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Eishockey

Löwen Frankfurt: Ein neues Rudel auf der Suche

Der Start in die DEL-2-Saison hätte besser sein können, das weiß man in Frankfurt. Bei so vielen jungen Löwen liegen Fehler aber auch in der Natur der Sache.

Frankfurt.Eddie Lewandowski tanzte Mac Carruth nach allen Regeln der Kunst aus, Luis Schinko nahm früh Maß und ließ dem starken Goalie der Lausitzer Füchse mit einem entschlossenen Schuss keine Chance. Zum glücklichen Ende einer heiklen Begegnung am Sonntagabend hatten der älteste und der zweitjüngste unter den Frankfurter Löwen mit ihren vollendeten Sololäufen entscheidende Beiträge geleistet, auf ihre Weise und passend zum Mehr-Generationen-Modell am Ratsweg. "Es war sehr wichtig, dass wir gewonnen haben", urteilte Lewandowski über diesen hauchdünnen Erfolg am vierten Spieltag der zweiten Klasse des deutschen Eishockeys, 4:3 nach Penaltyschießen, immerhin: "Das gibt uns Selbstvertrauen."

Wie sehr die Frankfurter Puckjäger einige Portionen davon nötig haben, hatte der Besuch aus der Lausitz offenbart. "Wir hatten das letzte Spiel verloren, da waren wir ein bisschen unsicher", räumte Lewandowski ein und befand mit Blick auf die ersten beiden Wochenenden in der DEL 2 insgesamt, nach sechs Punkten aus vier Partien: "Jeder weiß, dass wir besser spielen müssen. Der Start war nicht so gut, da ist noch Luft nach oben.

Was für die Darbietungen wie für die Ergebnisse gilt, in einer Liga, die zum Neustart sich fast noch verrückter gibt als im Drunter und Drüber der vergangenen Saison, indes auch keinen Einzelfall darstellt. "Bis jetzt ist noch keine Mannschaft in Top-Form", sagt Franz-David Fritzmeier und ist "fast überrascht, wie viele Fehler alle Mannschaften noch machen". Sein eigene nimmt der Frankfurter Sportdirektor nicht aus. Noch ist auch das neue Löwen-Rudel auf der Suche. Konstanz über 60 Minuten zu zeigen, vor allem an dieser Herausforderung ist man stets gescheitert.

Der knifflige Auftakt bei den Kassel Huskies war das bislang beste Spiel, endete aber mit einer unglücklichen Niederlage, das erste Heimspiel gegen die Heilbronner Falken ungeachtet eines 5:3 das schwächste. Und das mit 6:7 in der Verlängerung verlorene Derby beim EC Bad Nauheim am Freitag in jedem Fall das ärgerlichste, weil wie gegen Heilbronn ein Drei-Tore-Vorsprung verspielt wurde.

"Wenn wir das gewonnen hätten, hätten wir heute mehr Selbstvertrauen gehabt und besser gespielt", war sich Lewandowski nach dem zweiten Zittersieg daheim sicher, kein Zweifel: "Wenn man auswärts sechs Tore schießt, muss man gewinnen. Das hat schon weh getan." Und nachgewirkt. "Man hat gemerkt, dass Druck auf uns lag, nach den verschenkten Punkten vom Freitag", fand Fritzmeier. Sein Rat, um Wiederholungen zu vermeiden: "Sich in Phasen, in denen es nicht so läuft, besser konzentrieren."

Die wilden Löwen-Schwankungen haben verschiedene Ursachen, liegen zum Teil aber auch in der Natur der Sache, wenn man für die DEL-Vision stärker als an jedem anderen Liga-Standort auf die Jugend setzt. In der vorigen Runde hat der ständige Spagat zwischen aktuellen Erfolgen und der Entwicklungsarbeit für den ab 2021 wieder möglichen Aufstieg in die erste Klasse schon erstaunlich gut geklappt, mit dem ersten Hauptrundenplatz und dem Einzug ins Finale. Nun hat die zweite Phase des Dreijahresplans begonnen. "Wir sind noch einmal jünger geworden. Das ist ein Prozess, der Zeit braucht", betonte Lewandowski, eine der routinierten Führungskräfte, die den vielen Talenten den Weg weisen sollen.

Am Sonntag standen neben den bewährten Youngstern Leon Hüttl, Mike Fischer und den Eisenmenger-Brüdern Max und Magnus mit den Neuen Luis Schinko, Daniel Wirt und Förderlizenzspieler Darren Mieszkowski noch drei ganz junge Löwen auf dem Eis. Das ist unabdingbar für eine erstklassige Zukunft, manchmal hilft es schon jetzt im Ergebnis. Gegen die Füchse wurde generationenübergreifend Schlimmeres verhindert: Der 19 Jahre junge Schinko und der 20 Jahre ältere Lewandowski trafen im dritten Drittel zur Trendwende, im Penaltyschießen entscheidend.

Die Ansprüche in Frankfurt indes sind traditionell hoch, auf den Rängen der Eissporthalle am Ratsweg wurde in den Niederungen des Sonntags auch mal Ungeduld laut. "Die jungen Spieler sind gut, aber für sie ist es ein großer Sprung aus der Dritten Liga oder der Nachwuchsliga, das geht nicht von heute auf morgen", warb Lewandowski um Verständnis für Fehler, Geduld und Unterstützung: "Die Fans helfen uns immer super. Das brauchen wir gerade jetzt." Er sei sich sicher, dass es eine "herausfordernde Saison" werde. Da werde jeder Einzelne benötigt. Jeder alte, jeder junge Löwe - und jeder Zuschauer.

Von Markus Katzenbach

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