Löwen Frankfurt

Die Löwen freuen sich auf den frühen Besuch von Erzivale Kassel

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Nach gelungenem Start steht schon früh in der Saison das erste Hessen-Duell an: Gegen Kassel erwartet die Frankfurter Eis-Löwen ein interessanter Vergleich.

Ganz am Ende beginnt auf dem Eis am Ratsweg ein spezielles Scheibenschießen. Ein Löwe nach dem anderen läuft allein aufs Tor zu, und wer den Puck am Torwart vorbei ins Ziel gebracht hat, darf fortan von der Seite aus entspannt zuschauen, wie sich die noch erfolglosen Kollegen in weiteren Anläufen an der Vollendung eines solchen Penalty-Solos versuchen, wieder und wieder. Bis unter dem Gejohle der anderen Frankfurter Eishockeycracks schließlich nur Marius Erk übrig bleibt, als Letzter, der nicht getroffen hat – und zum Lohn mitsamt rosa Helm und Trikot einen nicht unbedingt druckreifen Titel verliehen bekommt.

Alles nur ein Spaß, natürlich. „Die Jungs haben sich das ausgedacht“, erklärt Headcoach Matti Tiilikainen hinterher, angetan von der Initiative: Am Ende des Donnerstagstrainings wurde so noch einmal ordentlich für Stimmung gesorgt. Wobei an guter Laune unter Frankfurter Löwen derzeit ohnehin kein Mangel herrscht. Der Start in die DEL 2 ist geglückt, mit zwei Siegen am ersten Wochenende – und gestern blickte man schon mit gespannter Erwartung voraus auf die nächste Aufgabe: das Hessen-Duell an diesem Freitag (19.30 Uhr) gegen die Kassel Huskies.

„Das ist immer ein Highlight. Da ist immer etwas mehr Würze drin als in allen anderen Spielen“, freute sich Franz Fritzmeier auf den Erzrivalen. „Frankfurt gegen Kassel ist eines der größten Derbys im deutschen Eishockey, mit das größte nach Köln gegen Düsseldorf.“

Der Sportdirektor selbst hat das schon aus nächster Nähe erlebt, in einer ganz besonderen Situation. Im März, als er von einem Tag zum anderen auch zum Trainer wurde. Als man in der Viertelfinalserie der vorigen Saison mit einer zunehmend auseinanderfallenden Mannschaft gegen Kassel 0:2 zurück lagen, zog der Club die Notbremse und trennte sich von Paul Gardner, dem DEL-2-Meistertrainer von 2017. Fritzmeier übernahm und führte Frankfurt mit vier Siegen hintereinander noch ins Halbfinale. Dort war zwar Endstation gegen den späteren Champion Bietigheim, immerhin aber wurde ein angesichts der hohen Ambitionen doch arg enttäuschendes Aus in der ersten K.o.-Runde verhindert – und nebenbei der alte Rivale geärgert.

Genug Brisanz

„Es war schön, den Fans diesen Sieg schenken zu dürfen, die uns in den engen Spielen getragen haben. Das sind schöne Erinnerungen“ sagt Fritzmeier vor einem Wiedersehen, bei dem die Eissporthalle nicht ganz ausverkauft sein wird, unüblich für dieses Duell. Dafür ist es vielleicht einfach zu früh im Eishockey-Jahr und draußen in den vergangenen Tagen noch ein bisschen zu sehr Spätsommer gewesen.

Brisanz bietet das Aufeinandertreffen so oder so genug, Randgeschichten auch. Zum Beispiel um Richie Mueller, Löwen-Liebling und Meister von 2017, der jetzt als Gegner an den Ratsweg kommt. Es ist auch ein Vergleich zweier Widersacher, die sich in ihren Zielen ähnlich sind, aber sehr unterschiedlich in der Vorgehensweise. Langfristig wird die Rückkehr in die erste Klasse angestrebt, kurzfristiger die Meisterschaft in der zweiten Klasse. Während man dafür in Kassel auf bekannte Namen und den bewährten Coach Rico Rossi setzt, wurde in Frankfurt ein neuer Kurs eingeschlagen. Mit einem jungen Trainer-Trio um Tiilikainen und einem runderneuerten Kader, dem neben Führungskräften wie Kapitän Adam Mitchell viele junge, entwicklungsfähige Spieler angehören.

Beim 5:2 gegen Mitfavorit EVS Kaufbeuren und dem 5:1 bei Aufsteiger Deggendorfer SC hat diese Mischung bereits funktioniert. „Wir haben schon sehr strukturiert gespielt, die Rädchen greifen gut ineinander. Wir müssen uns aber stabilisieren und weiter steigern“, sagt Fritzmeier. Am Donnerstag sitzt er wie immer beim Training auf der Tribüne, macht sich Notizen, um den Überblick zu behalten, auf dem Laufenden zu bleiben. Seine Eindrücke des Tages? „Das war sehr ordentlich, sehr konzentriert.“ Quatsch wird erst zum Schluss gemacht. Aber falls das heute nötig ist: Vielleicht wissen Tiilikainen und Co. so noch ein bisschen besser, wer einen Penalty schießen sollte. Und wer nicht.

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