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Eishockey

Löwen gewinnen das Spitzenspiel gegen Kassel

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Beste Stimmung am Ratsweg: Das Hessen-Duell zwischen den Löwen und den Kassel Huskies ist ein echtes Spitzenspiel - und findet ein gutes Frankfurter Ende. 

Frankfurt-Die allermeisten der 6770 Zuschauer hatte es in den letzten Minuten dieses heftigen Ringens ohnehin schon nicht mehr auf ihren Sitzen gehalten, für stehende Ovationen waren sie so bestens vorbereitet. Und mit der Schlusssirene konnte die Party in der erstmals in dieser Saison ausverkauften Eissporthalle am Ratsweg beginnen, noch einmal eine Schippe stimmungsvoller als an anderen erfolgreichen Freitagabenden. Mit dem 4:3 (0:0, 2:3, 2:0) gegen Kassel Huskies hatten die Frankfurter Löwen schließlich nicht nur den Tabellenführer der DEL 2 bezwungen, sondern obendrein den Hessenrivalen, was es stets besonders zu feiern gilt. Nach einem Spitzenspiel in der zweiten Klasse des deutschen Eishockeys, das dieser tabellarischen Einordnung auch gerecht wurde.

Ob es eine der besten Partien dieser Hauptrunde war? Für Matti Tiilikainen war es in jedem Fall wohl die "mit der höchsten Geschwindigkeit". Und eine, die umkämpft war wie wenig andere. "Es war sehr schwer, dieses Spiel zu gewinnen", sagte der Löwen-Headcoach. Auch sein Kollege Tim Kehler hatte zumindest zwischenzeitlich seinen Spaß an dem Spektakel, trotz des unglücklichen Ende für seine Huskies. Der frühere Löwen-Coach aber genoss die Derby-Stimmung am Ratsweg, die er aus eigenen Frankfurter Zeiten kennt. Kehler hatte darüber hinaus viel Gutes gesehen von beiden Mannschaften, vor allem "viel Herz und Tempo". Nur eben auch ein paar Fehler zu viel von seiner Mannschaft. "Das müssen wir abstellen", forderte er.

Nach einem ersten Drittel, in dem vor allem die Huskies gut organisiert waren und wenig Gefahr für ihr Tor zuließen, nahm das Spektakel ab dem zweiten Drittel seinen Lauf. Stephen MacAulays plötzliche Löwen-Führung (21.) glich Ben Duffy nur eine Minute später aus. Bald darauf verlor der Frankfurter Goalie Jimmy Hertel unbedrängt seinen Schläger, das folgende Durcheinander nutzte Corey Trivino zum 2:1 für die Gäste. (30.). Zwar konterte das der starke Max Eisenmenger prompt mit dem 2:2, doch in Kasseler Überzahl schlug Trivino wieder zu (35.).

Nach 43 Minuten wiederum wurde in der Fankurve ein Ständchen für Manuel Strodel gesungen - weil der Neuzugang aus Bad Nauheim im dritten Spiel in Frankfurter Farben zum ersten Mal getroffen hatte, passend zum 28. Geburtstag. Als Kapitän Adam Mitchell nach MacAulays Traumvorlage zum 4:3 vollendete, zwölf Minuten vor Schluss, wurde die Stimmung noch besser. Nun wehrte sich Kassel nach Kräften gegen die dritte Niederlage im dritten Auswärtsspiel in Folge. Doch die Löwen hielten dagegen - und Hertel bot sein Können auf, das war in dem Nervenkitzel bis zum Schluss auch nötig.

Während der EC Bad Nauheim bei den Bietigheim Steelers mit 0:7 (0:2, 0:0, 0:5) unterging, schoben sich die aktuellen Tabellenvierten aus Frankfurt so näher an die Spitze heran. "Das zweite und dritte Drittel waren unsere besten", lobte Tiilikainen nach einer Begegnung, der seiner Meinung nach nicht mehr viel zum Play-off-Niveau fehlte. Da passt auch der Spielplan: Am Dienstag sieht man sich nach einem Gastspiel in Dresden am Sonntag (16 Uhr) schon in Kassel wieder. 

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