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Den Löwen Frankfurt fehlt nur noch ein Sieg zum Play-off-Finale.

Eishockey

Löwen gewinnen den Thriller am Ratsweg 7:4 - Nur noch ein Sieg fehlt zum Play-off-Finale

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Grund zum Feiern bei den Löwen Frankfurt. Am Sonntag gewinnen die Frankfurter gegen die Mannschaft aus Dresden und stehen damit kurz vor dem Play-off-Finale.

Frankfurt - Die Löwen Frankfurt stehen unmittelbar vor dem Einzug ins DEL2-Finale. Nach den 4:1 und 5:1-Erfolgen gewannen sie das dritte Play-off-Halbfinalspiel gegen die Dresdner Eislöwen mit 7:4 (3:3, 2:0, 2:1). Zum souveränen Einzug ins Finale – wahrscheinlich gegen die vom Frankfurter Meistermacher Rich Chernomaz trainierten Ravensburg Towerstars – fehlt nur noch ein Sieg.

Die 5376 Zuschauer erlebten in den ersten 20 (23) Minuten das actionreichste Drittel der gesamten Saison. Es waren 23 Minuten, die man so schnell nicht vergessen wird. Die Löwen starteten wie die Feuerwehr, hatten in den ersten drei Minuten drei gute Chancen, die jedoch ungenutzt blieben. Doch zunächst einmal jubelten die Gäste. Das 0:1 fiel quasi aus dem Nichts. Der Angriff der Eislöwen sah eher harmlos aus. Thomas Pielmeier platzierte die Scheibe mit einem verdeckten Handgelenkschuss im Winkel. Im direkten Gegenzug scheiterte Lukas Koziol mit dem berühmten Bauerntrick. Als Tim Schüle auf die Strafbank geschickt wurde, sorgte Topscorer Jordan Knackstedt im Powerplay für Freiräume. Dies nutzte Harrison Reed zum zweiten Treffer der Gäste (8). Die Löwen zeigten sich davon unbeeindruckt. 67 Sekunden nach dem Bully sprang die Scheibe nach einem Schuss von Schüle von der Bande zu Matthew Pistilli, der schnell schaltete und den Puck am kurzen Pfosten ins Netz bugsierte.

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Und dann wurde es richtig turbulent. Die vierte Reihe holte eine Strafzeit heraus, 20 Sekunden später musste als zweiter Dresdner René Kramer raus. Chancen erspielten sich die Löwen mit zwei Mann mehr auf dem Eis einige, Zahlenmäßiges kam aber nicht heraus. Kaum vollzählig, verloren die Dresdner wieder einen Spieler. Diesmal musste in die Kühlbox Aleksejs Sirokovs. Max Faber verlor jedoch an der Bande die Kontrolle über die Scheibe. Dresden fuhr ein Zwei-gegen-Null-Break. Kramer schoss und rauschte wie eine Bowling-Kugel hinterher. Ilja Andryukhov konnte den ersten Schuss zwar noch parieren, wurde dann von dem heranjagenden Verteidiger in die Luft gehoben, die Scheibe trudelte unter ihm ins Tor. Die Schiedsrichter schauten sich die Szene mehrmals auf dem Video an, entscheiden dann aufs Tor für Dresden.

Wenig später saßen wieder zwei Dresdner auf der Strafbank. Die sportliche Antwort ließ nur 13 Sekunden auf sich warten. Mathieu Tousignant wurde im Slot angeschossen, der Puck prallte zu Adam Mitchell ab, der aus spitzem Winkel auf 2:3 verkürzte. Ein Eislöwe blieb noch draußen. Tousignant schoss und jubelte. Sonst reagierte aber niemand. Das Spiel lief munter weiter. Ganze 144 Sekunden ohne Unterbrechung. In dieser Zeit rettete Andryukhov im Stile eines Fußballtorwarts artistisch gegen den Kapitän der Sachsen Thomas Pielmeier. Nur noch zweieinhalb Minuten zu spielen zeigte die Uhr an, als das Spiel endlich unterbrochen wurde. Nun eilten die Schiedsrichter zum Video-Gerät. Es dauerte wieder lange. Dann zeigte der Zebra-Mann auf den Mittelpunkt. Auf der Tafel leuchtete ein 3:3, die Uhr ging zurück, zeigte wieder nur 26 Sekunden mehr, als beim 2:3. Die vergangene Zeit wurde nachgespielt. Nicht auszudenken, was die Eislöwen veranstaltet hätten, wenn Pielmeier gegen Andryukhov erfolgreich geblieben wäre und das Tor nun nicht gegolten hätte. Dass Knackstedt noch vor der Sirene den Pfosten traf, blieb angesichts der vorherigen Szenen fast schon unbedeutend. Im zweiten Drittel ging es etwas ruhiger zu. Der Play-off-Kampfcharakter blieb. Die Löwen zeigten aber inzwischen mehr Biss, wirkten auch torhungriger. Das machte sich auch bemerkbar. Erst wurde der Slowake David Skokan gerade vorm Ablauf des Powerplays von Brett Breitkreuz schön angespielt und brachte mit einem Direktschuss den Frankfurtern die erste Führung im Match (12.), dann wurde auch die aufopferungsvoll kämpfende vierte Reihe mit ihrem ersten Playoff-Treffer belohnt. Nach Voarbeit von Mike Fische traf Dominik Meisinger (14.). Die Gäste steckten nie auf, scheiterten aber mehrmals an dem erneut überragenden „russischen Bär“ im Frankfurter Gehäuse.

Ähnliches Bild gab es im Schlussdrittel. Dresden spielte mit, konnte aber seine durch vorherigen Dauereinsatz müde gespielte Parade-Reihe um Knackstedt nicht mehr so oft aufs Eis schicken. Nun machte sich der Vorteil, dass Frankfurt vier Reihen regelmäßig durchwechselte, deutlich bemerkbar. Die Gastgeber kontrollierten das Geschehen. Dann musste allerdings Kapitän Mitchell raus. Dresden schickte sofort seine „Kanoniere“ raus. Nick Huard verkürzte auf 4:5 (48.). Das verlieh den Sachsen wieder Mut. Nun spielte sich wieder öfters Szenen vor dem Frankfurter Tor ab. Für Beruhigung gesorgt hat erst das 6:4 durch den von Magnus Eisenmenger sehr schön in den Lauf angespielten Mike Fischer (50). Huard und Knackstedt vertrugen es nicht, ihre Nerven gingen durch. Während Huard in der Kühlbox zusehen musste, wie Tousignant in Überzahl das 7:4 markierte, wurde Knackstedts Auftritt mit dem Schlachtruf „alle auf die 9“ begleitet. Huard hat sich nicht beruhigt, randalierte während des Weges zur Bank und musste deshalb wieder zurück auf die Strafbank. Die Partie war gelaufen. Beide Teams konnten sich im Kopf schon auf das nächste Aufeinandertreffen am Dienstag (19.30 Uhr) in Dresden vorbereiten.

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