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Hoch hinaus sind Stefan Krämer und die Löwen schon bei ihrer traditionellen Sightseeing-Tour vor der Saison durch die Stadt gekommen, die schöne Aussicht vom Frankfurter Dom inklusive. Demnächst soll auch der Aufstieg in die erste Klasse des deutschen Eishockeys gelingen.

Eishockey

Neue Halle für die Löwen Frankfurt: "Die Entscheidung muss jetzt fallen"

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Löwen-Chef Stefan Krämer über die dringend nötige neue Halle, Aufstiegsmöglichkeiten und DEL-Reife

Frankfurt - Bei den Frankfurter Löwen gibt es gerade eine ganze Reihe spannender Themen. Die Debatte um eine neue Halle vor allem, in die nach langem Stillstand wieder Bewegung gekommen ist, einschließlich einer interessanten Verbindung ins Eishockey-Mekka Edmonton. Drohende Pleiten in der DEL, die den Weg nach oben vielleicht früher frei machen könnten, zudem die Vorarbeiten für den ab der nächsten Saison wieder möglichen Aufstieg in die erste Klasse. Und dann wird natürlich auch das Abschneiden in der aktuellen Saison in der DEL 2, die wegen des Deutschland-Cups an diesem Wochenende pausiert, immer wieder heiß diskutiert. Stefan Krämer, geschäftsführender Gesellschafter der Löwen, antwortet dazu auf die Fragen von Michael Löffler und Markus Katzenbach - und hat eine eindeutige Forderung.

Viele Löwen-Fans beobachten gerade gespannt, was in Krefeld passiert. Sie auch? Dort droht einem DEL-Club das Aus, was den Löwen die Tür nach oben schon früher als geplant öffnen könnte ...

Im Moment zeichnet sich ab, dass es im Krefelder Gesellschafterstreit eine Lösung gibt, und das ist auch gut so, denn Eishockey-Deutschland braucht mit Sicherheit keine erneute Insolvenz eines Clubs. Aber natürlich sind wir im Dialog und bereit, wenn es darauf ankommt. Ansonsten fokussieren wir uns auf die Aufstiegssaison 2020/2021.

In Nürnberg könnte noch ein anderer DEL-Vertreter ins Wanken geraten. Was müssten die Löwen leisten, um im Fall der Fälle als Nachrücker schon zur nächsten Saison in die erste Liga zu kommen?

Wir haben uns nun drei Jahre in Folge bei der DEL um eine Aufnahme beworben, jeweils das komplette DEL-Lizenzierungsverfahren durchlaufen und immer erfolgreich bestanden. Wir kennen die Prozesse und wissen, worauf es ankommt.

Löwen Frankfurt sind bereit für die DEL

Wären die Löwen jetzt schon reif für die DEL?

Eine sehr komplexe Frage. Grundsätzlich beantworte ich sie mit Ja. Wir planen heute mit 4,5 Millionen Euro, in der DEL wollen wir im ersten Step in Richtung sieben Millionen gehen. Aber mit der Eissporthalle ist das nur schwer möglich aufgrund der zu geringen Sitzplatzkapazitäten und den fehlenden Vermarktungsmöglichkeiten. Im VIP-Bereich haben wir nun aus eigenen Mitteln deutlich nachgerüstet. Mit unserer neuen Löwen-Lounge sind wir sicher Benchmark in der DEL2 und wären auch in der DEL erst einmal gut aufgestellt.

Und perspektivisch?

Wollen wir in der DEL nachhaltig erfolgreich sein, brauchen wir eine Multifunktionsarena, und zwar so schnell es geht. Sicher können wir aufgrund unseres Eigenkapitals von knapp einer Millionen Euro und unserer Potenziale eine kurze Zeit überbrücken, das war's dann aber auch. Die Zeit drängt sehr und eine Entscheidung seitens der Stadt bezüglich der Arena muss jetzt fallen!

Wie sieht es personell aus?

Unser Sportdirektor Franz-David Fritzmeier macht einen überragenden Job und hat meine volle Rückendeckung. Wir haben sehr gute deutsche Spieler im ganz jungen, aber auch im mittleren Alter teils sehr langfristig unter Vertrag. Sie sollen unser Grundgerüst für die DEL und den nötigen Aufstieg dorthin sein. Aber natürlich müssen gerade die ganz jungen Spieler mit ihrer Chance bei den Löwen verantwortungsvoll umgehen und jeden Tag hart arbeiten. Bei uns haben sie alle Möglichkeiten, sich prächtig zu entwickeln. Wir haben vier hervorragend ausgebildete und hoch motivierte Trainer, die unsere Spieler anleiten. Das ist bereits DEL-Niveau und in der DEL2 so sicher an keinem anderen Standort zu finden. Dass Matti Tiilikainen nun ins Trainer-Team der deutschen Nationalmannschaft berufen wurde, ist sicher kein Zufall.

Sie haben den Bedarf nach einer neuen Halle angesprochen. Mit dem Vorstoß am Flughafen ist wieder Bewegung in dieses Thema gekommen. Wie sehen Sie die Lage?

Wir haben uns sehr intensiv mit beiden Standorten und Projekten auseinandergesetzt und stehen nach unserer Prüfung ohne Zweifel hinter dem Dome-Projekt am Flughafen. Die Öffentlichkeit unterliegt dem Irrglauben, dass am Kaiserlei bald gebaut werden könnte. Nach all' den Gesprächen die ich geführt habe, weiß ich, dass dem bei weitem nicht so ist. Sehr viele Fragen sind am Kaiserlei unbeantwortet.

