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Spätes Löwen-Glück unter Nachbarn

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Von: Markus Katzenbach

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Im Zweikampf: Löwen-Stürmer Dylan Wruck (links) gegen den Bad Nauheimer Kevin Schmidt.
Im Zweikampf: Löwen-Stürmer Dylan Wruck (links) gegen den Bad Nauheimer Kevin Schmidt. © Nadine Roith/Jan Huebner

Gegen Bad Nauheim tut sich Frankfurt lange schwer, am Ende aber jubeln die Löwen - bei einem Nachbarschaftstreffen in leerer Halle, das ohne Zuschauer lange eine eher triste Angelegenheit war.

Frankfurt -Am Ende gab es tatsächlich noch etwas zu feiern, jedenfalls für alle, die es mit den Frankfurter Löwen hielten. Kyle Sonnenburg hatte den Puck in der Angriffszone behauptet, gegen drei Bad Nauheimer, während seine Kollegen einmal durchwechselten - und Stürmer Ryon Moser war rechtzeitig genug auf dem Eis und vor dem Tor, um seinen Querpass in diesem unterzubringen, zum entscheidenden Treffer in der Extraschicht. Mit dem 2:1 (0:0, 0:1, 1:0/1:0) gegen den EC Bad Nauheim behielt der Meisterschafts- und Aufstiegsanwärter aus der zweiten Klasse des deutschen Eishockeys am Sonntagabend so doch noch das glücklichere Ende für sich, danach hatte es lange nicht unbedingt ausgesehen. In einem bis kurz vor Schluss eher tristen Nachbarschaftstreffen, das ohne Zuschauer wenig vom sonstigen Feuer solcher Angelegenheiten hatte und in dem die Anzeigetafel lange fast genauso leer blieb wie die wegen der Corona-Maßnahmen weiter verwaisten Ränge der Eissporthalle am Ratsweg.

"Das Unterzahltor war ganz wichtig, das hat uns neue Energie gegeben", sagte Löwen-Headcoach Bo Subr, indes wusste er auch: "Wir haben gut angefangen, aber die Konstanz über 60 Minuten bleibt ein Thema. Im zweiten Drittel sind wir nicht mehr genug gelaufen, da müssen wir bei unserem Spiel bleiben." Was ersatzgeschwächte Bad Nauheimer fast für sich ausgenutzt hätten. "Auf der einen Seite haben wir eine richtig gute Leistung gebracht und waren aus meiner Sicht die klar bessere Mannschaft", haderte ihr Trainer Harry Lange. "Aber auf der anderen Seite haben wir es nicht zu Ende gebracht, durch zwei Fehler, die nie passieren dürfen. Das ist natürlich ärgerlich."

Das Hessen-Duell zwischen den auch in der wegen der vielen Spielausfälle ziemlich verzerrten Tabelle der DEL2 nebeneinander liegenden Nachbarn - Frankfurt als Dritter, Bad Nauheim als Vierter - bot schon im ersten Drittel wenig Feinkost, aber immerhin körperbetonte Zweikämpfe und ein recht kontrolliertes Löwen-Spiel. Wenn auch gewiss nicht so rundum überzeugend wie beim 5:0 am Freitagabend bei den Eispiraten Crimmitschau.

Im zweiten Akt allerdings unternahmen die Gäste aus Bad Nauheim, die gut geordnet verteidigten, auch mehr Angriffsversuche, das wurde belohnt: Bei seinem Konter scheiterte Josh Pollastrone zwar noch am Frankfurter Goalie Jake Hildebrand, den Abpraller aber verwertete dann Tobias Wörle (28.). Rückkehrer Brett Breitkreuz, der am Freitag wie der zweite Neuzugang Nathan Burns seinen Löwen-Einstand gegeben hatte, kam zu spät.

"Der Rebound darf nie und nimmer zum Gegner kommen. Unser Torwart hält die erste Scheibe, die zweite müssen wir wegnehmen", tadelte Sportdirektor Franz-David Fritzmeier und fand in dieser Szene Bezeichnendes: "Das gilt fürs ganze Spiel, auch vorne: Wir müssen mehr Druck auf den Gegner machen. Das Tempo erhöhen, die Zweikampfstärke auch."

Das gelang nur bedingt, die Löwen taten sich schwer und schlugen dann doch zu, in einem unerwarteten Moment, drei Minuten vor Schluss. In Unterzahl passte Rylan Schwartz in die Mitte, Carson McMillan drückte den Puck über die Linie, wohl noch ehe das Tor aus der Verankerung rutschte - das überprüften die Schiedsrichter lange. Ehe Moser wenig später und diesmal zweifelsfrei noch einmal ins gleiche Tor traf.

Nur zum Jubeln war kaum jemand am Ratsweg. Das wird am Dienstag (19.30 Uhr) auch nicht anders sein, wenn die Dresdner Eislöwen, am Freitag noch 1:2 nach Verlängerung in Bad Nauheim unterlegen, als Tabellenführer kommen. Dafür wird der deutsch-slowakische Stürmer Tomas Sykora wieder dabei sein. Unter der Woche war er Vater des Töchterchens Hana geworden, nun bekam er Heimaturlaub bei der Familie. "Das sind große Tage für ihn und seine Frau", wusste Coach Subr. Auch noch ein Löwen-Grund zum Feiern.

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