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Sorgen um den Löwen-Anführer

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Von: Markus Katzenbach

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Da war er noch auf dem Eis, später musste er verletzt in die Kabine: Nicht auszudenken, sollte auch noch Carter Rowney (rechts) den Löwen länger fehlen.
Da war er noch auf dem Eis, später musste er verletzt in die Kabine: Nicht auszudenken, sollte auch noch Carter Rowney (rechts) den Löwen länger fehlen. © Jan Huebner

Die Frankfurter Verletzungsserie wird langsam dramatisch. Beim 3:4 nach Penaltyschießen gegen Straubing muss Carter Rowney vom Eis - nicht auszudenken, wenn es auch noch den wichtigsten Löwen erwischt hätte. Und Carson McMillan kann ebenfalls nicht zu Ende spielen.

Frankfurt -Der Geleitschutz kam von hochoffizieller Seite. Als Edmund von Werner, kaum dass das dritte Drittel begonnen hatte, quer über das Eis eilte, packte ihn ein Schiedsrichter am Arm, um den Mannschaftsarzt der Frankfurter Löwen in seinen rutschigen Straßenschuhen sicher und möglichst schnell auf die andere Seite zu bringen, in einem etwas kuriosem Bild mit ernstem Hintergrund: Kurz zuvor hatte sich schließlich schon Carter Rowney auf dem gleichen Weg in Richtung Kabine begeben, weitgehend unbemerkt, während sich die Löwen-Kollegen in der anderen Feldhälfte für ein Bully bereitmachten. Das war schon ein schlechtes Zeichen, und dass der unverzichtbare Frankfurter Anführer nicht zurückkam, noch viel mehr. „Er ist angeschlagen“, konnte Sportdirektor Franz-David Fritzmeier nur berichten, und: „Morgen wissen wir mehr. Hoffentlich ist es nicht so schlimm.“

Das Verletzungspech bei dem Aufsteiger in die erste Klasse des deutschen Eishockeys hatte ohnehin schon heftige Ausmaße angenommen - nicht auszudenken, sollte es mit dem kanadischen Starstürmer Rowney auch noch den wichtigsten Löwen länger treffen. Kurz nach ihm humpelte dann auch noch Center Carson McMillan in die Kabine. Umso bemerkenswerter, dass die verbliebenen Löwen am Donnerstagabend gegen die Straubing Tigers immerhin einen Punkt errangen - dem Champions-League-Teilnehmer, zwei Tage zuvor sehr achtbar im Achtelfinale aus der Königsklasse verabschiedet, unterlagen sie vor 4061 Zuschauern in der Eissporthalle am Ratsweg im hart umkämpften Duell zwischen dem Sechsten und dem Siebten der DEL-Tabelle erst nach Penaltyschießen mit 3:4 (2:2, 1:0, 0:1/0:1).

„Das war ein sehr couragierter Auftritt. Ich bin sehr stolz auf meine Mannschaft. Wir haben wieder Schlüsselspieler verloren, dafür sind andere eingesprungen“, sagte Headcoach Gerry Fleming und nahm die nächsten Ausfälle gewohnt pragmatisch: „Das ist Eishockey. Dafür haben andere die Chance zu spielen.“

Schon von Anfang hatte ihm wieder ein halbes Dutzend Löwen gefehlt. Wie befürchtet musste auch noch Verteidiger Reece Scarlett passen, nach einem heftigen Check gegen den Kopf am Sonntag beim 2:1 gegen die Pinguins aus Bremerhaven. Dafür war Stürmer Nathan Burns, der aus dem gleichen Grund zuletzt zwei Spiele verpasst hatte, wieder dabei. Und traf auch gleich: Einen Schuss von Reid McNeill lenkte er in der vierten Minute ins Tor. „Die Reihe mit Burns, Breitkreuz und Schwartz hat die meister Scorerpunkte für uns gemacht nach der ersten. Dass die ganze Reihe ausgefallen ist, war natürlich ein großer Verlust für uns“, erinnerte Fritzmeier in der ersten Drittelpause im Interview mit Magentasport und freute sich umso mehr, dass zumindest Burns wieder auf dem Eis ist: „Er bringt sehr viel Energie ins Spiel und ist ein wichtiger Center für uns.“

Der Treffer des Rückkehrers war der Auftakt für ein erstes Drittel mit hohem Unterhaltungswert und weniger aufmerksamen Abwehrreihen. Parker Tuomie (12.) und Taylor Leier (13.), trafen für Straubing, Dylan Wruck (15.) schlug prompt zurück. Die Partie wurde zerfahrener, aber die Löwen trafen noch einmal: Chad Nehring (39.) vollendete die beste Kombination des zäheren zweiten Abschnitts. Dann musste Rowney raus, schließlich noch McMillan, zwischendrin hatte Jason Akeson für die Tigers ausgeglichen (44.) - und die letzten Löwen kämpften sich tapfer ins Penaltyschießen. Am Sonntag (14 Uhr) geht es für sie weiter, bei Tabellenführer Red Bull München, im derzeit wohl schwersten DEL-Auswärtsspiel, möglicherweise mit weiter gelichteten Löwen-Reihen. Und viel Arbeit für den Mannschaftsarzt.

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