Das trifft die Löwen hart: Mike Fischer (Mitte)  darf vorerst nicht mehr aufs Eis. Foto: Hübner

Eishockey

Lücken in den Löwen-Reihen

Nach dem Derby-Triumph gegen Kassel verlieren die Löwen in Dresden - und kehren zudem mit einer neuen Personalsorge heim. Klar ist: Nach der Verletzung von Mike Fischer kommt mit Christina Kretschmann ein Stürmer.

Frankfurt.Den Termin bei seinem alten Arbeitgeber blieb Christian Kretschmann erspart, das war dann doch etwas kurzfristig - und vielleicht auch besser für die allgemeine Stimmung, als wenn er vor den Fans der Dresdner Eislöwen nun plötzlich als Gegner aufs Eis gegangen war. Am Donnerstag schließlich hatte Kretschmann erst seinen Vertrag in Sachsen offiziell aufgelöst, am Samstag stellten ihn die Frankfurter Löwen als Neuzugang vor. Und am Sonntag musste er noch einmal außen vor bleiben, als seine neuen Kollegen bei den alten verloren, mit 4:5 (3:3, 1:0, 0:1/0:1) nach Verlängerung - eine eher unnötige und unglückliche Frankfurter Niederlage, die den Aufwärtstrend mit zuvor sechs Siegen aus sieben DEL-2-Spielen beendete.

"Wir sind nicht wirklich ins Spiel gekommen. Mit den letzten beiden Toren hatten wir auch ein bisschen Pech, aber wir hätten die drei Punkte nicht verdient gehabt: Wir haben nicht so gut gespielt, wie wir können", räumte Kapitän Adam Mitchell ein und klang vor der langen Heimfahrt ziemlich angefressen.

Am Freitagabend hingegen waren alle Löwen noch in Feierlaune gewesen. Selbst Mike Fischer , der zwar seinen Arm in einer Schlinge trug, aber immerhin auch ein Lächeln im Gesicht. Das spektakuläre 6:3 im Hessen-Duell mit den Kassel Huskies war bislang der Höhepunkt der noch jungen Eishockey-Saison in Frankfurter Stimmungsfragen, von dem jungen Stürmer indes gab es schlechte Nachrichten: Weil er sich unter der Woche im Training die Schulter schwer lädiert hatte, wird er lange fehlen. "Das trifft uns hart", meinte Sportdirektor Franz-David Fritzmeier. "Mike war, nachdem er einen mäßigen Saisonstart hatte, zuletzt gut in Form und auf einem guten Weg, den nächsten Schritt in seiner Entwicklung zu machen."

Gut dotierte Angebote

Nun kann Fischer zumindest in der Hauptrunde vielleicht gar kein Spiel mehr bestreiten. Für die Löwen, die bis dahin ihren Kader eher knapp gehalten hatten, um ihren vielen jungen Spielern Bewährungschancen zu bieten, war es deshalb an der Zeit, die ohnehin stets geplante Verpflichtung eines 13. Angreifers vorzunehmen. Da traf es sich gut, dass Kretschmann, bei den schlecht in die Saison gestarteten Dresdnern nicht glücklich geworden, auf dem Markt war.

"Christian hat sich trotz sehr gut dotierter Angebote von anderen DEL-2-Spitzenclubs bewusst für das Konzept in Frankfurt entschieden, worüber wir uns sehr freuen", sagte Fritzmeier, der Kretschmann früher in Krefeld selbst trainiert hatte. "Er ist ein sehr stabiler Mittelstürmer, der trotz seiner erst 26 Jahre bereits über viel Erfahrung verfügt. Er wird für uns vor allem sehr wertvoll im derzeit nicht so erfolgreichen Unterzahlspiel sein und mehr Stabilität in unsere junge Mannschaft bringen", beschrieb der Sportdirektor die Fähigkeiten Kretschmanns, der für Krefeld in erster Linie, in den vorigen beiden Jahren dann für Augsburg und Düsseldorf insgesamt 335 DEL-Partien bestritt. "Die Löwen gehören für mich definitiv in die erste Liga. Ich bin glücklich, jetzt Teil dieses Teams zu sein", erklärte Kretschmann, der vermutlich am nächsten Freitag im Nachbarschaftstreffen mit dem EC Bad Nauheim seine Frankfurter Premiere feiern wird.

Roach verletzt vom Eis

Die Personaldecke wird langsam dünn. Nun droht auch noch Alex Roach auszufallen: Der Verteidiger, der nach der Verletzung von Thomas Gauch kurz vor dem Saisonstart verpflichtet worden war und dank einer stetigen Leistungssteigerung in den letzten zwei, drei Wochen gute Chancen zu haben schien, seinen vorerst nur bis zum Deutschland-Cup befristeten Vertrag verlängert zu bekommen, musste gestern im zweiten Drittel verletzt vom Eis.

Weil Steven Delisle ohnehin angeschlagen fehlte, war die Löwen-Abwehr danach nach sehr dünn und auch sehr jung besetzt. Dabei waren die Löwen lange auf Erfolgskurs. Den Start hatten sie zwar verschlafen, ein frühes 0:2 aber dank eines Treffers von Stephen MacAulay (4.) und zweien von Roope Ranta (9./18.) zu einem 3:2 gewendet und nach dem Dresdner Ausgleich dank Dominik Meisinger (24.) wieder die Führung ergattert. Dann allerdings reichte es doch nur einem Punkt: Toni Ritter traf fünf Minuten vor Schluss zum ungeachtet heftiger Frankfurter Proteste über ein Foulspiel anerkannten 4:4, die Verlängerung war nach 22 Sekunden beendet: In Überzahl fälschte Max Faber Mario Lamoureux' Schuss ins eigene Tor ab. Und die nächste Lücke in den Löwen-Reihen gibt es womöglich obendrein.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare