Tore im halben Dutzend: Die Löwen können in Bietigheim gleich sechs Mal jubeln.
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Tore im halben Dutzend: Die Löwen können in Bietigheim gleich sechs Mal jubeln.

Eishockey

Schützenfest statt Sommerpause

Mit einem bemerkenswerten 6:2 in Bietigheim wendet Frankfurt ein frühes Aus in der DEL 2 ab, am Donnerstag geht es weiter. Verlieren ist auch dann verboten, noch aber leben die Löwen.

Bietigheim -Nach der letzten Sirene versammelten sich die Frankfurter Löwen zu einer Rudelbildung bei ihrem Torhüter Bastian Kucis und stießen nach einem Moment der Besinnlichkeit schließlich einen gemeinsamen Siegerschrei aus. Statt sich unfreiwillig in die Sommerpause zu verabschieden und damit schon alle Hoffnungen auf Meisterschaft und Aufstieg fahren zu lassen, feierten sie am Dienstagabend im Ellental so ein Schützenfest, in brenzliger Lage: Eine dritte Niederlage im dritten Spiel dieser Viertelfinalserie in der DEL 2 hätte ein frühes Aus bedeutet, doch stattdessen meldete sich der Eishockey-Zweitligist mit einem beeindruckenden 6:2 (2:0, 3:0, 1:2) bei den Bietigheim Steelers auf bemerkenswerte Weise zurück in den Play-offs - und erkämpfte zumindest noch ein viertes Spiel am Donnerstag (19.30 Uhr) daheim am Ratsweg.

"Wir haben heute sehr solide gestanden, wenig zugelassen und im richtigen Moment unsere Chancen genutzt. Deshalb haben wir das Spiel gewonnen", urteilte Franz-David Fritzmeier, Sportdirektor und Headcoach.

"Mit dem Rücken zur Wand", wie es Stürmer Martin Buchwieser nach dem 0:4 vom Sonntagabend formuliert hatte, waren die Löwen in Bietigheim angetreten: Sie brauchten unbedingt diesen Sieg. Fritzmeier hatte dafür einige Veränderungen vorgenommen, auch wenn ihm weiter ein halbes Dutzend Stammkräfte fehlte. Im Tor stand Kucis anstelle von Patrick Klein, vor allem aber hatte der Trainer seine drei ausländischen Angreifer in der ersten Sturmreihe versammelt, um mit geballter Kraft für mehr Torgefahr zu sorgen und den Chancenverwertungsfluch zu brechen, der in den ersten beiden Duellen der Serie seinen Anteil am unglücklichen Löwen-Ausgang hatte - fast mit prompter Wirkung.

Sebastian Collberg, Stephen MacAulay und Kale Kerbashian bekamen nach kaum zwei Minuten tatsächlich schon eine gute Dreifach-Gelegenheit, bald darauf schlugen sie richtig zu. Collberg nutzte in der elften Minute die erste Überzahl des Abends zum ersten Powerplaytor der Frankfurter und zu ihrer ersten Führung in dieser Best-of-Five-Serie. Vier Minuten später jubelten sie wieder: Leon Doubrawa, der junge Bietigheimer Goalie, für den verletzten Ex-Löwen Jimmy Hertel im Einsatz, ließ Alexej Dmitrievs Schuss über die Linie rutschen.

Die Gäste schossen nicht nur endlich Tore, sie legten in allen Belangen eine Schippe drauf. Das 2:0 nach dem ersten Drittel war so verdient, und sie ließen sich auch nicht dadurch aus dem Konzept bringen, dass die erste Pause wegen einer kaputten Eismaschine ausuferte. Dass nun vieles für sie lief, was vorher gegen sie gelaufen war, war auch kein Zufall, weil die Löwen es entschlossen erzwangen - während sich diesmal die bislang so zielstrebigen Bietigheimer Blößen geben.

Erneut Dmitriev (24.), Kyle Sonnenburg (28.) und Leon Hüttl (33.) legten weitere Löwen-Tore nach, nach gut einer halben Stunde war das eine deutliche Angelegenheit. Die Luft war damit etwas raus, Spannung entlud sich auf andere Weise: Die Partie wurde ruppiger, auch zerfahrener, viele kleinlich verteilte Strafen ließen sie weiter zerfasern. Löwen-Schreck Riley Sheen (42.) mit seinem fünften Serientreffer und der frühere Frankfurter Tim Schüle (51.) verkürzten für Bietigheim noch einmal auf 2:5, auf der anderen Seite traf Collberg (56.) ein zweites Mal in Überzahl, das war es für den Dienstag. Am Donnerstag geht es am Ratsweg weiter, verlieren ist auch dann verboten. Noch aber leben die Löwen. Markus Katzenbach

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