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Die einen jubeln, die anderen schieben Frust: Während die Löwen Frankfurt (vorn) sich über fünf Treffer freuen durften, mussten die Huskies ohne Punkte zurück nach Kassel fahren.

Löwen Frankfurt

Das neue Löwenrudel zerlegt die Huskies mit 5:2

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So hatten sich die Verantwortlichen der Löwen das erhofft: Die Frankfurter Eishockeyspieler marschieren in der DEL 2 vorneweg.

Für diese These musste sich Fredi Bobic nicht besonders weit aus dem Fenster lehnen. „Ich bin mir sicher, dass hier bessere Stimmung sein wird als am Donnerstag in Marseille“, prophezeite der Sportvorstand der Frankfurter Eintracht augenzwinkernd bei seinem Ausflug aus der Welt des Fußballs zum Eishockey noch vor dem ersten Bully, und natürlich sollte er damit recht behalten. Kein Vergleich mit dem seltsamen Geisterspiel seiner DFB-Pokalsieger in Frankreich: Laut und leidenschaftlich geht es auf den Rängen der Eissporthalle am Ratsweg ohnehin stets zu, am Freitagabend aber kochte sie zum ersten Mal in der noch jungen Saison richtig über – und wie in Marseille sollte Bobic nach der Rückkehr aus Südfrankreich einen Frankfurter Erfolg sehen. Nur eben auf dem Eis und vor ziemlich voller Kulisse. Das Hessen-Duell gegen den Erzrivalen Kassel Huskies gewannen die Löwen schließlich mit 5:2 (1:1, 4:1, 0:0) – und neben dem Stimmungstest war vor offiziell 5675 Zuschauern auch der Härtetest zwischen zwei Schwergewichten der DEL 2 für das neue Löwenrudel geglückt.

Nach drei Spielen mit drei Siegen marschieren die Meister von 2017 in der zweiten Klasse des deutschen Eishockeys erst einmal vorneweg, besser hätte der Start in die Saison nach dem großen Umbruch des Sommers kaum verlaufen können. Die Partie gegen Kassel nahm ihre entscheidende Wendung im Mitteldrittel. Huskies-Routinier André Reiß hatte den jungen Löwen Nicolas Cornett erst heftig gecheckt und sich dann auch noch an einer Prügelei beteiligt – weshalb für ihn die Partie danach beendet war und Frankfurt fünf Minuten in Überzahl spielen durfte. Was die Löwen trefflich zu nutzen verstanden. Zwei Mal Eduard Lewandowski (26, 27.) und Max Faber (30.) machten aus einem 1:2 ein 4:2, wenig später traf während der nächsten Kasseler Strafzeit noch Mathieu Tousignant (32.). Schon das zehnte Powerplay-Tor der Löwen in der dritten Partie – eine beachtliche Bilanz, die dafür spricht, dass das neue Trainertrio um Matti Tiilikainen die Mannschaft schon gut organisiert hat. „Es muss harmonieren. Wir haben ein gutes System und die passenden Spieler“, lobte Sportdirektor Franz Fritzmeier. Zuvor hatten Adriano Carciola (12.) und Matthew Neal (24.) für Kassel sowie Lukas Koziol (20.) für Frankfurt getroffen, in einem von Anfang an intensiven Aufeinandertreffen.

Die Rückkehr Richie Müllers an den Ratsweg hatte vorher für zusätzliche Brisanz gesorgt. Zu gerne hätten die Löwen ihren alten Liebling wieder verpflichtet und wähnten sich schon mit ihm einig – ehe er ausgerechnet in Nordhessen unterschrieb. Was ihm an alter Wirkungsstätte das erwartetete Pfeifkonzert bescherte. Das erste Huskies-Tor bereitete Müller vor, dann aber ging er mit den neuen Kollegen unter. Das Schussverhältnis von 32:8 nach zwei Dritteln zu Löwen-Gunsten sprach Bände. „Oh, wie ist das schön“, sangen ihre Fans am Ende. Auch Fredi Bobic, der unter der Woche von Löwen-Geschäftsführer Andreas Stracke, einem alten Bekannten, von dem Derbytermin erfahren und gleich zugesagt hatte, sollte auf seine Kosten kommen. „Natürlich ist hier mehr Action als beim Fußball“, bilanzierte der Eintracht-Boss: „Es fallen mehr Tore. Und es wird mehr gekloppt.“

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