Um was geht es dabei?

Grundstücke stehen nicht komplett zur Verfügung und die Verkehrsfrage am Kaiserlei ist völlig ungeklärt, um nur zwei Aspekte zu nennen. Dass Offenbach keine Arena will, ist sicher kein Geheimnis. Nachdem ich kürzlich ein Gutachten eines renommierten Juristen und Experten für Vergaberecht bezüglich des Ausschreibungsverfahren am Kaiserlei gelesen habe, bezweifle ich sehr, dass es überhaupt noch positiv zu Ende gebracht werden kann.

Und die Halle am Flughafen?

Das Projekt am Flughafen ist viel weiter. Die Fraport unterstützt es in großem Maße. Verkehr und auch die Überbauung der B43 sind laut meinem Kenntnisstand längst kein Hindernis mehr. Mit Hochdruck wird von allen Seiten an diesem Projekt gearbeitet. Wir sind von der Realisierung überzeugt. Aber es muss schnell gehen und alle Beteiligten müssen mithelfen.

Löwen Frankfurt wollen Entscheidung beim Thema Halle

Rechnen Sie mit einer baldigen Entscheidung?

Ich fordere die zuständigen Dezernate der Stadt Frankfurt nachdrücklich auf, sich nun endlich hinsichtlich des Ausschreibungsverfahrens am Kaiserlei zu entscheiden! Wenn es dort nicht weitergeht, muss das Verfahren umgehend geschlossen werden. Im September 2018 hieß es, man verhandle nun sechs Wochen exklusiv mit Langano und Anschutz (AEG) möge sich gedulden. Nun sind 14 Monate vergangen, ohne das auch nur ansatzweise eine Lösung in Sicht ist. Diese Hängepartie geht ausschließlich zu Lasten der Löwen Frankfurt und auch der Fraport Skyliners.

Was ist Ihre Konsequenz daraus?

Als geschäftsführender Gesellschafter der Löwen Frankfurt bin ich nicht willens, diesen Zustand länger zu akzeptieren. Hier geht es um unsere Zukunft, und mit dieser wird gerade gewissenlos umgegangen. Stadtrat Markus Frankmöchte ich hier expressis verbis in Schutz nehmen, denn kein anderer Politiker in Frankfurt hat sich so sehr für eine neue Arena eingesetzt wie er. Das rechne ich ihm persönlich sehr hoch an. Wenn die Arena anstelle vom Kaiserlei nun eben am Flughafen kommt ist das doch in der Sache völlig unerheblich. Alle Parteien sind jetzt aufgefordert, eine schnelle Lösung herbeizuführen.

Den "Dome" will die kanadische Katz Group bauen, der auch die Edmonton Oilers gehören, der NHL-Club des deutschen Stars Leon Draisaitl. Bietet das Löwen-Möglichkeiten über die Halle hinaus? Sie haben Verantwortliche der Oilers schon während der WM in der Slowakei getroffen. Stehen Sie weiter in Kontakt?

Wir sind in Kontakt. Das ist korrekt. Mehr aber auch nicht. Vielleicht finden wir die eine oder andere Synergie.

Wie sieht die aktuelle Bilanz aus, da nun fast ein Drittel der langen Hauptrunde gespielt ist?

Die Liga ist unglaublich eng geworden. Alle Teams liegen nah bei einander, und wenn du nicht alles gibst, dann verlierst du eben. Unsere Mannschaft ist gefordert, und wenn sie hart arbeitet, werden wir am Ende weit vorne stehen.

Und wie ist die Lage abseits der Eisfläche, bei der Vermarktung, Zuschauer- und anderen Wirtschaftszahlen?

Wir sind voll im Soll. Mein Mitgesellschafter Andreas Stracke und sein Team machen einen überragenden Job. Die Löwen wachsen in allen Bereichen. Wir sind hungrig.

Wie wichtig ist sportlicher Erfolg in dieser Runde überhaupt, neben der Entwicklungsarbeit für den Aufstieg in die DEL, der in der nächsten Saison wieder möglich ist? Dann wird es richtig ernst.

Wir nehmen die Saison als Vorbereitung auf die kommende Spielzeit durchaus ernst. Unser Fokus liegt aber sicher auf der Entwicklung der Spieler. Wir wollen nächstes Jahr bereit sein, wenngleich der sportliche Erfolg auch dieses Jahr zählt. Wir wollen unseren Fans und Sponsoren immer Erfolg bieten.

Schon jetzt haben einige Clubs aufgerüstet. Hat der wieder eingeführte Aufstieg der DEL 2 einen Schub gegeben?

Es ist sehr spannend, was die anderen Clubs da veranstalten. Wir werden sehen, wohin das führt. Für uns kann ich nur sagen: Wir haben einen Plan.

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Info: Das ist Stefan Krämer

Stefan Krämer, gerade 49 Jahre alt geworden, ist seit der Gründung der Löwen Frankfurt Eishockey-Betriebs GmbH im September 2010 deren geschäftsführender Gesellschafter. Nach der Insolvenz der Lions-Vorgänger in der DEL und dem Neustart in der Oberliga stand er mit Mitgesellschafter Andreas Stracke vor der Frage, ob und wie man die Löwen zurück ins professionelle Eishockey führen könne - diesmal mit nachhaltiger Unterstützung des Nachwuchses. Direkt nach dem Studium an der Uni Frankfurt startete der Diplom-Kaufmann als Unternehmer in unterschiedlichsten Branchen mit mehreren Firmen durch. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder. red

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