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Lieber auf dem Eis als auf der Couch: Max Eisenmenger.

Eishockey

Max Eisenmenger: Manchmal nervt mein Bruder

Die Löwen Frankfurt greifen auch in der Saison 2019/2020 wieder in der DEL2 an. Dabei ermöglichen sie exklusiv für FNP.de einen Blick hinter die Kulissen. Jede Woche erzählt ein anderer Löwe von dem, was auf dem Eis, in der Kabine oder ganz privat los ist - diesmal Max Eisenmenger.

Liebe Leser der FNP, liebe Löwen-Fans,

es wird einfach nicht langweilig bei uns Löwen. Eine Woche nach dem schweren Doppelspieltag gegen Bad Nauheim und Weißwasser warten an diesem Wochenende zwei weitere Brocken auf uns. Erst geht’s nach Ravensburg zum Meister und dann kommt mit Kaufbeuren einer der Mitfavoriten zu uns nach Frankfurt.

Natürlich wollen wir uns vor allem auf das konzentrieren, was vor uns liegt, aber für euch mache ich eine Ausnahme und schaue nochmal zurück. Das letzte Wochenende lief nicht optimal – für mich und fürs Team. Denn während sich die anderen Jungs am Freitag in Bad Nauheim ein intensives Derby lieferten, lag ich mit einer Virusinfektion daheim auf der Couch. Ich sage euch, es gibt nichts Schlimmeres, als seinen Teamkameraden nicht helfen zu können. Es ist einfach frustrierend, wenn man nicht dabei sein kann. Was ich aber auch sagen muss, man sieht das Spiel im Fernsehen ganz anders als von der Bank aus oder auf dem Eis. Im TV sieht man „von oben“ einfach viel besser. Man hat einen ganz anderen Blick aufs Geschehen. Auf dem Eis siehst du nur Teile der Spielfläche und alles muss unheimlich schnell gehen. Das war mal ein interessanter Blick – wenngleich ich den direkt am Eis favorisiere.

Am Sonntag war ich dann zum Glück wieder mit dabei. Auch da konnten wir noch nicht unser ganzes Können abrufen, doch wir haben schon viel besser gespielt als noch am Freitag. Vor allem vorm eigenen Tor haben wir einen besseren Job gemacht. Dennoch sind wir erst spät wirklich ins Rollen gekommen – zum Glück durften wir am Ende aber doch jubeln.

In dieser Woche gab es nun viele Videostudien. Auch individuelle Meetings waren angesetzt. Am Ende wollen wir alle dasselbe – besser und erfolgreich spielen. Im Training haben wir dann auch noch ein paar taktische Aspekte verbessert oder verändert – aber was genau das sein wird, kann ich euch nicht verraten. Wer weiß, wie viele Ravensburger oder Kaufbeurer hier mitlesen…

Nun aber genug vom Sport. Ihr sollt ja auch ein wenig darüber erfahren, was bei uns sonst so los ist. Die wichtigste Antwort zuerst: Ja, ich wohne auch diese Saison zusammen mit meinem Bruder Magnus. Aber es ist dennoch anders. Letztes Jahr war alles neu. Es war eine große Umstellung, wieder in Deutschland zu sein. Ich kam ja von der Uni in den USA hierher. Mittlerweile fühle ich mich hier wie zuhause.

Meinem Bruder geht’s ebenso. Allerdings sind wir beide auch froh, wenn wir uns mal nicht 24 Stunden am Stück sehen. Wir verbringen schon genügend Zeit zusammen auf dem Eis und in der Kabine. Und privat hängen wir auch gern mal zusammen auf der Couch und schauen Fußball oder wir kochen gemeinsam.

Aber eine Sache gibt es, die mich echt nervt an Magnus. Ich muss jeden Morgen auf ihn warten. Jeden Morgen! Er sagt immer eine Zeit, wann wir losfahren wollen. Ich bin dann rechtzeitig fertig und weiß genau, dass ich 10 bis 15 Minuten auf ihn warten muss. Danach kann ich echt die Uhr stellen – und muss ich ja auch, wenn wir pünktlich zum Training kommen wollen. Tatsächlich sind wir noch nie zu spät gekommen. Sollte es aber mal passieren, wisst ihr schon jetzt, wer schuld ist: mein Bruder…

Nun muss ich aber los. Ich will ja nicht, dass er ausnahmsweise mal auf mich warten muss. Wir sehen uns hoffentlich am Sonntag zum Heimspiel gegen Kaufbeuren (18:30 Uhr).

Euer Max

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