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Welche Trikot-Entwürfe den Fans wohl einfallen? Jan Langela ist gespannt – und hat einige Beispiele aus der Löwen-Geschichte in der Kabine der Eissporthalle versammelt.

Löwen Frankfurt

Normalerweise entwirft Ex-Spieler Jan Langela die Frankfurter Trikots, jetzt sind aber die Fans dran

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Jan Langela hat das erste Löwen-Logo entworfen, das erste Trikot getragen und viele danach gestaltet. Jetzt ist er gespannt auf Entwürfe der Fans zu den Play-offs.

Natürlich hat er das Trikot noch. Jan Langela hat es nicht nur selbst getragen, er hat auch das Wappen darauf entworfen, eine seltene Kombination. Und das in einer für das Frankfurter Eishockey geschichtsträchtigen Zeit. Nur das mit den Farben, das ist so eine Sache, für den Kufencrack wie für den Grafiker. Pink und Türkis? „Fürchterlich“, sagt Langela über das legendäre Outfit der allerersten Löwen und lacht. „Wir Spieler fanden es nicht so prickelnd, darin aufzulaufen. Aber marketingtechnisch war es eine geniale Idee.“

Auf jeden Fall fielen die Puckjäger vom Ratsweg in den schrillen Gewändern auf, 1991, nach ihrer ersten Neugründung, und Langela war mittendrin. 2010, als die Löwen zum zweiten Mal aus der Taufe gehoben wurden, kam er wieder ins Spiel, aber auf andere Weise: Seither gestaltet der Designer regelmäßig die Frankfurter Trikots. Die Entwürfe für die nächste Löwen-Uniform indes werden jetzt in andere Hände gelegt – der Eishockey-Zweitligist ruft seine Fans auf, das Trikot für die Play-offs zu gestalten und am Ende darüber abzustimmen, Jan Langela freut sich schon: „Es wird spannend, was für Vorschläge eingereicht werden und was ausgewählt wird. Daraus kann man auch Rückschlüsse ziehen: Ist eher etwas Klassisches gewünscht? Oder was Verrücktes?“

Er selbst hat da eindeutige Vorlieben. Den puristischen nordamerikanischen Stil, schön aufgeräumt, keine Farbverläufe, klare Linien. Das spiegelt sich in den Löwen-Leibchen der zurückliegenden Jahre wieder. Wobei Langela nicht die freie Wahl in Anspruch nimmt: „Ich mache die Gestaltung ja nicht für mich, sondern für den Verein. Es gab auch Trikots, die nicht unbedingt meine Favoriten waren, aber eben die besten für die Löwen.“

Längst gehören solche Fragen zu seinem Beruf, 1991 war das noch eher spontane Hilfe in der Not. Der heute 50-Jährige hat für große Firmen wie Coca Cola oder McDonalds gearbeitet, unter anderem illustriert er Kalender und Postkarten mit Mainzelmännchen. Die Löwen-Aufgabe aber ist eine Herzenssache: „Wenn ich durch die Stadt fahre und vor mir ein Auto mit Löwen-Aufkleber sehe, ist das immer wieder nett und etwas anderes, als wenn ich eine ZDF-Werbung oder ein anderes Plakat von mir sehe.“

Vom Spieler zum Grafiker

Dass ehemalige Spieler Trainer oder Manager werden, kennt man. Dass ein Spieler aber zum Grafiker wird, der das Erscheinungsbild seines Vereins maßgeblich prägt, ist schon ungewöhnlicher. Dass es auf dem Eis zum Profitum nicht reichen würde, war Jan Langela früh bewusst, dafür hatte er das Zeichentalent von den Eltern geerbt. „Mir war aber immer klar, dass Eishockey der beste Sport der Welt ist, und dass ich den immer spielen will, mit guten Kumpels“, sagt er.

