1. Startseite
  2. Sport
  3. Löwen Frankfurt

Ruppiger Abend mit gutem Löwen-Ende

Erstellt:

Von: Markus Katzenbach

Kommentare

Löwen-Mann des Abends: Manuel Strodel (rechts) fällt gegen Freiburg nicht nur als erfolgreicher Faustkämpfer auf, wie hier bei einer Einlage mit Schiedsrichter-Beteiligung.
Löwen-Mann des Abends: Manuel Strodel (rechts) fällt gegen Freiburg nicht nur als erfolgreicher Faustkämpfer auf, wie hier bei einer Einlage mit Schiedsrichter-Beteiligung. © Patrick Scheiber/Jan Huebner

In der Viertelfinalserie gegen Freiburg gewinnt Frankfurt auch das dritte Spiel, ein Sieg fehlt noch fürs Halbfinale. Dabei geht es hitziger zu - zur Freude der Beteiligten.

Frankfurt -Der Zwischenstand bot eigentlich keinen Anlass zu guter Laune, aber Simon Danner hatte seinen Spaß, mittendrin in diesem hitzigen Eishockey-Sonntagabend. Nicht zuletzt an den kleineren und größeren Prügeleien, für die seine Freiburger Wölfe wie ihre Gastgeber von den Frankfurter Löwen im dritten und Aufeinandertreffen ihrer Viertelfinalserie wiederholt die Sportart wechselten. "Das ist Play-off-Hockey", schwärmte der erfahrene Freiburger Kapitän und ehemalige Frankfurter, und im Interview beim Onlinesender Sprade-TV nach zwei von drei Dritteln schwelgte er auch noch kurz in Gedanken an eigene erstklassige Zeiten als Lions-Profi zwischen 2005 und 2010, damals wie diesmal in der Eissporthalle am Ratsweg: "Das macht Mega-Spaß. Besonders in Frankfurt, wo ich so viele schöne Erinnerungen habe."

Das Vergnügen an diesem DEL-2-Duell an alter Wirkungsstätte war dem selbst an der einen oder anderen Rauferei beteiligten Danner anzusehen, ein Wunsch aber sollte sich zumindest für diesen Abend nicht erfüllen: "Dass wir die Serie noch mal drehen." Dafür war der aktuelle Frankfurter Jahrgang zu gut. Die Löwen gewannen dank Toren von Yannick Wenzel (14.), Manuel Strodel (13.), Kevin Maginot (39.), Davis Vandane (43.) und Pierre Preto (58.) mit 5:1 (1:0, 2:1, 2:0), bei einem Gegentor durch Oleg Tschwanow (34.). Der dritte Sieg im dritten Spiel der Serie - beim Wiedersehen in Freiburg am Dienstag (19.30 Uhr) könnte mit dem dafür nötigen vierten schon der schnellstmögliche Einzug ins Halbfinale gebucht werden.

"Es war ein hartes Spiel. Sie haben uns eine heftige Schlacht geliefert, das wussten wir auch und haben dagegengehalten", berichtete Stürmer Dylan Wruck hinterher und bilanzierte: "Es war nicht schön anzusehen, aber wir haben unseren Job gemacht."

Die Gangart ist ruppiger geworden, das war am Ratsweg nicht anders als an den anderen Viertelfinal-Standorten. Der EC Bad Nauheim verkürzte dabei mit einem 3:2 in Kassel in der Serie auf 1;2 Siege, Dresden gegen Heilbronn ebenso. Während Ravensburg gegen Crimmitschau den dritten Erfolg hintereinander einfuhr, wie die Löwen gegen Freiburg.

Bei den Faust- und Ringkämpfen vor angesichts der weiteren Lockerung der Corona-Maßnahmen wieder möglichen 4129 Zuschauern in Frankfurt mischte Manuel Strodel besonders eifrig mit, der Löwen-Mann des Abends indes bewies auch andere Fähigkeiten. Mit einem Tor bei einem Konter in Unterzahl, einem fast mit einem weiteren Treffer belohnten flinken Solo, großem Kämpferherzen - und seiner Spezialität, dem schmerzhaften, aufopferungsvollen Blocken von Schlagschüssen. "Er macht ein Riesenspiel, kämpferisch überragend, und hat sich sein Tor verdient", attestierte Sportdirektor Franz-David Fritzmeier seinem Stürmer eine "Bombenleistung".

Gute Auftritte konnte man auch allen anderen Löwen bescheinigen, abgesehen höchstens von einigen Szenen im schwächeren zweiten Drittel. Marius Erk, Darren Mieszkowski und Constantin Vogt waren in den Kader rotiert, Daniel Wirt, Luca Hauf und Kyle Sonnenburg bekamen im raschen Play-off-Takt dafür eine Verschnaufpause und blieben wie die weiter angeschlagenen Bobby Raymond und Ryon Moser draußen. Auch dieses Löwen-Line-Up fand die Anerkennung des Gegners. "Frankfurt spielt stark, aggressiv und hart. Ich find's gut", lobte Simon Danner und wird sich mit seinen Freiburgern auch auf den Dienstag freuen, auf ihre letzte Chance. Dann geht dieses Viertelfinale weiter - und vielleicht schon zu Ende.

Auch interessant

Kommentare