Neuerdings ein Frankfurter Löwe: Manuel Strodel. Foto: hübner
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Neuerdings ein Frankfurter Löwe: Manuel Strodel. Foto: Hübner

Eishockey

Löwen-Sieg zum Strodel-Einstand

  • Markus Katzenbach
    vonMarkus Katzenbach
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Frankfurt verstärkt sich und bleibt in der DEL 2 mit dem Sieg gegen Bietigheim in der Spur.

Frankfurt.Die Tinte unter dem neuen Arbeitspapier war kaum trocken, da sauste Manuel Strodel auch schon zwischen den beim Einzug der Spieler üblichen Feuerfontänen aufs Eis am Ratsweg. Frisch aus der Nachbarschaft vom EC Bad Nauheim zu den Frankfurter Löwen gewechselt, gab der Stürmer gleich seinen Einstand - und trug seinen Teil bei, dass es mit dem 5:0 (1:0, 2:0, 2:0) gegen die Erzrivalen von den Bietigheimer Steelers ein erfreulicher Freitagabend für seinen neuen Club wurde. "Er hat sehr gut gespielt", lobte Headcoach Matti Tiilikainen und hielt allgemein fest: "Wir sind in der Spur, und das wollen wir auch bleiben."

Vor 5006 Zuschauern festigten die Löwen mit den achten Sieg in den vergangenen neun Spielen ihren vierten Tabellenplatz in der DEL 2. Erstmals seit Ewigkeiten hatte Tiilikainen dabei wieder vier volle Sturm- und drei Abwehrreihen aufbieten können. Zwar ist die Zwangspause von Carter Proft die nächste der vielen Frankfurter Verletzungsgeschichten, aber dafür heuerte ja nun Strodel an. Und mit Luis Hüttl, Daniel Wirt und Luis Schinko kehrten nach einem Monat Abwesenheit die drei Junioren-Nationalspieler von der U20-WM zurück. "Sie haben alle drei fast ihr bestes Spiel für uns gemacht und den Schwung von der WM mitgenommen", fand Tiilikainen.

Mit viel Applaus war erst einmal auch der eine oder andere alte Löwe in der früheren Heimat empfangen: Brett Breitkreuz und Tim Schüle hatten vor der Saison die Seiten gewechselt, zudem bot Bietigheim mit Lukas Laub und Eric Stephan zwei Frankfurter Meister von 2017 auf. Für Schüle allerdings wurde es ein bitteres Deja-Vu-Erlebnis: Schon beim ersten Ratsweg-Besuch als Gast im Oktober hatte sich der gebürtige Bietigheimer die Schulter lädiert, obendrein setzte es da schon eine deftige 1:6-Niederlage, Und nun musste er wieder nach nur fünf Minuten vom Eis, mit dem bösen Verdacht einer Schultereckgelenksprengung. Während die anderen früheren Frankfurter kaum auffallen sollten, in einer Begegnung zwischen zwei traditionellen Titelanwärtern in der zweiten Klasse des deutschen Eishockeys, die beide schon ihre Probleme in dieser Saison hatten.

Der aktuelle Trend freilich ist eindeutig: Während sich die Löwen wieder in gewohnten Spitzenrevieren bewegen, müssen sich die Steelers nach vier Niederlagen in Serie langsam um die direkte Play-off-Teilnahme sorgen. Von ihren einst gefürchteten Stärken war nichts zu sehen, das Powerplay etwa spottete seiner Beschreibung: Ende des ersten Drittels ließen die Gäste gar 54 Sekunden mit zwei Mann mehr ungenutzt verstreichen. Kein Zufall, dass Max Eisenmenger (33.) in Unterzahl Frankfurts 2:0 gelang - was an diesem Abend fast schon die Entscheidung war, weil die Gegenwehr ausblieb. Adam Mitchell erhöhte in Auflösungserscheinungen der Bietigheimer Abwehr bald auf 3:0 (38.), Stephen MacAulay (53.) und Eddie Lewandowski (57.) machten die Angelegenheit dann so deutlich wie im Oktober. Eingeleitet hatte den Löwen-Coup ein Patzer des unsicheren Steelers-Goalies: Stephon Williams war ein Schuss Darren Mieszkowskis zwischen den Schonern durchgerutscht (13.).

"So müssen wir weitermachen", forderte Tiilikainen. Manuel Strodel könnte da noch eine wichtige Verstärkung werden, angesichts vieler Ausfälle. Beim EC Bad Nauheim, der im ersten Spiel ohne ihn ein wildes 3:7 (2:5, 1:2, 0:0) bei Meister Ravensburg Towerstars kassierte, hatte er die erwartete Führungsrolle nie ausfüllen können, nachdem er im Sommer mit der Erfahrung von über 300 DEL-Spielen für die Düsseldorfer EG gekommen war. Kein Problem für Tiilikainen: "Diese Saison lief für ihn noch nicht so gut. Aber hier kann er einen neuen Start hinlegen", sagte er und ist guter Dinge: "Er ist ein smarter, schneller Spieler, der uns weiterhilft." Nächste Gelegenheit: Sonntag, 17 Uhr, bei den Eispiraten Crimmitschau.

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