Löwen Frankfurt

Rückblick: Das Eishockey-Wunder von Frankfurt

7000 Zuschauer in der ausverkauften Frankfurter Eissporthalle waren zuvor Zeugen eines mitreißenden 4:3-Siegs der Hessen gegen den Favoriten EHC Eisbären Berlin durch die Tore von Liga-Topscorer Pat Lebeau (9.), Dwayne Norris (30.), David Gosselin (31.) und Mike Harder (45.) geworden. Damit landeten die Frankfurter den entscheidenden dritten Sieg bei nur einer Niederlage in der Final- Serie "Best-of-five" und lösten die Krefeld Pinguins als Titelträger ab, die sich vor einem Jahr ebenfalls gegen die Eisbären durchgesetzt hatten.

16.04.2004 - ein denkwürdiges Datum für die Lions. Es ist die Finalserie der DEL-Saison 2003/2004. Spiel 4. Die Lions führen nach Spielen mit 2:1 in der "best-of-five"-Serie gegen die Eisbären. Matchball Frankfurt also - und die Mannschaft verwandelte ihn. In der Frankfurter Innenstadt fielen sich über 10.000 Fans nach der Schlusssirene vor einer Videoleinwand in die Arme. In der Eissporthalle am Ratsweg kannte der Jubel keine Grenzen mehr. Damit war das "Wunder von Frankfurt" perfekt.

Trainer Rich Chernomaz und Manager Lance Nethery ließen erst die obligatorische Champagner-Dusche über sich ergehen und genossen anschließend das Bad in der jubelnden Menge. Nach dem erstmaligen Gewinn der deutschen Eishockey- Meisterschaft kannte die Freude bei den nach der vergangenen Saison bereits als sportlicher Absteiger feststehenden Frankfurt Lions keine Grenzen. "Das kann man nicht beschreiben", meinte Stürmer Martin Reichel, "es ist einfach ein geiles Gefühl". Und der dienstälteste Frankfurter, Michael Bresagk, fügte strahlend hinzu: "Die Mannschaft hat sich einen Traum erfüllt."

 

7000 Zuschauer in der ausverkauften Frankfurter Eissporthalle waren zuvor Zeugen eines mitreißenden 4:3-Siegs der Hessen gegen den Favoriten EHC Eisbären Berlin durch die Tore von Liga-Topscorer Pat Lebeau (9.), Dwayne Norris (30.), David Gosselin (31.) und Mike Harder (45.) geworden. Damit landeten die Frankfurter den entscheidenden dritten Sieg bei nur einer Niederlage in der Final- Serie "Best-of-five" und lösten die Krefeld Pinguins als Titelträger ab, die sich vor einem Jahr ebenfalls gegen die Eisbären durchgesetzt hatten.

Die erneut unterlegenen Berliner verharrten indes mit hängenden Köpfen minutenlang auf dem Eis und Trainer Pierre Pagé erwies sich nicht gerade als vorbildlicher Verlierer. Zwei Tore mit Glück im letzten Spiel hätten Frankfurt den Titel gebracht, befand er. Nach ihrer zu spät eingeläuteten Aufholjagd durch die Treffer von Steve Walker (37.), Alexander Barta (48.) und David Roberts (52.) warten die Hauptstädter weiter seit 1988 und dem 15. Gewinn der DDR- Meisterschaft auf einen nationalen Titel. "We are the Champions" dröhnte es dagegen für die Frankfurter aus den Lautsprecherboxen. Oberbürgermeisterin Petra Roth, stand die Freude über den Coup der Kufenflitzer ins Gesicht geschrieben. "Die Mannschaft ist über sich hinausgewachsen", lobte sie die "gigantische Leistung" der Lions. Es zeige, dass Wunder möglich sind, wenn man sie wolle.

"Die letzten fünf Wochen waren unglaublich. Die Stimmung in der Halle und die Unterstützung der Fans war und ist absolut super", meinte der überglückliche Chernomaz. Wohl auch aus Aberglauben trug er denselben Anzug und dieselbe Krawatte wie zwei Jahre zuvor, als er mit den Kölner Haien den Titel errang. Es brachte das notwendige Glück.

In der Punkterunde hatten die Hessen eine Zeit lang die Führung inne gehabt. Vor den Playoffs rutschten sie aber auf den fünften Rang ab, Berlin war Spitzenreiter. Dabei war das Motto der Mannschaft vom Main denkbar simpel. "Unser Plan war es, von August an mit jedem Spiel immer besser zu werden und als Mannschaft ein Stück weiter nach vorn zu kommen", erklärte Chernomaz, "vom ersten Tag an bis jetzt war unser Ziel das erste Spiel zu gewinnen und auch das letzte".

Torwart Ian Gordon erwies sich nach der Kritik in der Punkterunde als wahrer "Hexer" bei dem von den Fans als "Wunder vom Main" bezeichneten Erfolg. "Es ist großartig und unglaublich. Vor einem Jahr haben wir vor 1000 Zuschauern noch in der Abstiegsrunde gespielt", meinte er, nachdem der Verein nur durch den Bankrott seines Ex-Clubs Schwenninger Wild Wings im Vorjahr in der Deutschen Eishockey-Liga (DEL) hatte bleiben können.

(dpa/red)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare