Mit dem Handy am Ohr: In Löwen-Diensten hat Sportdirektor Franz-David Fritzmeier viele Gespräche zu führen. Foto: Hübner

Eishockey

Löwen Frankfurt: "Da müssen wir jetzt durch"

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Eishockey: Der Frankfurter Sportdirektor Franz-David Fritzmeier spricht im Interview über die Lage der Löwen, Verletzungssorgen und Kritik im Umfeld.

Ein gutes Drittel der langen Hauptrunde in der DEL 2 ist gespielt. Nach 19 von 52 Punktspielen finden sich die Frankfurter Löwen auf dem fünften Platz wieder, in einem dicht gedrängten Tabellenbild. Franz-David Fritzmeier sieht Luft nach oben, überraschend kommt dieser Zwischenstand für ihn aber auch nicht. Der 39-Jährige, seit Dezember 2017 Sportdirektor des ambitionierten Eishockey-Zweitligisten, bezieht vor der Partie beim EV Landshut an diesem Freitag (19.30 Uhr) und dem Heimspiel gegen den EC Bad Tölz am Sonntag (18.30 Uhr) im Gespräch mit unserem Redakteur Markus Katzenbach Stellung zu verschiedenen Themen. Franz-David Fritzmeier über:

Die Zwischenbilanz

Wir haben einige Punkte verschenkt und sind noch nicht so ins Rollen gekommen wie erwünscht. Insgesamt sind wir aber nicht unzufrieden. Es ist eigentlich auch alles so gekommen, wie wir es vorhergesagt haben: Dass wir noch mehr Junge einbauen wollen, dass die Liga enger und besser geworden ist und dass es auch mal schwierig werden könnte. Hier und da könnten die Ergebnisse besser sein. Es ist aber auch schwierig mit der Personalsituation.

Die Verletzungssorgen

Das begann schon vor der Saison mit Dan Spang (der Abwehrchef musste nach einer Rückenverletzung in der Vorbereitung seine Karriere beenden, Anm. d. Red.). Da haben wir in diesem Jahr Pech. Es sind auch keine Muskelverletzungen, die vielleicht nicht so lang dauern, sondern immer wieder schwerere Verletzungen, wie bei Thomas Gauch, Mike Fischer und Alex Roach oder jetzt Adam Mitchell. Die Mannschaft hat damit zu kämpfen, die Ausfälle sind nicht so leicht zu kompensieren.

Kritik im Umfeld

Wir haben eine gute Mannschaft und ein klares Konzept, das auf den Aufstieg in die DEL abzielt und das wir umsetzen. Man muss aber auch mal durch Zeiten hindurchgehen, die vielleicht nicht so einfach sind, wie jetzt mit dieser Personalsituation. Die Fans in Frankfurt sind immer topp und unterstützen uns, polemische Kritik aus dem Umfeld hilft uns aber nicht weiter. Da sollten einige vielleicht mal über Anspruch und Wirklichkeit nachdenken. Frankfurt ist nicht der Nabel der Welt. Wir sind noch nur ein Zweitligist mit einem Zweitliga-Budget. Ich würde mir auch mehr Respekt gegenüber den anderen Teams wünschen: Es ist ja nicht so, dass in dieser Liga nur drei Profi-Mannschaften spielen und der Rest Hobby-Eishockey.

Weitere Verstärkungen

Wir haben keinen goldenen Esel hier, Spielerverpflichtungen kosten Geld. Man muss auch sehen, was der Markt hergibt. Und irgendwann kommen die verletzten Spieler ja wieder zurück. Generell gilt: Wir haben inklusive der Torhüter 26 Spieler selbst unter Vertrag, ohne die Förderlizenzspieler, das gab es in Frankfurt in der jüngeren Vergangenheit nicht. Auch jetzt haben wir für das Wochenende noch sechs Verteidiger und 13 Stürmer zur Verfügung, trotz der vielen Verletzungen. Der Kader ist sehr breit aufgestellt. Wegen der Junioren-WM werden wir aber wahrscheinlich zeitnah noch einen Verteidiger verpflichten.

Folgen der U-20-WM

Leon Hüttl, Daniel Wirt und Luis Schinko sind für die U-20-WM nominiert, Magnus Eisenmenger ist auf Abruf. Wir rechnen damit, dass uns zumindest drei Spieler während der Vorbereitungszeit und dem Turnier nicht zur Verfügung stehen, also vom 10. Dezember an für drei, vier Wochen. Das war eingeplant. Durch die Verletzungen hätten wir aber jetzt statt sechs wie vorgesehen nur vier Verteidiger. Deshalb legen wir noch mal nach.

Die Jungen

Am Anfang der Saison waren sie in einer gewissen Komfortzone. Sie haben nicht stabil genug gespielt, waren nicht hungrig genug. Vielleicht haben wir nach den starken Leistungen in der Vorsaison auch etwas überschätzt, wie weit sie schon sind. Es sind junge Menschen, die Zeit brauchen, sich zu entwickeln. Wir setzen auf jeden Fall weiter stark auf sie. Die Kritik hat auch gewirkt: Zuletzt haben sie deutlich besser gespielt.

Die Führungskräfte

Wie bei dem ganzen Team ist bei einigen Spielern noch Luft nach oben. Der Ausfall von Adam Mitchell für die nächsten fünf, sechs Wochen trifft uns hart. Als Kapitän ist er nicht nur auf dem Eis, sondern auch in der Kabine extrem wichtig. Die Mannschaft muss noch enger zusammenrücken, der eine oder andere noch einen Schritt nach vorne machen. Wir glauben aber, dass wir gestärkt aus dieser Phase herausgehen werden.

Die Lage der Liga

Die DEL 2 hat sich deutlich verbessert. Viele spielen gutes Eishockey, einige sind jetzt besser drauf als andere. Das wird aber ein enges Rennen bis zum Ende. Wir haben natürlich auch unsere Ambitionen.

Worauf es jetzt ankommt

Wenn wir unsere bestmögliche Leistung bringen, können wir jede Mannschaft schlagen. Es kommt also auf uns selbst an. Auch am Wochenende. Landshut haben wir zu Hause klar geschlagen, aber auswärts wird es ein schwerer Gang. Und Bad Tölz hat sich sehr gemausert, hat mit das höchste Budget der Liga. Das wird ein Spitzenspiel. Wir werden auch in den nächsten Wochen konzentriert weiterarbeiten und lassen nicht aus der Ruhe bringen, das ist das Wichtigste.

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