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Eishockey

Löwen in Spitzenlage

  • Markus Katzenbach
    vonMarkus Katzenbach
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Frankfurt schlägt in der Deutschen Eishockey Liga 2 auch Dresden und behauptet Platz eins.

Frankfurt - Bis zur Erlösung dauerte es doch etwas länger, dafür durfte dann gleich richtig gefeiert werden. Als Jimmy Hertel den Schuss von Nick Huard, dem letzten Penaltyschützen der Dresdner Eislöwen, abgewehrt hatte, war der elfte Sieg der Frankfurter Löwen hintereinander Gewissheit - und im Grunde ist das auch die Platzierung als beste Mannschaft der langen Hauptrunde in der DEL 2, vor dem letzten von 52 Spieltagen. Mit 94 Punkten hat der Meisterschaftsanwärter vom Main nun deren drei Vorsprung auf den EHC Freiburg. Das ließe sich am Sonntag vielleicht noch aufholen, die um 21 Treffer bessere Frankfurter Tordifferenz aber wohl kaum.

"Wir wollten eigentlich die drei Punkte holen, um sicher Erster zu sein. Jetzt sind wir nah dran, aber man weiß nie", gab sich Headcoach Matti Tiilikainen da noch etwas zurückhaltend. Stolz aber konnte er auf die gute Heimbilanz verweisen, mit dem neunten Erfolg hintereinander in der Eissporthalle am Ratsweg.

Vor 5385 Zuschauern war am Freitagabend für die Fortsetzung dieser Serie und die günstige Ausgangsposition in Spitzenlage eine Menge Arbeit nötig, und wie so oft in der zweiten Klasse des deutschen Eishockeys einige Extra-Prisen Drama. "Es gab viele Chancen auf beiden Seiten. Das Spiel hätte so oder so ausgehen können", räumte Tiilikainen ein. Bis 33 Sekunden vor Schluss lagen seine Löwen sogar auf Drei-Punkte-Kurs. Nach einer umstrittenen Strafe gegen ihren Verteidiger Max Faber aber glich Petr Pohl noch einmal für Dresden aus - wobei er den Puck bereits zum zweiten Mal an diesem Abend durch die Schoner des Frankfurter Goalies Jimmy Hertel schob, das ärgert jeden Schlussmann.

Dafür sicherte Hertel mit seinen Paraden im Penaltyschießen später einen zweiten Punkt für die Löwen, und mit seinem vollendeten Solo steuerte Roope Ranta den nötigen Treffer bei. Vorher war es ein heftiges Ringen gewesen,schon mit Play-off-Charakter. Für die Löwen stand der erste Platz auf dem Spiel, für die Dresdner noch mehr: Sie stehen an der Schwelle zwischen Pre-Play-offs und Abstiegskampf - als selbst ernannter Mitfavorit, mit einer entsprechend aufgestellten Mannschaft. Wie im vergangenen Jahr sind die Sachsen spät in Fahrt gekommen. Damals schafften sie es noch ins Halbfinale - um dort Frankfurt zu unterliegen.

Beim Wiedersehen am Freitag machten sie den Löwen das Leben schwer, auch ohne ihren gesperrten Starstürmer Jordan Knackstedt. Am Ende reichten den Frankfurtern aber je zwei Treffer des starken Stephen MacAulay (19./33.), und von Ranta (24./47.) sowie ein Tor Manuel Strodels (47.) als Grundlage für ein gewohnt erfolgreiches Penaltyschießen - wobei das erste Ranta zugeschriebene Tor eigentlich dem Dresdner Niklas Jentsch unterlaufen war, der bei einem Kringel vor dem eigenen Kasten offenbar die Orientierung verloren hatte.

Weil der bis dahin schärfte Verfolger Kassel bei den Freiburgern in den letzten Minuten 2:4 verlor, ist am Sonntag (18.30 Uhr) beim zuletzt schwächelnden Überraschungs-Vierten Heilbronner Falken ein Löwen- Punkt genug, um wie vor einem Jahr wieder sicher Hauotrunden-Erster zu werden - während Freiburg in Ravensburg in unmöglicher Höhe gewinnen müsste, um das noch zu verhindern. Die Nachbarn vom EC Bad Nauheim brauchen gleichzeitig daheim gegen den ESV Kaufbeuren dringend Punkte. Gestern gab es im Ringen um die Play-off-Plätze einen Rückschlag für die Wetterauer: Bei den an fünfter Stelle geführten Tölzer Löwen verloren sie 1:3 (0:1, 0:1, 1:1) und rutschten auf Rang sieben ab - raus aus sicheren Viertelfinalrängen, es droht ein Umweg über die Pre-Play-offs.

Wer aus diesen Entscheidungsspielen zwischen Platz sieben und zehn als Löwen-Gegner herausgeht, ist noch nicht sicher. Sieben Mannschaften kommen dafür noch in Frage. Tatsächlich ist vor dem letzten Spieltag noch kein einziger von 14 Tabellenplätzen fest gebucht. Der erste von den Löwen noch am ehesten, und für sie ist immerhin eines klar: Das Viertelfinale beginnt für sie am Freitag, 13. März, mit dem ersten Termin der Viertelfinalserie, gegen wen auch immer.

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