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Lukas Koziol jubelt: Er hat zum 3:2 getroffen.

Eishockey

Löwen verpassen viele Chancen gegen Kaufbeuren und jubeln trotzdem

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Seine Löwen wuchern mit Chancen und lassen Trainer Tiilikainen trotzdem schwärmen: Kaufbeuren wird im DEL-2-Spitzenspiel nach Verlängerung besiegt.

Eddy Lewandowski schüttelte selbst den Kopf, als er hinterher in der Kabine saß. „Es gibt Dinge, die kann man nicht erklären“, meinte er. „Aber ändern kann man sie auch nicht mehr.“ Mit seinen 38 Jahren hat der älteste und erfahrenste Frankfurter Löwe schon einiges erlebt in der großen Eishockey-Welt, eine solch günstige Gelegenheit freilich auch noch nicht allzu oft ausgelassen. Frei am linken Pfosten, den Puck ein paar Zentimeter vor dem leeren Tor vertändelt – da ging in der 22. Minute ein Aufstöhnen durch die Eissporthalle am Ratsweg. Was am Sonntag indes zum Löwen-Chancenwucher in dieser Phase eines echten Spitzenspiels der zweiten Klasse passte, am Ende aber gar keine große Rolle mehr spielte. Schließlich gewannen die Frankfurter vor 4874 Zuschauern gegen den ESV Kaufbeuren trotzdem noch mit 3:2 (1:2, 1:0, 0:0, 1:0) nach Verlängerung und schoben sich nach etwas mehr als der Hälfte der langen Hauptrunde der DEL 2 an den Gästen vorbei auf den zweiten Tabellenplatz.

„Das war schon wichtig“, bewertete Lewandowski den Ausgang, Headcoach Matti Tiilikainen geriet ob der ganzen Darbietung gar ins Schwärmen: „Das war ein hochklassiges Spiel, eines der besten in der Liga in diesem Jahr, gegen einen ganz starken Gegner.“

Enge, umkämpfte Duelle sind Begegnungen zwischen Frankfurt und Kaufbeuren traditionell, meist mit besserem Ende für die Löwen. Diesmal hatte der Besuch aus dem Allgäu immerhin den besseren Anfang, auch ohne die verletzten Topscorer Sami Blomqvist und Branden Gracel: Jere Laaksonen traf in der 3. und 10. Minute. „Im ersten Abschnitt haben wir ein paar Fehler gemacht, das hat Kaufbeuren genutzt“, urteilte Tiilikainen. „Für uns war es sehr wichtig, dass wir direkt selbst getroffen. Das hat uns in die richtige Richtung gebracht.“

Für das 1:2 brauchte Carter Proft nach Laaksonens zweitem Streich nur 14 Sekunden und eine brillante Vorarbeit von Kapitän Adam Mitchell. Bis zum dann längst überfälligen Ausgleich dauerte es danach allerdings fast ein ganzes einseitiges Mitteldrittel voller vergebener Löwen-Chancen, von Lewandowski und Co. – bis Matt Tousignant endlich traf, kurz vor der Sirene (40.).

Plötzlich war Kaufbeuren wieder stärker, die Partie stand auf des Messers Schneide. Und wurde erst durch Lukas Koziols 3:2 nach drei Minuten Extraschicht entschieden, als der sonst überragende ESV-Torwarts Stefan Vajs patzte. Ein gutes Löwen-Ende, das natürlich auch Eddy Lewandowski freute: Da wogen all die verpassten Chancen nicht mehr so schwer. In eigener Sache hatte er den Puck schon im Tor gesehen, wie jeder am Ratsweg: „Aber dann habe ich die Scheibe nicht richtig getroffen“, berichtete er, und es klang so, als würde ihm diese 22. Minute doch noch ein paar Mal durch den Kopf gehen.

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