1. Startseite
  2. Sport
  3. Löwen Frankfurt

Löwen-Coup mit drei Toren in der Glücksminute 13

Erstellt:

Von: Markus Katzenbach

Kommentare

Löwen-Jubel im halben Dutzend: Carter Rowney (rechts, Nummer 17) und Co. haben in Ingolstadt viele Gründe zum Tore-Feiern.
Löwen-Jubel im halben Dutzend: Carter Rowney (rechts, Nummer 17) und Co. haben in Ingolstadt viele Gründe zum Tore-Feiern. © Stephanie Seyboth/Jan Huebner

Mit dem 6:1 Ingolstadt belohnen sich Frankfurts DEL-Aufsteiger für zuletzt starke Auftritte. Einen Wermutstropfen gibt es aber auch.

Ingolstadt -Der ganz große Jubel blieb nach der letzten Sirene aus. Als ihr Coup perfekt war, klatschten sich die Frankfurter Löwen routiniert untereinander ab, für spontane Gefühlsausbrüche lagen die entscheidenden Momente an diesem Sonntagnachmittag schon zu weit zurück, ganze zwei Drittel gar: In einem berauschenden ersten Akt beim ERC Ingolstadt hatte der DEL-Aufsteiger sagenhafte fünf Tore geschossen, drei davon in nur 52 Sekunden, viel eindeutiger kann man selbst in der an verrückten Wendungen reichen Eishockey-Welt nicht auf Erfolgskurs liegen - und das beim bisherigen Tabellenzweiten, der schließlich vor 3631 Zuschauern mit einem satten 6:1 (5:0, 0:0, 1:1) bezwungen wurde.

„Das war ein großer Sieg und ganz wichtig für uns“, freute sich Sportdirektor Franz-David Fritzmeier, das sich seine Löwen endlich richtig für ihre Leistungen belohnt hatten, im dritten Top-Drei-Treffen innerhalb von fünf Tagen, ein knackiger Spielplan: Am Mittwoch in Mannheim hatten sie sich beim 2:3 nach Penaltyschießen einen achtbaren Bonuspunkt erkämpft, am Freitag gegen den unangefochtenen Spitzenreiter München trotz eines starken Auftritts knapp verloren. Um nun in Ingolstadt voll zuzuschlagen. „Vier Punkte aus diesen drei Spielen sind sehr ordentlich, und das bei dem Spielrhythmus“, lobte Fritzmeier, „da muss man den Hut vor den Jungs ziehen“.

Dylan Wruck (5. Minute), Simon Sezemsky, Dominik Bokk, Carter Rowney (alle 13.) und zwei Mal David Elsner (17. und 53.) sorgten mit ihren Treffern für den bislang höchsten Saisonsieg des Tabellenneunten, den ersten im neuen Kalenderjahr - und einen gelungenen Abschluss des üblichen Terminstresses rund um Weihnachten und Silvester, mit zehn Spielen in 22 Tagen und immerhin 13 Löwen-Punkten aus diesem vollen Programm.

In Ingolstadt hatte Fritzmeier früh das Gefühl, dass das „unser Tag“ ist, wie er sagte, nicht ohne zu betonen: „Das haben wir uns erarbeitet, auch in den Spielen davor.“ Diesmal hatten die Frankfurter das Scheiben- und Abschlussglück, das ihnen vorher bisweilen fehlte.

Ein Wermutstropfen: Am Ende des ersten Drittels, als es schon 5:0 stand, rutschte Stürmer Brett Breitkreuz unglücklich gegen den Pfosten und dann gegen die Bande und verletzte sich womöglich schwerer, im schlimmsten Fall droht das Saison-Aus. Nach einer MRT-Untersuchung an diesem Montag wird man mehr wissen. Da konnten die Löwen von Glück sagen, dass ihr schon mehrfach ausgefallener Verteidiger Reece Scarlett diesmal offenbar glimpflich davon kam: Nach einem heftigen und seltsamerweise ungeahndeten Check des Ingolstädters Philipp Krauß zehn Minuten vor Schluss war er voll und auch mit dem Kopf gegen die Bande gekracht, konnte aber nach einer kurzen Auszeit weiterspielen.

Ansonsten war es ein Frankfurter Eishockey-Feiertag. Ingolstadt hatte nach zuvor fünf Heimsiegen gut angefangen, die Tore aber schossen die Löwen. „Wir haben einfach gespielt und die Scheibe zum Tor gebracht, die Nachschüsse genommen und konsequent Scheiben ins Tor gepackt“, erklärte der junge Verteidiger Paul Reiner, der unter anderem wegen des Ausfalls von Kapitän Reid McNeill viel Eiszeit bekam und seine Sache gut machte, einfach das Erfolgsgeheimnis. Bezeichnend: das zweite Tor, von Simon Sezemsky im zweiten, dritten Nachfassen erzwungen und noch abgefälscht, das erste von dreien in einer spektakulären 13. Löwen-Glücksminute, bei einem der schnellsten Dreierpacks der DEL-Geschichte. Und danach hielten die Löwen, die zuletzt schon die eine oder andere Führung verspielt hatten, eine absolute Top-Mannschaft der Liga im Zaum.

In der vierten und letzten Hauptrunden-Begegnung mit Ingolstadt wurde so auch eine noch offene Rechnung beglichen. „Wir haben schon viele Spiele gegen Ingolstadt gespielt, eines wollten wir unbedingt gewinnen“, sagte Stürmer David Elsner, der gegen seinen alten Verein mit zwei feinen Toren besonders auftrumpfte und sich danach auf zwei freie Tage freute, nach dem ganzen Stress. „Das tut allen gut, mal durchzuatmen“, wusste auch Manager Fritzmeier, „und mit so einem Sieg ist das umso schöner.“

Auch interessant

Kommentare