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Beste Löwen-Laune in Dresden: Carter Proft (links) und Mathieu Tousignant freuen sich über den Einzug ins Finale.

Eishockey

Löwen Frankfurt: Die Reise geht weiter - Das Ziel ist die Meisterschaft

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Die Löwen sind auf Erfolgskurs. Das Finale ist erreicht, und der weitere Weg zum angestrebten DEL-2-Titel ist schon klar: Es geht in Richtung Süden.

Frankfurt - Auf der A4 kennen sich die Frankfurter Löwen inzwischen aus. Fünf Mal allein in den vergangenen drei, vier Wochen haben sie ihre Dienstreisen über die Autobahn quer durch Sachsen und Thüringen geführt, auch in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch noch einmal, und eines steht seither fest: Diese Route wird der Meisterschaftsanwärter in der zweiten Klasse des deutschen Eishockeys in dieser Saison nun nicht mehr nehmen müssen. Das 4:3 bei den Dresdner Eislöwen einschließlich einer Verlängerung und einer gewissen Portion Drama war schließlich der vierte Sieg im vierten Spiel dieser Halbfinalserie und damit der schnellste Weg ins Endspiel der DEL 2. Bis zum großen Ziel freilich gilt es ein paar weitere Etappen zu bewältigen. „Das soll noch nicht das Ende der Reise sein“, betonte Ilya Andryukhov, ehe er zu mitternächtlicher Stunde vor der Dresdner Energieverbund-Arena in den Mannschaftsbus stieg.

Der wieder einmal bärenstarke Goalie Andryukhov, nicht von ungefähr zum besten Spieler dieser Play-off-Runde erkoren, war am Dienstagabend einer der Matchwinner, ein anderer Brett Breitkreuz. Eine Weile hatte der Stürmer in den Ausscheidungsspielen sein Schussglück gesucht, nun fand er es gleich doppelt. Breitkreuz gelang der Ausgleich zum 3:3 und in der Extraschicht das entscheidende 4:3 – und er hatte bei aller Freude darüber damit noch nicht genug. „Wir sind erst auf zwei Dritteln des Weges angekommen“, sagte er nach dem Überstehen von Viertel- und Halbfinale und ergänzte mit Blick aufs Finale: „Jetzt wollen wir auch die anderen vier Siege holen.“

So viele fehlen noch zum Meistertitel. „Wenn man so weit gekommen ist, will man natürlich noch mehr“, meinte auch Sportdirektor Franz-David Fritzmeier und sieht durchaus Chancen, dieses Vorhaben zu einem guten Ende zu bringen. Besser jedenfalls als im vorigen Jahr. Da hatte man sich durch das Viertelfinale gegen Kassel gequält, um dann müde und angeschlagen gegen den späteren Meister Bietigheim Steelers auszuscheiden.

Reif für Meisterprüfungen

„Jetzt sind wir gut durch die Saison gekommen, haben in den Play-offs einmal fünf, einmal vier Spiele gebraucht, den kompletten Kader und noch Luft nach oben“, sagte Fritzmeier. „Wir wissen, dass das Finale schwer wird. Aber wir sind heiß.“ Tatsächlich scheinen die insgesamt recht jungen Löwen, zusammengestellt für den ab 2021 wieder möglichen Aufstieg in die erste Klasse, schon jetzt reif für Meisterprüfungen. In den Play-offs war bislang jedenfalls eindrucksvoll Verlass auf die Frankfurter Mischung, selbst auf hintere Reihen.

„Wir brauchen alle Spieler. Wenn jeder seinen Job erledigt, sind wir richtig stark“, betonte Fritzmeier und erinnerte an das 7:4 im dritten Spiel am Sonntag, als Dominik Meisinger und Magnus Eisenmenger zwei wegweisende Tore beisteuerten: „Dass auch die vierte Reihe so geliefert hat, war ein großes Faustpfand für uns.“ Die dritte Reihe wiederum prägte das Viertelfinale gegen die Eispiraten Crimmitschau, und die erfahrenen ersten beiden Formationen kamen nicht nur im entscheidenden vierten Spiel in Dresden ihrer Verantwortung nach.

Nicht selbstverständlich

Es ist schon gut, dass wir das schon jetzt gebogen haben“, meinte Fritzmeier. „So haben wir etwas mehr Zeit zum Regenerieren.“ Bei einer Niederlage hätten die Löwen zumindest am Freitag noch einmal aufs Eis gemusst. Nun können sie gemütlich zuschauen, ob dann im anderen Halbfinale auch die Ravensburg Towerstars nach 3:1 Siegen gegen den ESV Kaufbeuren das Finale buchen können.

Klar ist: Die Endspielserie beginnt am Donnerstag, 18. April, daheim am Ratsweg – wo die Löwen gestern morgen gegen halb sechs von ihrer nächtlichen Busfahrt aus Dresden heimkamen, glücklich und müde. „Da war nicht viel mit Schlafen, dafür waren alle zu aufgekratzt“, berichtete Fritzmeier. Ein bisschen gefeiert wurde schon, auch das eine oder andere Bier getrunken, alles ohne Übertreibung. „Man muss auch mal den Moment genießen“, fand der Sportdirektor. Zumal es keine Selbstverständlichkeit sei, im Finale zu stehen.

Die Reise geht weiter. Nur nicht mehr auf der A4 – nach Crimmitschau haben die Löwen mit Dresden auch den letzten Vertreter Sachsens in die Sommerpause verabschiedet. Um Kurs gen Süden zu nehmen. Klar ist nämlich auch, ob Ravensburg oder doch Kaufbeuren warten: Der Weg zur Meisterschaft führt über A3 und A7.

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