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Sie geben die Löwen-Richtung vor: Headcoach Matti Tiilikainen (links) und Coach Marko Raita stehen in ständigem Austausch.

Eishockey

Löwen Frankfurt: Headcoach Tiilikainen und Co. über Play-off-Pläne und die erfolgreich beendete Hauptrunde

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Die Hauptrunde der DEL 2 haben die Frankfurter Löwen als klassenbeste Mannschaft abgeschlossen. Über bisherige Erfahrungen und weitere Aussichten haben Headcoach Matti Tiilikainen, Coach Marko Raita und Torwarttrainer Valtteri Salo mit unserem Mitarbeiter Markus Katzenbach gesprochen.

Vor der Saison haben Sie über die Entwicklungsarbeit mit Ihrer Mannschaft gesagt: Das große Bild muss am Ende zu sehen sein. Wie sind Sie mit Ihrem Bild vorangekommen?

MATTI TIILIKAINEN: Über die Saison gab es immer wieder Aufs und Abs. Da hilft es, gerade wenn man ein Tief erlebt, an das große Bild zu denken. Wenn man zum Beispiel das große Derby verliert, ist natürlich jeder erst einmal traurig. Aber man muss immer genau schauen, was im Hintergrund abläuft: Was ist unser Weg, was fehlt uns vielleicht in unserem Spiel, in unserem Training?

So schlecht lief es ja nicht, Sie haben die Hauptrunde als Erster beendet. Was fehlt dem Bild noch, damit auch die Play-offs erfolgreich werden?

TIILIKAINEN: In den Play-offs muss das ganze Paket auf dem besten Level sein. Da wollen wir uns in allen Bereichen verbessern, haben aber auch schon gute Erfahrungen gemacht. Im Unterzahlspiel etwa haben wir in den letzten zehn Spielen große Schritte gemacht, im Powerplay hat sich die zweite Reihe mit David Skokan sehr verbessert. Auf die Special Teams wird es sehr ankommen. Und wir müssen defensiv stark sein, wenn wir dieses Jahr etwas gewinnen wollen.

MARKO RAITA: Das Wichtigste wird sein, wie wir als Einheit zusammenarbeiten, egal, ob offensiv oder defensiv: Dass wir es zusammen machen.

Wenn Sie die Auftritte vor ein paar Monaten mit dem aktuellen Stand vergleichen: Wie fällt das Fazit aus?

RAITA: Ich glaube, die Balance in unserem Spiel ist viel besser, zwischen Offensive und Defensive.

TIILIKAINEN: Und die Disziplin. Am Anfang der Saison hatten wir zu viele Strafzeiten, das war viel schlechter als jetzt. Zum Thema Disziplin gehört aber auch, dass man auch in schlechten Momenten weiter an seinem Spiel festhält, an dem Plan, den man sich gemacht hat. Die letzten Spiele haben das gut gezeigt: Wir lagen gegen Bietigheim und auch in Crimmitschau zurück, aber sind nicht in Panik verfallen. Wir sind diszipliniert geblieben und hungrig auf den Sieg.

Wie wichtig war der erste Platz in der Hauptrunde für Sie?

RAITA: Es ist eine gute Sache, dass wir in den Play-offs mit einem Heimspiel starten können. Es gibt uns auch Selbstvertrauen, dass wir die lange Runde als Erster abgeschlossen haben, nach 52 Spielen. Das zeigt, dass wir gut gearbeitet haben, und unter anderem auch, dass es funktioniert, mit vier Reihen zu spielen.

Wird das Spiel mit vier Reihen im raschen Play-off-Takt helfen, weil so die Belastungen besser verteilt werden?

TIILIKAINEN: Das ist der Plan, aber in den Play-offs weiß man nie, was passiert. Natürlich muss man die Spieler finden, die diese Spiele entscheiden können. Aber alle müssen bereit sein, alles zu geben und ihre verschiedenen Rollen ausfüllen. Wir sind kein Eine-Reihe-Team, das ist für die Spieler auch sehr wichtig. Vielleicht kommen Verletzungen oder anderes dazwischen, da darf man sich nicht beklagen. Man muss dann darauf vertrauen, dass die, die auf dem Eis stehen, es zu einem guten Ende bringen.

In den Play-offs kann die Arbeit einer ganzen Saison mit ein paar schlechten Tagen nahezu über den Haufen geworfen werden. Kann man sich auf diese Gefahr vorbereiten?

TIILIKAINEN: In den Play-offs lebt man im Moment. Du fängst mit dem ersten Spiel an, und dann geht es Schritt für Schritt weiter. Da gibt es keinen Plan oder dies oder das. Im Eishockey ist so vieles nicht vorhersehbar: Ein glücklicher Abpraller, ein Stockbruch, der Referee kommt ins Spiel und so weiter. Man kann daran arbeiten, dass es weniger wahrscheinlich ist, dass Dinge passieren, die einem wehtun können. Aber wenn man im Eishockey anfängt, sich zu viele Gedanken zu machen, ist es schon vorbei. Dafür ist keine Zeit, dafür ist das Spiel zu schnell. Da muss man seinem Instinkt folgen.

RAITA: Wenn etwas passiert, können wir uns immer noch darum kümmern. Man macht einfach immer weiter, und am Ende wird man das Ergebnis sehen.

