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Löwen-Turbulenzen mit glücklichem Ende

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Von: Markus Katzenbach

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Das Tor zum Löwen-Sieg: Dylan Wruck (unten links) hat Maß genommen und trifft ins obere rechte Toreck.
Das Tor zum Löwen-Sieg: Dylan Wruck (unten links) hat Maß genommen und trifft ins obere rechte Toreck. © Nadine Roith/Jan Huebner

Gegen Bayreuth feiert Frankfurt einen Sieg, der nicht mehr unbedingt zu erwarten war. Eine lange zähe Angelegenheit endet mit Tumulten.

Frankfurt -Die Beschwerden aus dem Lager der Bayreuth Tigers wollten gar nicht aufhören. Ihre Spieler rückten den Referees nach der für den Sonntag letzten Sirene in der Eissporthalle am Ratsweg auf die Pelle und fanden deutliche Worte, ihr Trainer, der sonst so besonnene Petr Kujala, auch - während ein paar Meter weiter die Frankfurter Löwen einen Sieg zu feiern begannen, den man nicht unbedingt mehr erwarten durfte. Mit dem 4:3 (0:1, 0:2, 3:0/1:0) nach Verlängerung aber verbuchte der Meisterschaftsanwärter noch zwei Zähler gegen einen Mittelschichtsvertreter aus der zweiten Klasse des deutschen Eishockeys, nach einem lange zähen Aufeinandertreffen mit turbulentem Ende, vor 3000 Zuschauern, nach den verschärften Corona-Maßnahmen noch zugelassen waren.

"Vor dem Spiel wollten wir drei Punkte haben, jetzt sind wir glücklich mit zumindest zwei", räumte Bo Subr ein. Ganz zufrieden mit dem Gebotenen konnte der Löwen-Headcoach indes nicht sein, und zur umstrittensten Szene des Tages wählte er philosophische Worte: "Es ist, was es ist."

Darüber allerdings, was denn nun wirklich geschehen war, gingen die Meinungen auseinander. Die Bayreuther hatten sich schon als überraschende Sieger gewähnt, nachdem ihr Topscorer Ville Järvelainen in der Verlängerung, sich beharkend mit Löwen-Verteidiger Kyle Sonnenburg, aufs Tor geschlittert und dabei schließlich in den Frankfurter Torwart Jake Hildebrand gerutscht war und der Puck über die Linie. Die Schiedsrichter aber verweigertem dem Treffer die Anerkennung - zur Bayreuther Entrüstung. Wobei in dem Ärger und Tumult erst einmal unterging, das nicht Järvelainens und Hildebrands Rutschpartie der Grund dafür war, sondern ein verfrühter Wechsel: Ein Tigers-Stürmer war einen Hauch zu rasch am Puck gewesen, weshalb es wegen zu vieler Gäste auf dem Eis noch eine Strafzeit gab - mit der aus Bayreuther Sicht bitteren Pointe, dass Dylan Wruck die folgende Überzahl prompt zum Frankfurter Siegtreffer nutzte.

"Am Ende war der Sieg schon verdient, urteilte Sportdirektor Franz-David Fritzmeier, im Wissen, dass das eine enge Angelegenheit gewesen war. Erst fehlte den Löwen der letzte Biss, dann verwerteten sie viele Chancen nicht. Während die mit einem 14-Mann-Minikader angereisten Bayreuther konsequente Abwehrarbeit und effektive Konter zu einer 3:0-Führung nutzten. Mit einem Doppelschlag durch Yannick Wenzel und Darren Mieszkowski in wenigen Sekunden früh im Schlussabschnitt aber meldeten sich die Löwen zurück, erzwangen mit Rylan Schwartz' Last-Minute-Tor gerade noch die Overtime - und schließlich das für sie so glückliche Ende, mitsamt verteidigter Tabellenführung.

"Die Jungs haben im dritten Drittel hart gearbeitet und immer weitergemacht. Wenn wir die ganzen 60 Minuten so gespielt hätten, hätte es keine Verlängerung gegeben", verband Subr Lob mit Tadel, Fritzmeier machte es ähnlich: "Die Mannschaft hat Charakter gezeigt. Aber sie muss lernen, dass kein Spiel einfach ist." Was umso mehr gilt für den Empfang der Meisterschafts-Mitfavoriten von den Ravensburg Towerstars dienstags (19.30 Uhr) am Ratsweg.

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