo Subr. Am Sonntag (18.30 Uhr) geht es daheim am Ratsweg gegen das nächste Schwergewicht der Klasse weiter: Auch der EV Landshut zählt nun zu dieser Kategorie, mit Neuverpflichtungen wie dem letztjährigen Liga-Topscorer Marco Pfleger, früher auch mal in Frankfurt am Puck. "Sie haben groß aufgerüstet und sind auf dem Papier eine absolute Spitzenmannschaft", meinte Franz-David Fritzmeier, erstmals aber galt es, den Freitagabend zu genießen. "Toll war das natürlich auch für unsere Fans, von denen viele dabei waren", freute sich der Löwen-Manager und bilanzierte kurz und knapp: "Das war gut!"

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