TIILIKAINEN: Die Play-offs sind die beste Zeit des Jahres. Für uns Trainer, vor allem für die Spieler, für den ganzen Club, die Fans. Man muss mutig sein und an das glauben, was man macht. Das Wichtigste ist aber, dass wir alles geben und uns im Sommer nicht fragen müssen: Was wäre gewesen, wenn . . ? Natürlich haben wir das Selbstvertrauen und die Möglichkeit zu gewinnen. Die Frage ist aber, ob wir bereit sind, das umzusetzen, Tag für Tag das Beste aus uns herauszuholen. Und was in der Vergangenheit war, dass wir Erster geworden sind, hilft uns in den Play-offs nicht zu Toren oder Siegen. Jetzt geht es los.

Eine wichtige Rolle werden die Torhüter spielen. Ilya Andryukhov und Bastian Kucis zeigen starke Paraden, sind aber auch für Patzer gut. Zuletzt standen beide abwechselnd im Tor. Wie wird das in den Play-offs sein?

VALTTERI SALO: Das Gute ist, dass wir zwei gute Goalies haben. Das ist wichtig, es kann sich ja auch immer mal einer verletzten.

RAITA: Es ist eine lange Runde, da hat jeder Mal ein schwächeres Spiel gehabt. Wenn der Torhüter patzt, sieht das immer schlecht aus. Wichtig ist, dass das gesamte Team ihnen hilft. Es kann in der Defensivarbeit dem Torhüter viel abnehmen.

Einen regelmäßigen Wechsel gab es eigentlich auch unter den fünf Löwen ohne deutschen Pass, von denen immer nur vier spielen dürfen. Am vergangenen Wochenende blieb nun aber Antti Kerälä beide Spiele außen vor. Ein Zeichen für die Play-offs?

TIILIKAINEN: Das war die Entscheidung für dieses Wochenende, jetzt kommt die Entscheidung für die Play-offs. Auch da geht es von Spiel zu Spiel. Manchmal vielleicht abhängig vom Gegner und davon, wie die unterschiedlichen Fähigkeiten unserer Spieler dazu passen. Da werden wir immer das beste Gesamtpaket suchen. Man kann sich aber auch nicht zu sehr nach dem Gegner richten: Da hat man sein eigenes System, eigene Stärken, und kann nicht alles ändern, was man die ganze Saison gemacht hat.

Wie wichtig sind Ihnen feste Reihen?

TIILIKAINEN: Natürlich hätten wir gerne nicht so viele Wechsel. Aber es ist Play-off-Zeit, und wenn du wechseln musst, wechselst du.

Was haben Sie in der Hauptrunde über Ihr Team gelernt?

RAITA: Dass wir sehr stark sein können und sehr schwer zu schlagen, wenn wir zusammenhalten.

Für Sie war es auch die erste Hauptrunde in der DEL 2. Was war das Bemerkenswerteste?

RAITA: Die langen Busfahrten (lacht, Anmerkung der Redaktion) .

TIILIKAINEN: Es ist eine gute Liga, im Vergleich mit den anderen zweiten Ligen in Europa. Mit vielen guten Teams, vielen guten Spielern. Es gibt aber auch viel Potenzial, die Liga noch viel besser zu machen, so gut sie schon ist. Der Wettbewerb ist sehr stark, es ist sehr schwer, hier Spiele zu gewinnen: Jeder kann jeden schlagen. Jedes Team hat auch viele Fans, es sind viele Emotionen im Spiel. Die Fankultur ist schon ein Unterschied zu Finnland oder anderen Ländern.

In der Hauptrunde ging es sehr eng zu. Wird das in den Play-offs auch so?

TIILIKAINEN: Keiner wird einen leichten Weg ins Halbfinale haben, das werden knappe Serien. In der Hauptrunde gab es Überraschungsteams, die kann es in den Play-offs auch geben. Die Frage ist, wer bereit ist, den nächsten Schritt zu machen, diese Siege zu erkämpfen.

Eigentlich läuft der Löwen-Plan ja über drei Jahre, mit dem großen Ziel, 2021 in die DEL aufzusteigen, wenn es sportlich wieder möglich ist. Haben Sie die Erwartungen da jetzt schon ein bisschen übertroffen?

TIILIKAINEN: Als wir hierherkamen und den Prozess mit der Mannschaft angefangen haben, hatten wir selbst gar nicht unbedingt bestimmte Erwartungen. Das sind wir sehr offen angegangen. Im Hintergrund haben alle auf allen Ebenen daran gearbeitet, den Club besser zu machen. Wir haben versucht, sicherzustellen, dass auf der sportlichen Seite die richtigen Schritte unternommen werden, damit kein großer Unterschied zu den DEL-Clubs mehr besteht in der Art, wie wir trainieren, wie das Team arbeitet, wie die Coaches arbeiten und so weiter, wenn es die Möglichkeit gibt, nach oben zu kommen. Aber wir wollen natürlich auch jetzt schon weit kommen. Ob wir da vor oder hinter dem Plan sind, weiß ich nicht. Aber ich kann sagen, dass wir auf einem guten Weg sind. Manchmal können dabei ein paar Schritte zurück übrigens ein Schritt nach vorne sein, auch das hat uns die Hauptrunde gelehrt.

Und wer wird jetzt Meister?

RAITA: Der, der das letzte Spiel gewinnt (lacht, Anm. d. Red.) .

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