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Löwen-Überraschung gegen Münchner Meisteranwärter

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Von: Markus Katzenbach

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Die Löwen schlagen zurück: Ryon Moser (rechts) feiert mit Simon Sezemsky sein Tor zum 1:1.
Die Löwen schlagen zurück: Ryon Moser (rechts) feiert mit Simon Sezemsky sein Tor zum 1:1. © Jan Huebner

Die Frankfurter Aufsteiger schlagen den Titelkandidaten im Penaltyschießen - nicht zuletzt dank des herausragenden Torwarts Jake Hildebrand.

Frankfurt -Rylan Schwartz nahm Anlauf und den Puck vom Mittelpunkt auf, drehte ein, zwei Kurven und drosch ihn dann stracks ins Tor, vorbei am ehemaligen Nationalschlussmann Danny aus den Birken - und auf den Rängen der Eissporthalle am Ratsweg begann mit einem kollektiven Aufschrei die Löwen-Party. Kurz, aber so ausgelassen wie in dieser ja auch noch jungen Saison noch nicht, es galt schließlich, ein spezielleres Ereignis zu feiern: Mit einem Sieg gegen den EHC Red Bull München war für den Aufsteiger in die erste Klasse des deutschen Eishockeys vorher gewiss nicht zu rechnen gewesen, am Ende des Freitagsabends aber stand verblüffenderweise ein 4:3 (0:1, 3:1, 0:1/1:0) nach Penaltyschießen auf der Anzeigetafel.

„Wir haben hart gekämpft und gearbeitet, und wir haben die Schlacht vor den Toren gewonnen“, nannte Goalie Jake Hildebrand hinterher Geheimnisse für einen sensationellen Erfolg, als größter unter vielen Frankfurter Helden des Abends. „Jake hat heute herausragend gespielt“, schwärmte Löwen-Headcoach Gerry Fleming, die Münchner Trainer-Ikone Don Jackson lobte insgesamt: „Es war ein sehr, sehr gutes Spiel von beiden Teams.“

Auch bemerkenswert: Damit verbuchen die Löwen, die am Sonntag (19 Uhr) in Straubing antreten, nach sechs DEL-Spieltagen schon neun Punkte - eine stattliche Zwischenbilanz, vielleicht nicht für Münchner Meisterambitionen, aber zumindest für Frankfurter Klassenerhaltsziele.

Dabei hätte einem anfangs Angst und Bange werden können um die Löwen. Die Gäste legten vor 5351 Zuschauern los mit dem Schwung ihrer aktuellen Erfolgsserie - die vier Spiele nach der Auftaktniederlage in Köln hatten sie allesamt gewonnen, darunter gegen die üblichen Titelkampf-Mitbewerber aus Mannheim und Berlin. Nach 76 Sekunden trafen sie durch Ben Street, und es hätte bald deutlicher werden können.

Leisteten sich die Löwen Puckverluste wie vor dem 0:1 und andere Leichtsinnigkeiten, nutzten die EHC-Stars das mit spielerischer Klasse und schnellen Kontern zu höchster Torgefahr. Zwischen den Frankfurter Pfosten aber wehrte Hildebrand alles ab, was abzuwehren war, und hielt seine Mannschaft im Spiel. „Sie sind sehr schnell rausgekommen. Wir haben zehn Minuten gebraucht, um uns daran zu gewöhnen“, sagte Löwen-Stürmer Ryon Moser im Interview mit Magenta-Sport vor dem letzten Abschnitt, als die Lage schon anders aussah, nicht zuletzt dank ihm selbst.

Der für den zwei Spiele gesperrten Ryan Olsen in die zweite Reihe gerückte Moser glich mit seinem ersten DEL-Tor zum 1:1 aus (26.), da bebte die Eissporthalle zum ersten und nicht zum letzten Mal an diesem Abend. Und als man dachte, die Münchner würden nach ihrer raschen erneuten Führung durch Andreas Eder (29.) nun die größere Qualität ihres hochwertigen Kaders ausspielen, schlugen die Löwen einfach wieder zurück. Zwei Münchner rannten sich über den Haufen, auch sie machten Fehler. Dominik Bokk (31,) nutzte die Verwirrung aus spitzem Winkel zum 2:2, Brett Breitkreuz legte gar das 3:2 nach (40.). „Das zweite Drittel war großartig für uns. Wir haben angefangen schneller und unser Spiel zu spielen“, zog Moser danach Zwischenbilanz und forderte für den Schlussabschnitt: „So müssen wir weitermachen.“

Ganz gelang das nicht - natürlich drückten die Münchner umso mehr, je weniger Minuten auf der Uhr blieben. Aber die Löwen hielten dagegen, Bokk traf in Überzahl den Pfosten, das hätte die Entscheidung sein können. Bitter, dass darauf Maximilian Kastner für den großen Favoriten ausglich, 160 Sekunden vor Schluss. Frankfurt kämpfte und zitterte sich bis zur Sirene und durch eine aufregende Extraschicht. Und dann verwandelten Bokk, Brendan Ranford und Schwartz allesamt ihre Penaltys - auch eine Seltenheit, zur Überraschung des Freitagabends.

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