Heftiges Ringen: Löwe Eddie Lewandowski (2. von links) an der Bande mit dem Bietigheimer Nikolai Goc (links).
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Heftiges Ringen: Löwe Eddie Lewandowski (2. von links) an der Bande mit dem Bietigheimer Nikolai Goc (links).

Eishockey

Mit Glück, Geschick und Kucis

  • Markus Katzenbach
    vonMarkus Katzenbach
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Die Löwen schlagen Bietigheim erneut und erzwingen in der Krimi-Serie einen Showdown.

Frankfurt -Am Ende wurde es zumindest auf der Anzeigetafel noch richtig deutlich, das war im vierten Teil dieser Krimi-Serie lange nicht zu erwarten gewesen. Jedenfalls nicht mit einem guten Ausgang für die Frankfurter Löwen. Gut zwei Minuten vor der letzten Sirene aber erkämpfte sich Stephen MacAulay an der eigenen blauen Linie den Puck und schlenzte ihn aus der Ferne in das in verzweifelten Anschlussbemühungen früh verwaiste Tor der Bietigheim Steelers, zum Endstand von 5:1 (0:0, 1:0, 4:1). Das war es für den Donnerstagabend, aber noch nicht für dieses Viertelfinale der zweiten Klasse des deutschen Eishockeys: Nach zuvor zwei Niederlagen haben die Löwen mit nun zwei Siegen ein Entscheidungsspiel um den Einzug ins Halbfinale erzwungen, am Samstag (17 Uhr) dann wieder in Bietigheim.

"Das wird nichts anderes als die beiden Spiele jetzt: Wir müssen gewinnen und dafür mindestens wieder so eine Leistung bringen", meinte Franz-David Fritzmeier, Sportdirektor und Headcoach. Über Spiel vier urteilte er: "Am Anfang waren wir ein bisschen am Schwimmen, Aber je länger es gedauert hat, umso mehr haben wir uns reingekämpft. Wir haben sehr gut verteidigt, das war der Schlüssel zum Sieg." Während für Verteidiger Max Faber der "unbedingte Wille zu gewinnen" entscheidend war.

Anders als am Dienstag, als die Frankfurter mit einem 6:2 ein frühes Aus in der Best-of-Five-Serie abgewendet hatten, waren diesmal allerdings die Steelers fürs Erste zwingender. Mit einem ersten Powerplay bekamen sie Oberwasser und hatten mehrere Chancen - da war Bastian Kucis im Frankfurter Tor gleich mehrfach gefordert. "Er hat sehr, sehr gut gespielt", erkannte Steelers-Headcoach Danny Naud später an.

Die Löwen taten sich schwer, zu ihrem Spiel zu finden, sie leisteten sich auch zu viele Strafzeiten. Wobei Nummer vier gegen Martin Buchwieser eine Fehlentscheidung war, sei es drum: Mit Glück, Geschick und Kucis überstanden sie sogar 36 Sekunden in doppelter Unterzahl. Und der nächste erfolgreiche Einsatz eines Spezialeinsatzkommandos folgte bald darauf, auf der anderen Seite: Nun waren sie selbst zwei Mal hintereinander ein Mann mehr auf dem Eis, und ihr schwedischer Stürmer Sebastian Collberg, am Dienstag schon mit zwei Powerplay-Toren maßgeblich am dringend nötigen Sieg beteiligt, erzielte das 1:0 (35.).

Kucis hatte die Löwen am Leben gehalten, mit Collberg waren sie so richtig in diesem Ringen angekommen. Im dritten Drittel ging es Schlag auf Schlag: Collberg nutzte auch das dritte Powerplay (46.), Löwen-Schreck Riley Sheen (47.) konterte prompt mit seinem sechsten Serientor, der junge Bietigheimer Ersatzgoalie Leon Doubrawa patzte bei Fabers Schlagschuss (50.). Dann traf auch Buchwieser (55.) in Überzahl und MacAulay ins leere Tor - und stellte die letzten Weichen für den Showdown am Samstag.

Schon klar ist, dass der Sieger den Kassel Huskies vorerst aus dem Weg geht: Der Mitbewerber um den für den DEL-2-Meister wieder möglichen Aufstieg trifft im Halbfinale auf die Ravensburg Towerstars, die den Tabellenzweiten EC Bad Tölz mit 3:1 Siegen aus dem Weg geräumt haben. Während das zweite Halbfinale noch offen ist: Auch zwischen dem EHC Freiburg und dem ESV Kaufbeuren steht am Samstag ein Entscheidungsspiel an. Verlieren ist dann verboten, für alle Beteiligten - für Frankfurt wie gewohnt, jetzt aber auch für Bietigheim. Faber gab die Losung vor: "Noch ein Spiel Vollgas, dann ziehen wir ins Halbfinale ein", war sich der Löwen-Verteidiger sicher, und: "Wir sind noch lange nicht vorbei, jetzt starten wir richtig durch." Markus Katzenbach

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