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Torhüter Jimmy Hertel (Mitte) und die anderen Löwen strecken sich vergeblich: Mick Köhler (links) trifft zum 4:2 für Bad Nauheim. Foto: Hübner

Eishockey

Das schmerzt die Löwen

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Die Bilanz wird nicht besser: Wieder verloren die Frankfurter Löwen das DEL-2-Derby gegen Bad Nauheim - diesmal mit 2:5.

Frankfurt.Die Party wurde diesmal vor den Gäste-Fans gefeiert, das schmerzte die Frankfurter Löwen gleich doppelt. Zum einen hatten sie im achten Heimspiel dieser DEL-2-Runde das erste Mal verloren, und das zum anderen ausgerechnet im Derby gegen den EC Bad Nauheim, schon wieder: Das diesmal für diese sonst meist knappen Begegnungen auch noch recht deutliche 2:5 (1:1, 1:1, 0:3) am Freitagabend war die saisonübergreifend schon vierte Niederlage in Folge gegen die Nachbarn aus der Wetterau in der zweiten Klasse des deutschen Eishockeys, vor stolzen 6550 Zuschauern in der vollgepackten Eissporthalle am Ratsweg.

"Wir sind sehr enttäuscht über die Niederlage. Es war kein schlechtes Spiel von uns, aber nicht gut genug", urteilte der Frankfurter Headcoach Matti Tiilikainen, während sein Gegenüber Christof Kreutzer rundherum zufrieden sein konnte: "Wir haben defensiv gut gearbeitet und offensiv viele Scheiben aufs Tor gebracht und zwei Mal im Powerplay getroffen. Das braucht man, um eine Mannschaft, wie Frankfurt zu schlagen."

Für die Löwen geht es am Sonntag (17 Uhr) bei den Lausitzer Füchsen weiter, für Bad Nauheim dann um 18.30 Uhr daheim gegen Crimmitschau, schon bald aber gibt es ein Wiedersehen: Das nächste Nachbarschaftstreffen warf bereits vor dem ersten Bully seine Schatten voraus, das dann unter besonderen Umständen und an einem eher neutralen Ort ausgetragen wird: dem Offenbacher Fußballstadion, mit dem die Bad Nauheimer von der DEL 2 den Zuschlag für ein sogenanntes "Eventgame" erhalten haben. Für dieses zum "Winterderby" erkorene Duell am 14. Dezember haben sich auch die Löwen etwas einfallen lassen, vielleicht wird es ja damit etwas: ein goldenes Trikot, mit Rauten versehen wie ein traditionelles Apfelweinglas, randvoll eingeschenkt - ein spezielles Löwen-Leibchen, das diesmal noch nur Stadionsprecher Rüdiger Storch trug.

Lücken in der Abwehr

Daheim am Ratsweg spielten die Löwen wie immer in Schwarz, und sie hatten sich eigentlich eine Besserung der Bilanz vorgenommen. Zur Tradition dieses Treffens zwischen Groß- und Kurstadt gehört, dass dafür selten 60 Minuten reichen - und dass meist der vermeintlich kleine Nachbar zuletzt lacht. Bei insgesamt elf von 21 Spielen gab es Verlängerung und oft dann auch Penaltyschießen, 14 Mal gewann Bad Nauheim , zuletzt saisonübergreifend drei Mal in Serie mit einer Zusatzschicht.

Eine Prise Drama wohnt dieser Begegnung stets inne, das war auch diesmal wenigstens über zwei Drittel so. Das Hin und her auf dem Eis war nicht so hochklassig wie beim spektakulären 6:3 im noch etwas größeren Hessen-Duell gegen die Kassel Huskies vor einer Woche. Bisweilen etwas zerfahren, aber umkämpft und spannend ohnehin.

Den Frankfurter fehlten neben den Langzeitverletzten Mike Fischer und Alex Roach auch Steven Delisle und Max Eisenmenger, die immerhin in zwei Wochen nach der Deutschland-Cup-Woche wieder zur Verfügung stehen dürften. Die hinteren Reihen der Löwen wiesen so aber einige Lücken auf: Nur fünf Verteidiger konnten sie aufbieten, mit jungem Altersschnitt. Gut möglich, dass nach dem Ausfall von Roach noch eine erfahrenere Verstärkung für die Abwehr kommt - der Auftritt vom Freitag dürfte diese Überlegungen eher noch verstärkt haben. Im Sturm ist sie schon da: Christian Kretschmann gab eine nicht besonders auffällige, aber ordentliche Premiere in Frankfurter Farben, ein typischer Auftritt für den Teamplayer.

Zudem kehrte der zuletzt zur Formsuche in den Nachwuchs des Krefelder Kooperationspartners abgeordnete Magnus Eisenmenger in den Löwen-Kader zurück, das sollte sich lohnen: Die Vorlage des jungen Flügelstürmers zum 2:2 durch Dominik Meisinger in der 25. Minute war sehenswert. Dieser Zwischenstand nach zwei Dritteln war dem insgesamt ausgeglichenen Geschehen auch angemessen. Zuvor hatte Adam Mitchell für anfangs überlegene Löwen getroffen (8.), direkt danach Andrej Bires (8.) und dann Zach Hamill für zielstrebigere Bad Nauheimer.

Eine eindeutige Tendenz

Vielleicht kein Zufall, dass die Roten Teufel durch einen Direktschuss von Andrej Bires zum 3:2 kamen (45.), ihr zweiter Treffer in Überzahl - während das Powerplay der Löwen wieder wenig ertragreich war. Als kurz danach Mick Köhler das 4:2 nachlegte, der in der vergangenen Saison als Förderlizenzspieler des von Frankfurt nach Bad Nauheim gewechselten DEL-Kooperationspartners Kölner Haie noch das Löwen-Trikot trug, war das nicht unverdient und eine eindeutige Tendenz. Manuel Strodel schuf mit dem 5:2 (48.) dann noch klarere Verhältnisse. Die Fans feierten ihre Löwen trotzdem, das war die beste Frankfurter Aktion dieses Freitagabends. Die größere Party indes fand diesmal auf der anderen Seite der Eissporthalle statt.

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