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Jetzt nicht mehr in Frankfurter Farben auf dem Eis: Tim Schüle.

Eishockey

Löwen Frankfurt: Besuch von alten Bekannten

Tim Schüle kommt mit den Bietigheim Steelers als Gegner an den Ratsweg zurück – und bringt noch andere alte Löwen mit.

Frankfurt. Natürlich ist dieser Termin kein ganz alltäglicher für ihn, daraus macht Tim Schüle auch keinen Hehl – und über die besondere Atmosphäre des Standorts weiß er natürlich bestens Bescheid. „Die Stimmung in der Eissporthalle sucht in der Zweiten Liga ihresgleichen. Davor ziehe ich meinen Hut“, schwärmt der angriffslustige Verteidiger vor dem Besuch an diesem Freitag (19.30 Uhr) am Frankfurter Ratsweg, wohin er erstmals nach dem Ende seiner zwei Löwen-Jahre zurückkehrt, nun als Gast. Schüle hat im Sommer wieder in seiner Heimat bei den Bietigheim Steelers angeheuert, und neben ihm werden mit Brett Breitkreuz, Lukas Laub und Eric Stephan noch drei weitere alte Löwen-Gesichter für den Gegner aufs Eis gehen. Was dem ohnehin stets brisanten Aufeinandertreffen der DEL-2-Schwergewichte, alljährlichen Meisterschaftsanwärtern und Erzrivalen noch persönliche Noten gibt. Breitkreuz, Laub und Stephan sind Frankfurter Meister von 2017. Schüle kam erst danach, hat aber auch Spuren am Main hinterlassen, zuletzt im Rang eines stellvertretenden Kapitäns. „Ich hoffe doch, positive Spuren“, sagt der 29-Jährige. „Aber ich weiß auch, dass nicht jeder ein Fan von mir war. Dennoch hoffe ich, dass mich die meisten Menschen positiv in Erinnerung behalten.“ Zu gerne hätte er sich mit dem Meistertitel der zweiten Klasse des deutschen Eishockeys aus Frankfurt verabschiedet, dazu reichte es in der Finalserie gegen die Ravensburg Towerstars aber nicht ganz. Insgesamt war die vergangene Saison für die Löwen mit dem ersten Hauptrundenplatz trotzdem eine sehr erfolgreiche. Seit dem Neustart ohne Schüle und Co. läuft nun manches noch nicht rund, das ist für Franz-David Fritzmeier aber auch keine große Überraschung. „Es war vorher klar, dass es schwerer wird“, betont der Frankfurter Sportdirektor. „Wir setzten noch mehr auf die Jungen. Wir brauchen sie in der Zukunft, wir müssen sie pushen.“ Was für die Arbeit an einer erstklassigen Perspektive unabdingbar ist, führt bisweilen zu Rückschlägen in der Gegenwart, in der noch jungen Runde regelmäßig bei Auswärtsspielen. Trotzdem ist man als Tabellenfünfter in Schlagweite zur Spitze, auch nur drei Punkte hinter Bietigheim und Meister Ravensburg, in einer immer enger besetzten Klasse. „Ich denke, dass die Liga von Jahr zu Jahr stärker und ausgeglichener wird“, urteilt Schüle. „Das sieht man dieses Jahr schon.“ Die Löwen hat dabei in den ersten Saisonwochen der Ausfall von Dominik Meisinger geschmerzt, als erfahrenem Anführer der jungen Garde. Gegen Bietigheim meldet er sich zurück, Fritzmeier ist entsprechend froh darüber – und verbindet das mit einem Wink an die Talente: „Wir erhoffen uns mit ihm mehr Konkurrenzkampf, um auch mehr Leistung aus den hinteren Reihen, von den Jungen zu kriegen. Sie müssen einen Zahn zulegen.“ Auch Tim Schüle wird sich wird sich über das Wiedersehen freuen. Bei seiner Hochzeit im Sommer waren Meisinger und seine Verlobte zu Gast, da ist in nur einer gemeinsamen Löwen-Runde eine dicke Freundschaft gewachsen. „So etwas habe ich im Eishockey und speziell nach einem Jahr noch nicht erlebt, dass sich eine Freundschaft so schnell entwickelt“, sagt Schüle, der auch mit Marius Erk, Lukas Koziol, Leon Hüttl und anderen Löwen Kontakt hält. Was in Frankfurt passiert, verfolgt er immer noch genau. „Die Mannschaft hat inzwischen ein anderes Gesicht bekommen“, sagt er, „daher kann ich nur von den Jungs sprechen, die ich noch kenne. Und die sind einwandfrei.“ Sein Entschluss, Frankfurt nach zwei Jahren zu verlasen, stand indes schon früh fest. „Es ist auch wichtig, dass man sich neben dem Eis zu 100 Prozent wohlfühlt, so dass mir dann der Wunsch kam, in meine Heimat zurück zu kehren“, erklärt Schüle. Was vielleicht keine schlechte Idee war, viel besser hätte der Neustart in seinem Geburtsort jedenfalls nicht laufen können. In den ersten elf Spielen glückten ihm vier Tore und elf Vorlagen. Damit kommt er mit dem roten Helm auf dem Kopf an den Ratsweg, der seit dieser Runde den besten Toreproduzenten jeder Mannschaft ziert. „Das ist eine schöne Momentaufnahme. Jeder weiß, dass wir Spieler im Team haben denen der Helm gehört und diejenigen sich ihn auch bald wieder holen werden“, gibt sich Schüle da bescheiden. Hilfreich ist auch das gute Verhältnis in der Bietigheimer Fraktion der Ex-Frankfurter. „Eric und ich verstehen uns auch außerhalb des Eishockeys super, und mit Brett hatte ich zwei super Jahre in Frankfurt“, sagt Tim Schüle über Stephan und Breitkreuz und legt lachend nach: „Es ist immer angenehmer, Brett ihn im eigenen Team zu haben, als gegen ihn spielen zu müssen.“ Diese neue Erfahrung wiederum werden jetzt die Löwen machen.

Von Markus Katzenbach

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