Die Löwen schlagen zurück: Kapitän Adam Mitchell jubelt. Foto: Hübner

Eishockey

Ein Sieg mit Löwen-Moral

Sie lagen schon 0:3 hinten, am Ende aber triumphierten die Frankfurter Löwen in der DEL 2 gegen die Hessenrivalen aus Kassel.

Frankfurt.Genau eine Minuten und 36 Sekunden standen in orangefarbenen Leuchtzeichen noch auf den beiden Anzeigetafeln der Eissporthalle am Ratsweg angeschrieben, als dieses stets brisante Hessen-Treffen endgültig entschieden war - und die Stimmung auf den Rängen explodierte. David Suvanto hatte die Scheibe in das in letzten Ausgleichsbemühungen verwaiste Tor der Kassel Huskies geschoben, zum Endstand von 6:3 (0:1, 2:2, 4:0). Das klang nach einer einseitigen Angelegenheit für die Frankfurter Löwen, hatte aber lange ganz anders ausgesehen. "Es war ein verdienter Sieg", gratulierte Tim Kehler, Huskies-Coach mit Frankfurter Vergangenheit, und war ob der Umstände beeindruckt: "Sie haben trotz drei Toren Rückstand weiter ihr Spiel gespielt." Am Ende mit Erfolg.

Für die Löwen, die sich damit bei einer Partie weniger bis auf einen Punkt an die Kasseler Spitzenreiter heranschoben, war es der zweite Höhepunkt der immer noch jungen DEL-2-Hauptrunde. Eine Woche nach dem 6:1 gegen die Bietigheim Steelers diesmal mit sogar noch ein paar mehr Zutaten - in jedem Fall der hessischen Note, dazu der bisherigen Saisonrekordkulisse von 6257 Zuschauern. Und der siebte Heimsieg im siebten Heimspiel wurde auch noch mehr gefeiert als alle vorherigen.

Neben dem Derby-Faktor half da die richtige Prise Drama: Nach Toren von Stephan Tramm (12.), Spencer Humphries (23.) und Austin Caroll (26.) führte Kassel 3:0, ehe den Löwen eine in der langen Historie dieses Hessen-Duells nicht einmalige, aber doch bemerkenswerte Aufholjagd gelang. "Die doppelte Überzahl hätten wir nutzen sollen", ärgerte sich Sportdirektor Franz-David Fritzmeier zwischenzeitlich über verpasste Powerplaychancen, konnte sich aber über die "tolle Moral" freuen, mit der sich seine Löwen zurück kämpften.

Carter Proft (29.) Adam Mitchell und im spektakulären zweiten, Roope Ranta (42.) und Martin Buchwieser (44.) früh im dritten Drittel wendeten das Blatt. Mike Fischer konnte dabei nicht helfen. Er war am Ratsweg nur auf den Rängen zu finden, nicht auf dem Eis, den Arm in einer Schlinge. Der junge Stürmer war im Training gegen die Bande gekracht, verletzte sich schwerer an der Schulter und fällt lange aus. Die ohnehin stets vorgesehene Vorstellung eines weiteren Angreifers wird nun umso dringender, gut möglich, dass da bald Vollzug gemeldet wird.

Am Freitagabend kamen die Löwen auch so zurecht. Mitchell (58.) schlug noch einmal zu, Suvanto legte nach - und Kassel war geschlagen. Während der EC Bad Nauheim mit einem 2:0 (1:0, 1:0, 0:0) in Bietigheim überraschte. "Ich mag die Art, wie die Löwen spielen: Hart und schnell nach vorne", lobte Kehler, der ehemalige Frankfurter Trainer, und wusste: "Wir müssen einen Weg finden, wie wir auswärts erfolgreich sind." Das gilt für die Löwen genauso, bei aller Heimstärke. Nächste Gelegenheit: Am Sonntag (16 Uhr) in Dresden, mit einem guten Derby-Gefühl im Gepäck.

Von Markus Katzenbach

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