Premieren-Feier unter Löwen: Frankfurt beendet die Hauptrunde auf dem ersten Platz

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In Crimmitschau wurde es noch mal richtig spannend, wie so oft in dieser DEL-2-Saison. Danach war klar: Die Löwen sind Erster – und treffen nicht auf Kassel.

Erst gab es auch zum Abschluss noch einmal eine Extra-Portion Spannung, dann konnte die Heimfahrt zu einer Premierenfeier werden. Gut 350 Kilometer vom Kunsteisstadion im Crimmitschauer Sahnpark bis nach Hause an den Ratsweg hatten die Frankfurter Löwen am Sonntagabend nach getaner Arbeit noch hinter sich zu bringen – und durften sich dabei darüber freuen, erstmals die Hauptrunde in der zweiten Klasse des deutschen Eishockeys als beste Mannschaft abgeschlossen zu haben. Erst Max Faber brachte mit dem fünften Anlauf den Löwen den 5:4 (2:2, 1:2, 1:0, 1:0)-Erfolg im Penaltyschießen bei den Eispiraten Crimmitschau – was, wie sich dann herausstellte, für die Behauptung des ersten Tabellenplatzes gar nicht unbedingt nötig gewesen wäre, da die Verfolger aus Bietigheim und Ravensburg ihre Spiele verloren.

„Man hat gemerkt, dass beide Teams gewinnen wollten. Es war ein intensives Spiel mit vielen Zweikämpfen“, urteilte Headcoach Matti Tiilikainen und ergänzte: „Ich freue mich für die Mannschaft und die Organisation für den Hauptrundengewinn. Es liegt aber noch viel Arbeit vor uns.“

Die letzte Etappe des 52-Punktspiele-Marathons war dabei auch andernorts in vielerlei Hinsicht ein Abziehbild dieser verrückten Hauptrundensaison in der DEL 2, in der es immer wieder drunter und drüber und außergewöhnlich eng zuging, von oben bis unten. Dass die Bietigheim Steelers ihre letzte Chance, ganz am Ende doch wieder den Stammplatz an der Spitze zu erobern, durch ein 0:2 beim Tabellenvorletzten EHC Freiburg aus der Hand gaben, war nur einer von vielen Terminen übers Jahr, bei dem ein Meisterschaftsanwärter Punkte im Tabellenkeller liegen ließ. Und dass die Ravensburg Towerstars den Löwen nicht noch einmal gefährlich wurden, weil sie beim ESV Kaufbeuren mit 2:3 unterlagen, war die Folge eines der vielen umkämpften Duelle im Getümmel an der Spitze.

Fest gebucht waren vor der letzten Punktevergabe die wenigstens Tabellenplätze, und klare Angelegenheiten gab es beim Hauen und Stechen um möglichst gute Ausgangspositionen für die Ausscheidungsspiele um die Meisterschaft oder gegen den Abstieg gestern an kaum einem Standort. Auch der EC Bad Nauheim erlebte bei den Bayreuth Tigers, die mit aller Macht der Abstiegsrunde zu entkommen versuchten, zum Abschluss einen Krimi – mit glücklichem Ende für die Wetterauer Gäste.

Was ihnen in der Tabelle wiederum nicht weiterhalf: Weil auch Kaufbeuren gewann, blieben sie trotz ihres 7:4 (4:1, 0:2, 3:1) Tabellensechster, so oder so ein achtbares Ergebnis. Den Bad Nauheimer Erfolg durch einen Vier-Tore-Hagel in weniger als dreieinhalb Minuten durch Cody Sylvester (14.), Denis Shevyrin (14.), Nico Kolb (16.) und Marvin Ratmann (18.), zwei Tore von Dustin Sylvester (41./52.) und eines von Max Brandl (59.) – das alles also vernahm man dafür in Crimmitschau erfreut, weil die Eispiraten so nicht mehr Bayreuth überholt werden konnten.

Am Ende verdienten sie sich ohnehin selbst den letzten noch fehlenden Punkt, um sich keine Abstiegssorgen mehr machen zu müssen, dafür aber womöglich bald die Löwen wieder zu sehen. Für Bad Nauheim beginnen die Viertelfinalspiele nun mit einem Besuch in Ravensburg, die Frankfurter Nachbarn müssen auf ihren Gegner zumindest noch eine Woche warten. In ihren Angelegenheiten ist nur klar: Als Erster der Hauptrunde haben sie in allen Play-off-Runden erst einmal das Heimrecht, und so beginnt auch die Viertelfinalserie am Ratsweg, am 15. März. Klar ist in dieser etwas komplizierten Gemengelage immerhin auch, dass das brisante Hessen-Duell mit den Rivalen von den Kassel Huskies aus dem vorigen Jahr keine Wiederholung erfährt.

Beim Sonntagsbesuch im Landkreis Zwickau erlebten die Frankfurter, bei denen der angeschlagene Routinier Eduard Lewandowski weiter und Antti Kerälä als fünfter und damit überzähliger Löwe ohne deutschen Pass aussetzte, auch wieder noch einmal den ganz normalen Hauptrunden-Wahnsinn. Treffer von Tim Schüle (8.), Max Faber (20.), Lukas Koziol (26.) und Max Eisenmenger (50.) waren nicht genug für einen pünktlichen Feierabend. Da musste dann schon Max Fabers Penalty her, um mit richtig guten Gefühlen in den Bus zurück nach Frankfurt zu steigen.

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