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Leon Hüttl.

Eishockey

Löwen Frankfurt: Leon Hüttl ist erstmals bei der Nationalmannschaft dabei

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Beim ersten Einsatz des neuen Bundestrainers Toni Söderholm war mit Leon Hüttl auch ein junger Löwe auf dem Eis. Der begabte Verteidiger ist ein gutes Beispiel für die Methode, mit der man in Frankfurt Erfolg in der Gegenwart haben und sich für eine erstklassige Zukunft in der DEL weiter entwickeln will.

Erst als die Kollegen am Donnerstagmittag das gemeinsame Üben auf dem Eis schon länger beendet hatten, fuhr auch Leon Hüttl am Ratsweg vor. Kein Problem, der Jüngste der Frankfurter Löwen fehlte entschuldigt – er hatte in der jüngeren Vergangenheit schließlich genug Programm und daher einen Tag Pause verordnet bekommen. Um dann doch einmal in der Eissporthalle vorbeizuschauen, in den Katakomben vielleicht ein bisschen auf einem Heimtrainer zu strampeln. Und um die Tasche mit seiner Ausrüstung wieder am Arbeitsplatz abzuladen, mit der er von Montag bis Mittwoch in anderer Angelegenheit unterwegs gewesen war: dem ersten Einsatz des neuen Bundestrainers Toni Söderholm.

„Das war eine geile Erfahrung. Es hat richtig Bock gemacht, da mitmischen zu dürfen“, schwärmte Leon Hüttl vom Trainingscamp des Top Team Peking – eine vom Deutschen Eishockey-Bund (DEB) mit Blick auf die Olympischen Winterspiele 2022 eingerichtete Kaderschmiede für Unter-25-Jährige, geleitet vom Bundestrainer persönlich, der so künftige Nationalspieler genau in Augenschein nehmen kann. Dass Hüttl als 18 Jahre junger Zweitligaspieler zu diesem erlesenen Kreis zählt, ist „eine große Ehre für Leon. Es ist auch eine Auszeichnung für unseren Club und unsere Trainer“, findet Löwen-Sportdirektor Franz-David Fritzmeier.

Der begabte Verteidiger aus Bad Tölz ist ein gutes Beispiel für die Frankfurter Methode, auf den 2021 wieder möglichen Aufstieg in die erstklassige DEL hinzuarbeiten – mit einer Mischung aus Routiniers wie Kapitän Adam Mitchell, einer Zwischenschicht aus schon erfahrenen, aber noch steigerungsfähigen Mittzwanzigern wie dem torgefährlichen Verteidiger Max Faber und den Talenten Hüttl, Mike Fischer sowie den Eisenmenger-Brüdern Max und Magnus, die gerade ihre Verträge verlängert haben. Den Youngstern kommt eine besondere Rolle zu: „Unser Ziel ist es, sie so lange halten zu können, dass sie mit uns in die DEL aufsteigen und dort Identifikationsfiguren sind, als Gesichter der Löwen“, erklärt Fritzmeier. Er stellt aber auch klar: „Wir sind kein Jugendförderwerk. Wir wollen auch keine Ausbildungsmannschaft, sondern eine Profimannschaft, die erfolgshungrig ist und den Zuschauern Spaß macht.“

Dieser Tage, da die lange Hauptrunde der DEL 2 langsam in ihr letztes Viertel geht, sieht das auch in der Tabelle gut aus. Mit dem spektakulären 8:1 gegen den damit gestürzten Spitzenreiter Ravensburg haben die Hessen den ersten Platz erobert. An diesem Freitag (19.30 Uhr) können sie nun daheim gegen die Bayreuth Tigers an gelegentlichen Schwächen gegen vermeintlich kleinere Gegner arbeiten und am Sonntag (17 Uhr) beim Meister Bietigheim Steelers wieder einmal ihre Stärke in Spitzentreffen unter Beweis stellen.

Fritzmeier steckt unterdessen schon mitten im Kader-Puzzle für die nächste Saison. Mit den Jungen ist alles geregelt, die alten Führungskräfte Mitchell und Eddie Lewandowski stehen auch unter Vertrag. Spannend wird sein, wie es mit den Vertretern der altersmäßigen Mittelschicht weitergeht. „Wir hoffen, einen Großteil der Mannschaft halten zu können“, erklärt Fritzmeier. Nicht alle werden bleiben wollen, nicht alle bleiben können. Klar ist, dass zwei weitere „hochkarätige Talente“, so Fritzmeier, verpflichtet werden sollen – in Hüttls Alter. Dessen Entwicklung hat selbst den Sportdirektor erstaunt: „Im September war er noch nicht mal für die deutsche U 20 nominiert, bei der WM im Dezember war er ein Leistungsträger.“

Mit Hüttl gelang Deutschland der Wiederaufstieg in die erste WM-Klasse – unter Söderholm, da noch Co-Trainer beim DEB-Nachwuchs. „Ein netter Typ und guter Trainer, der richtige für den Posten“, sagt Hüttl über den Bundestrainer. Der wiederum informiert sich rege bei den Löwen-Verantwortlichen über ihn. „Die Zweite Liga ist kein Nachteil für Leon. In dem Alter ist es wichtig, dass er Spielpraxis bekommt und ein Umfeld hat, in dem er sich entwickeln kann“, meint Fritzmeier. „Entscheidend sind die Bedingungen, wie mit ihm gearbeitet wird. Die haben wir geschaffen, mit dem Trainerteam, dem Kraftraum und anderen Verbesserungen im sportlichen Bereich. Ohne das hätten wir Leon nicht bekommen, ohne das hätte er sich nicht so entwickeln können.“

Auch Matti Tiilikainen ist voll des Lobes. „Er ist bescheiden und arbeitet hart an sich. Wenn er so weitermacht, kann er eine große Karriere haben“, urteilt der Headcoach. „In der Defensive ist er gut, in der Offensive muss er noch dazulernen.“ Das weiß Leon Hüttl selbst, ab und an freilich bewegt er auch jetzt schon etwas nach vorne. Wie am Sonntag: Da schickte der 18-jährige Hüttl den 38-jährigen Lewandowski in die Tiefe, dessen prompte Weiterleitung der 24-jährige Carter Proft verwandelte – der schönste Treffer der Ravensburg-Gala, passend zum Frankfurter Drei-Generationen-Modell.

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