Die Liebe entbrannte auf dem Weg zum Fußball im Waldstadion, da spielte inmitten der alten Radrennbahn eine Jugendmannschaft Eishockey. „Das will ich auch“, dachte sich Jan Langela. Von der Begeisterung ließ sich Vater Walter anstecken. Dieser spielte mit ehrenamtlichem Engagement eine immer größere Rolle, als noch bei der Eintracht Bundesliga-Eishockey gespielt wurde. Nach deren Ende war Walter Langela dann einer der Macher beim Neustart als Frankfurter ESC „Die Löwen“, aus dem später die Lions werden sollten. Das Wappentier entlehnte man sich 1991 in der Kürze der Zeit vom Land Hessen, ein begabter Zeichner fiel Walter Langela auch ein: sein Sohn, damals 23, der immerhin schon mal als Grafiker in einer Agentur gejobbt hatte. „Mein Vater hat gesagt: Guck doch mal, was du hinkriegst“, erinnert sich Jan Langela. Offenbar kam sein Löwen-Kopf, mit einem Bleistift und dem Geodreieck aus der Schule, ohne Computer oder andere heute übliche Hilfsmittel gezeichnet, gut an. Obwohl er ihn bei aller Freude auch mit zittrigen Händen anfertigte – schließlich würde sein Werk bald überall auf Plakaten und Trikots zu sehen sein. Anruf von Toni Forster

Dass er auch selbst das Leibchen mit seinem Löwen-Logo tragen würde, wusste er da noch nicht. Ein paar Wochen später klingelte Toni Forster durch, Eishockey-Ikone und beim Neuaufbau Spielertrainer. Er hatte einige Legenden angelockt, wollte aber auch unbedingt vier, fünf echte Frankfurter Jungs aus der zweiten Mannschaft dabei haben – wie Jan Langela. Eine große Rolle sollte er nicht spielen, eher in der vierten Reihe, egal. „Mir hätte es auch gereicht, wenn ich den anderen nur den Schläger hätte bringen müssen.“ Etwas mehr Eiszeit wurde es dann doch, mitten in dem plötzlichen Löwen-Wahnsinn. Ein in die vierte Klasse abgestürzter Verein, der in kürzester Zeit zum größten Eishockey-Club Deutschlands wird, in einer Amateur-Liga vor ausverkauftem Haus spielt, unverwechselbar in Pink und Türkis – das sorgte weit über Frankfurt hinaus für Schlagzeilen. Und als sich die Geschichte mit der Lions-Pleite 2010 wiederholte, war Jan Langela wieder dabei. Ein Anruf im Sommerurlaub mit der Bitte, das Logo von 1991 für den nächsten Neustart aufzuarbeiten, keine Frage: „Ich habe das aus Spaß gemacht, und weil ich wollte, dass es mit dem Eishockey in Frankfurt weitergeht.“

Nicht nur Trikots hat er seither gestaltet, auch Plakate, Flyer, Fan-Artikel. Und Eishockey spielt er weiterhin, ein Mal die Woche, mit einer bunt gemischten Hobbytruppe, zwischen 20 und 67 Jahren, darunter einige alte Helden. Löwen-Legende Michael Bresagk zum Beispiel, oder Roger Nicholas, einer aus dem ersten Jahrgang. Fast so wie 1991. Nur die Knochen schmerzen etwas mehr. Und die Trikots sind nicht mehr ganz so schrill.

INFO

Löwen-Aufruf: Fans gestalten Play-off-Trikot

Es ist das Outfit für die wichtigste Zeit des Eishockey-Jahres: Die Frankfurter Löwen rufen ihre Fans auf, das Trikot für die Play-off-Spiele zu gestalten. „Jeder kann machen, was er will. Nur einige Elemente sind unveränderlich: die Nummern und Namen zum Beispiel, oder die Logos von Club, Sponsoren und DEL 2“, erklärt Jan Langela, der sonst die Löwen-Trikots gestaltet. Da es ein Heimtrikot ist, sollte die Farbe nicht zu hell sein. Als Vorlage dient eine Vektorgrafik, mit der Profis ebenso wie Laien arbeiten können. Sie ist wie weitere Informationen zu der Aktion im Internet zu finden unter www.loewen-frankfurt.de. Eine Jury trifft Mitte Januar eine Vorauswahl, ehe die Fans endgültig über das Trikot abstimmen. mka

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